09.09.2014, 09:30 Uhr

Einziger Mann im Rohrbacher Team der mobilen Pflegedienste

Christian Egger (r.) bekommt täglich Besuch von Johannes Schachinger von der Caritas. (Foto: Foto: Caritas)
ROHRBACH. Mit 32 Jahren drückte Johannes Schachinger nach 16 Jahren Arbeit als Bürokaufmann nochmals die Schulbank. Der heute 57-Jährige wollte nicht den Rest seines Lebens im Büro verbringen, sondern mit Menschen arbeiten. So sprang er damals ins kalte Wasser und absolvierte die Gesundheits- und Krankenpflegeschule, machte das allgemeine und psychiatrische Diplom – noch unschlüssig, ob dieser Beruf dann tatsächlich der Richtige für ihn sei.

Mittlerweile weiß er: Es war die richtige Entscheidung! Er hätte zwar als Pflegedienstleiter arbeiten können – tat das auch ein paar Jahre – doch die Arbeit mit Menschen fehlte ihm. Umso glücklicher war er, als er ab 1997 in die Hauskrankenpflege wechseln konnte. Seit Jänner 2013 ist er bei der Caritas – als einziger Mann im gesamten Rohrbacher Team der mobilen Pflegedienste. „Er ist mit seiner langjährigen Erfahrung und seiner Einstellung eine große Bereicherung für das ganze Team“, sagt Teamleiterin Johanna Pröll.

„Für mich ist es durchwegs positiv als Mann in diesem Beruf“, schmunzelt Schachinger, der gerade erst im Juni geheiratet hat. „Aber ich denke, das ist unabhängig vom Geschlecht: So wie ich auf die Menschen zugehe, so kommt es eben zurück. Auch der Humor darf nicht zu kurz kommen. Auch wenn manches Schicksal noch so tragisch ist, so lachen wir dennoch viel gemeinsam, denn dann ist meist vieles leichter“, sagt der 57-Jährige.

Neben der fachlichen Kompetenz braucht es für den Pflegeberuf vor allem Empathie den Menschen gegenüber. Ihre Wünsche und Anliegen müssen wahr- und ernstgenommen werden. So kommt er täglich zu zeh bis 20 Menschen, für die er Wunden versorgt, Medikamente aufteilt, den Blutzucker oder Blutdruck kontrolliert und vieles mehr.

Die meisten Menschen sind bereits älter, doch auch Jüngere freuen sich über sein Kommen. So wie Christian Egger, der seit einem schweren Badeunfall 2007 durch einen Querschnitt bewegungsunfähig ist. Dank einer 24-Stunden-Betreuung und die täglichen Besuche der Hauskrankenpflege meistert er bewundernswert sein Leben. Johannes Schachinger oder seine Kolleginnen kommen täglich, um beim Transfer aus dem Bett in den Rollstuhl zu helfen, Verbände zu wechseln und Wunden zu versorgen. Mit dem Kinn kann Egger den elektrischen Rollstuhl bedienen – und so fährt der Naturliebhaber auch gerne alleine in der Gegend herum. „Vor dem Unfall kannte ich Christian kaum, obwohl wir im selben Ort wohnen. Mittlerweile ist eine richtige Freundschaft zwischen uns entstanden“, verrät Schachinger.
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