12.02.2015, 00:00 Uhr

Fasten ist nicht zum Abnehmen geeignet

Wer mit Fasten abnehmen will, ist arm dran. Besser ist, nicht nur kurz zu fasten, sondern seinen ganzen Lebensstil umzustellen. (Foto: Foto:Panthermedia.net/Heiber)
BEZIRK. Fasten ist ein uralter Brauch, der in den meisten Weltreligionen vorkommt. Für die Gläubigen bedeutet er, den Körper vor religiösen Festen zu reinigen oder ein persönliches Opfer zu bringen.
„Manche Übergewichtige fasten, um in kurzer Zeit Gewicht abzunehmen. Wer durch Fasten abnehmen will, ist nur erfolgreich, wenn danach eine Ernährungsumstellung erfolgt, die langfristig beibehalten wird“, erklärt Anna Pühringer, Diätologin am Landes-Krankenhaus Rohrbach.

Lebensstil ändern
„Der kurzzeitige Verzicht auf Essen kann die Wahrnehmung für Hunger, Sättigung und Appetit bewusster machen. Dies kann für eine Ernährungsumstellung hilfreich sein. Fasten allein zur Gewichtsreduktion ohne anschließende Lebensstiländerung ist jedoch nicht empfehlenswert.“
Beim Fasten wird für eine bestimmte Zeit völlig oder teilweise auf Essen verzichtet. Erhält der Körper keine oder weniger Nahrungsenergie als er braucht, stellt er auf den so genannten Hungerstoffwechsel um: „Der Stoffwechsel brennt auf Sparflamme. Der Organismus greift dann seine Energiereserven in Form von Glykogen in Leber und Muskeln, Körpereiweiß und -fett an. Wird zu lange gefastet, kann es zu einem bedrohlichen Abbau von Muskeleiweiß kommen und zum Jo-Jo-Effekt führen“, sagt die Expertin.

Heilfasten ist problematisch
Daher ist Heilfasten aus ernährungsmedizinischer Sicht problematisch. Wer aus Überzeugung fasten möchte, sollte seine Fastenkur unter ärztlicher Begleitung durchführen. Für Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche, alte und kranke Menschen ist längeres Fasten ungeeignet und kann gesundheitsschädlich sein.
Heilfasten wird vielfach nicht mehr aus religiösen oder spirituellen Gründen angewendet, sondern um ernährungsbedingten Krankheiten vorzubeugen oder den Verlauf positiv zu beeinflussen.

Entschlacken nicht notwendig
„Der Körper soll von sogenannten Schlackenstoffen befreit werden. Der Begriff Entschlacken ist wissenschaftlich allerdings nicht begründbar. In einem gesunden menschlichen Körper gibt es keine Ansammlung von Schlacken und Ablagerungen von Stoffwechselprodukten. Nicht verwertbare Stoffe werden bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr über den Darm und die Nieren ausgeschieden“, führt Pühringer aus.

Fastentage zum Gewichthalten
Einzelne Fastentage (Obsttag, Reistag etc.) gelegentlich zu Hause eingeschoben, können problemlos ohne ärztliche Kontrolle durchgeführt werden, ohne dass eine Schädigung zu befürchten wäre. Fastentage können durch eine geringere Kalorienzufuhr dazu beitragen, sein Gewicht zu halten. Zum Abbau von Übergewicht sind aber eine langfristige Ernährungsumstellung und die Änderung der Bewegungsgewohnheiten unbedingt nötig.
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