18.11.2016, 12:46 Uhr

Freudentag: Rohrbach bekommt das Kinder-Rehazentrum

Geplante Außenansicht, der in die grüne Mühlviertler Landschaft eingebetteten Anlage des Zentrums für Kinder- und Jugend-Reha. (Foto: Architektur Consult ZT GmbH)

Neben dem Krankenhaus soll schon im Herbst 2019 die Einrichtung eröffnet werden. 20 Millionen Euro werden investiert.

ROHRBACH.BERG. "Heute ist ein großer Freudentag für uns. Wir haben viele Jahre darum gekämpft, jetzt wird es Wirklichkeit", freut sich Bürgermeister Andreas Lindorfer. In einer Pressekonferenz hat Landeshauptmann Josef Pühringer sprichwörtlich die "Bombe platzen lassen": "Die Entscheidung für das neue Kinder-Rehazentrum in Rohrbach-Berg ist gefallen. Ein zweifelsfrei großer Erfolg für Oberösterreich und eine enorme Chance für die Region", sagte Landeshauptmann Josef Pühringer. Rohrbach-Berg hat vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger den Vorzug gegenüber Salzburg bekommen.

Baubeginn Herbst 2017

Insgesamt werden rund 20 Mio. Euro in dieses Projekt investiert. In nicht einmal zwei Jahren Bauzeit soll im Herbst 2019 das neue Zentrum für Kinder- und Jugend-Reha in Rohrbach-Berg eröffnet werden. Das Zentrum wird 77 Betten für Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 18 Jahren umfassen. Außerdem sind 47 Betten für Begleitpersonen vorgesehen. "Zwischen 60 und 80 Menschen werden dort neu einen Arbeitsplatz finden", freut sich Bürgermeister Andreas Lindorfer.

Das Projekt im Detail:

Der Neubau, der in unmittelbarer Nähe zum LKH Rohrbach entstehen wird, umfasst eine Nutzfläche von 5100 Quadratmeter. Ab 2019 wird das neue Reha-Zentrum in Rohrbach-Berg eine wesentliche Anlaufstelle für medizinische Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen der Bundesländer Oberösterreich und Salzburg darstellen. Schwerpunkte bilden hierbei: Orthopädie, Kinderchirurgie, Neurologie/Neurochirurgie, Herz-Kreislauf, Lungenerkrankungen, Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Entwicklungs-und Sozialpädiatrie. Neben der medizinischen Betreuung durch Fachärzt/innen für Kinder- und Jugendheilkunde, Kinder- und Jugend-Psychiatrie sowie Ärzt/innen für Allgemeinmedizin stehen umfangreiche, kindgerechte Therapieformen im Mittelpunkt des Behandlungskonzeptes. Dazu zählen: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Kraft- und Ausdauertraining (Sport- und Trainingszentrum Indoor und Outdoor)
Hydrotherapie im Therapiebecken, Ernährungsberatung und -schulung, Massagen/Elektrotherapie, Psychotherapie/Klinische Gesundheitspsychologie
Musik-, Mal und Kunsttherapie. Die Aufenthaltsdauer wird – je nach Indikation – zwischen drei und fünf Wochen betragen.

Entscheidung für Familienregion

Die Gründe für die Wahl des Standortes in Rohrbach-Berg sind vielfältig: Zum einen ist hierbei ganz klar die Region Böhmerwald zu erwähnen: diese hat sich seit vielen Jahren ein über die Grenzen hinaus hervorragendes Image als Familienregion aufgebaut. Die Stadtgemeinde Rohrbach-Berg selbst ist eine ausgesprochene Schul- und Sportstadt. Zum anderen stellt das Landes-Krankenhaus Rohrbach, als Gesundheitseinrichtung der gespag, ein weiteres entscheidendes Argument dar: „Die gespag und die Verantwortlichen des LKH Rohrbach haben schon im Vorfeld großes Interesse und Engagement für eine enge Zusammenarbeit mit dem Rehazentrum bewiesen. Das geeignete Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Spital war dann mit Sicherheit das I-Tüpfelchen“, erklärt Berndt Martetschläger, Geschäftsführer Hospitals und Sprecher der Bietergemeinschaft, das Erfolgsrezept des Standortes.

Synergie mit Krankenhaus nutzen

Die Oö. Gesundheits- und Spitals-AG – als größter regionaler Gesundheitsanbieter – wird am neuen Reha-Zentrum beteiligt sein. „Für uns als Mitstreiter der ersten Stunde bedeutet die Etablierung eines eigenen Kinder-Reha-Zentrums eine enorme Bereicherung. Besonders für unseren KH-Standort im Mühlviertel. Unsere Expert/innen der Kinderstation werden die Kollegen im Reha-Zentrum tatkräftig unterstützen – allen voran im Bereich der Diagnostik. Aber auch im Ver- und Entsorgungsbereich (z.B. Medizintechnik, Haustechnik, Küche) ist an eine enge Zusammenarbeit gedacht“, betont gespag-Vorstand Karl Lehner, der aus St. Stefan kommt.

Wirtschafts-Impuls für die Region

"Die neu geschaffene, flächendeckende Kinder-Rehabilitation für ganz Oberösterreich ist ein großer Meilenstein für unsere Versichertengemeinschaft", sagt der Obmann der OÖGKK, Albert Maringer. "Wir haben nicht nur juristisch die Weichen dafür gestellt, sondern übernehmen als Hauptfinancier auch den Großteil der Kosten: Bis zu 9000 Euro wird die OÖGKK voraussichtlich pro Kind und Aufenthalt – je nach Schwere der Erkrankung – in Rohrbach-Berg in die Hand nehmen." Das Rohrbacher Konzept hat die strengen Ausschreibungskriterien am besten erfüllt. "Zudem ist es gelungen, am Rohrbacher Standort 77 der 109 Betten für die Versorgungsregion Nord zu sichern – ein wichtiger Wirtschaftimpuls für zahlreiche Gesundheitsberufe und Branchen", sagt Maringer.

Lokale Stimmen:

Dank an Bernhard Hain

Bürgermeister Andreas Lindorfer vergisst in der Stunde der Feierlichkeiten nicht auf den Wegbereiter des Kinder-Rehazentrums. "Mein Dank gilt besonders dem ehemaligen Bürgermeister von Schwarzenberg, Bernhard Hain. Er hat mitgekämpft und sich dafür eingesetzt, dass wir ein Kinder-Rehazentrum bekommen, selbst dann noch, als sein Wunsch-Standort Schwarzenberg aus dem Rennen war", sagt Lindorfer.

"Schub" für die Region

"Diese Entscheidung für Rohrbach-Berg bedeutet auch einen Schub für das OÖ. Gesundheitswesen, eine Anerkennung für die Krankenhaus Rohrbach und eine enorme Aufwertung unserer Region“, freut sich die Grüne Gesundheitssprecherin und Gemeinderätin in Rohrbach-Berg, Landtagsabgeordete Ulrike Schwarz.
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Karin Bayr aus Rohrbach | 22.11.2016 | 10:43   Melden
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