04.04.2017, 09:03 Uhr

Landjugend bringt neuen Wind in alte Bräuche

Landjugend Sarleinsbach (Foto: Foto: Landjugend Sarleinsbach)

800 Mitglieder hat die Landjugend im Bezirk Rohrbach. Ihnen geht es um Gemeinschaft und ländliche Entwicklung.

BEZIRK (anh). "Die Landjugend ist für uns eine abwechslungsreiche und sinnvolle Freizeitgestaltung, bei der Spaß und Gemeinschaft im Vordergrund stehen", sagen Michael Fuchs-Eisner und Sabina Grininger von der Ortsgruppe Julbach-Ulrichsberg. Diese ist eine von zwölf im Bezirk. Die Wurzeln des Vereins Landjugend reichen bis in die 1930er- und 40er-Jahre zurück, wie ein Blick in die Geschichte verrät: Damals entstanden die Landwirtschaftskammern und damit auch erste Ortsgruppen. Diese wurden 1972 im Dachverein Österreichische Landjugend zusammengefasst. In den 1980er-Jahren öffnete sich die Landjugend auch für den nichtbäuerlichen Bereich und erreichte so größere Mitgliederzahlen.

Zusammenhalt stärken

Was alle Ortsgruppen gemeinsam haben, ist ihr Interesse an Brauchtum, Sport, Kultur und Gemeinschaft. "Die Landjugend verbindet Jugendliche im Ort, aber auch im gesamten Bezirk und bringt neuen Wind in alte Bräuche", sagt Carina Engleder von der Ortsgruppe Niederwaldkirchen. "Es macht Spaß, neue Leute kennenzulernen, wenn man auswärts unterwegs ist, aber es ist auch toll, innerhalb der Gruppe etwas zu unternehmen und den Zusammenhalt zu stärken", ergänzt Oliver Höglinger von der Ortsgruppe Neustift-Rannariedl. So nehmen die 800 Mitglieder des Bezirkes an Sportwettkämpfen teil und pflegen Bräuche wie Maibaum-Aufstellen, Schuhplatteln, Sonnwendfeuer, Erntedank oder Fasching. Auch an Umweltsäuberungsmaßnahmen beteiligen sie sich. Zudem organisieren sie: Ausflüge, Messen, regionales Frühstück, Osterjause, Mostkost, Bälle, Punschstände, Frühschoppen oder Kartenturniere. Fixpunkte im Landjugend-Kalender sind auch landwirtschaftliche Events wie das Bezirkspflügen, der Bezirks-Forstbewerb oder der Landesentscheid im Mähen. Und die Mitglieder können sich auf Bezirks- und Landesebene stets weiterbilden. Mittels der Aktion "Tat.Ort Jugend", die auf die Bedeutung des Ehrenamts hinweist, setzt die Landjugend zudem gemeinnützige Projekte um. In Niederwaldkirchen wurden so die Gartenanlage im Kindergarten, das Freibad und der Fit- und Kneippweg restauriert. In St. Martin bemalten Jugendliche mit 20 Kindern Siloballen und brachten den Kleinen das Leben am Bauernhof näher.

Ein Thema – viele Projekte

Jedes Jahr gibt es ein überregionales Thema der Landesorganisation. 2016 war dies "Zusammen halten, Land gestalten – gemeinsam Vielfalt erleben". Danach können Gruppen Aktivitäten ausrichten. In Sarleinsbach entstand so das Projekt "Banknachbar – gemeinsam statt einsam". Dafür wurde gemeinsam mit Klienten der Sozialeinrichtung Arcus eine Holzbank angefertigt, die heuer am Lebensblickeweg Sarleinsbach ihren Platz finden wird. In Putzleinsdorf realisierte man den "Garten der Vielfalt". Eine Fläche wurde gemeinsam bewirtschaftet. Heuer lautet das Thema "Dorfverstand – bewusst regional". Man darf gespannt sein auf die Projekte.

Zur Sache

• Die Landjugend ist mit 90.000 Mitgliedern die größte Jugendorganisation in Österreich und ist für Menschen zwischen 14 und 35 Jahren gedacht.
• Im Bezirk Rohrbach gibt es 12 Ortsgruppen: Arnreit (100 Mitglieder), Helfenberg (45 Mitglieder), Kleinzell (20 Mitglieder), Neustift-Rannariedl (55 Mitglieder), Niederwaldkirchen (75 Mitglieder), Putzleinsdorf (130 Mitglieder), Sarleinsbach (82 Mitglieder), St. Johann (77 Mitglieder), St. Martin (90 Mitglieder), St. Peter (24 Mitglieder), St. Veit (30 Mitglieder), Ulrichsberg-Julbach (70 Mitglieder).
• Im Fokus stehen: Mitgestalten des ländlichen Raumes, Mitreden & Mitentscheiden (jeder kann Ideen einbringen), Spaß, aber auch Verantwortung (Mitwirken im Vorstand, Übernehmen von Aufgabenbereichen), Gemeinschaft & aktive Freizeitgestaltung, Vernetzen & Kennenlernen.

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Annika Höller aus Rohrbach | 04.04.2017 | 09:04   Melden
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