21.06.2017, 07:54 Uhr

Lions helfen im Land der Löwen

Regenwassertanks sammeln Trinkwasser für Dürrezeiten von den Dächern.

Der Lions Club will Projekte in Tansania mit 200.000 Euro unterstützen

TANSANIA, OÖ (bayr). Eine kleine Delegation war mit Entwicklungshelfer Franz Hehenberger, Geschäftsführer des Vereins Sei so Frei, vorige Woche in Tansania, um sich über umgesetzte Projekt zu informieren. Seit 16 Jahren werden Menschen in der Mara-Region erfolgreich unterstützt. Schwerpunkte sind die Versorgung mit sauberem Trinkwasser durch Regenwassertanks und Tiefbohrbrunnen, Wiederaufforstungsprojekte, heimische Saatgutzucht und Landbau-Schulungen. Allen klimatischen, sozialen und wirtschaftlichen Widrigkeiten zum Trotz konnten sich bereits rund 100.000 Menschen einen Lebensraum schaffen. „Es erforderte viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Kreativität, um 20 Dörfer auf ihrem Weg heraus aus Hunger und Perspektivenlosigkeit zu begleiten“, erklärt Franz Hehenberger. Er will nun in einem weiteren Distrikt mit Entwicklungshilfe starten. Der Lions Club Österreich wird die Finanzierung wichtiger Projekte für ein Jahr übernehmen. „Ich bin optimistisch, dass wir 200.000 Euro für Tansania aufbringen können“, sagt Distrikt-Ost-Governor Heinz Schmid. „Hier wurde bisher gute Arbeit geleistet, die zwar als Ganzes gesehen nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Aber wir wollen diese Hilfe weiter vorantreiben. Wir Westeuropäer müssen es schaffen, dass sich Menschen hier selber ernähren können.“

Details von der Reise nach Tansania und der Entwicklungsarbeit vor Ort:
meinbezirk.at/2161300

Zur Sache:

Die Entwicklungshilfe-Projekte in Tansania können unter "Sei so frei – kmb Linz", AT30 5400 0000 0069 1733 unterstützt werden. Die Spenden sind steuerlich absetzbar.

Gespendet werden kann auch unter:
Lions Clubs International D 114 Mitte
Projekt „Land zum Leben“
IBAN AT68 1200 0515 6410 0909

Weitere Stolpersteine in der Mara-Region:

• Mangelnde Bildung, fehlendes Wissen im Landbau:
Dank GGF bekommen die Bauern in den Dörfern Know-How im Landbau. Neben einem Saatgutvermehrungs-Projekt, wird den Bauern auch gezeigt, wie man die Böden fruchtbarer machen kann. Mithilfe von Leguminosen, welche in den Maifeldern dazwischen gebaut werden, soll Stickstoff aus der Luft gebunden und an den Boden weitergegeben werden. Steven Oyoga, Chef der Gruppe, ist froh, dass dank GGF neue Häuser im Dorf gebaut werden konnten und dass bei der Mais-Aussaat jetzt viel sparsamer gearbeitet wird. "Dazu wird ein Seil gespannt. Daran entlang werden die Körner in den Boden verteilt", berichtet er stolz.
In den Schulen gibt es Wiederaufforstungsprojekte. Den Kindern wird erklärt, wie wichtig Bäume sind. Sie spenden Schatten und liefern Brennholz. Nach der Schule bewachen sie die Bäume, damit die jungen Pflanzen nicht von Tieren zertrampelt werden. In den Ferien kommen sie regelmäßig, um die Bäumchen zu gießen.

• Fehlende Gesundheitsstationen: Im Distrikt Butiama gibt es für 95 Dörfer nur fünf Versorgungszentren. Unter einem Versorgungszentrum versteht sich eine Hütte mit insgesamt vier Räumen, davon zwei Untersuchungszimmer und einem Raum mit zwei Krankenbetten. Ein weiteres Ziel, das GGF gemeinsam mit der Bezirksvorsteherin Annarose Nyamubi erreichen will, ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Nur etwas mehr als 50 Prozent der Menschen dort, haben diese Möglichkeit.

• HIV: GGF bietet auch Aufklärung zum Thema HIV und Aids. Polygamie ist in Tansania weit verbreitet. Immer wieder infizieren Männer ihre Ehefrauen mit HIV. Diese wiederum stecken bei der Geburt ihre Kinder an. Das Leben mit HIV ist beschwerlich, wie eine Gruppe in Musurura erklärt. "Einmal pro Monat müssen wir viele Kilometer in ein Krankenhaus gehen, um Medikamente zu erhalten", erklärt Cecillia Hermann. Viele können sich den Bus nicht leisten und sind zu schwach, die Strecke zu Fuß zu bewältigen. Die Gruppe benötigt drigend einen Ochsenwagen, um die körperlich schwere Arbeit auf dem Feld besser bewerkstelligen zu können. Von ihrem Mann infiziert wurde Cecillia. Ihr Mann ist im Mai verstorben. Nun sieht es die Tradition vor, dass sie einen Verwandten ihres Mannes heiraten soll. Dagegen wehrt sie sich: "Ich bin froh diese Last los zu sein, ich brauche kein Gepäck mehr."

• Weibliche Genitalverstümmelung: Obwohl die Beschneidung von Frauen bereits viele Jahre offiziell verboten ist, ist sie noch immer gang und gäbe in Tansania. Das Ritual, begründet auf Traditionen, ist grausam und barbarisch. "Buben des Dorfes halten die Mädchen an Händen und Füßen fest", schildert Justine Kitambi. Sie wurde vor ihrer Heirat im Alter von 15 Jahren beschnitten und leidet noch heute unter den Folgen. Die 54-Jährige setzt sich seither dafür ein, dass mit dieser Tradition gebrochen wird. Die Mutter von vier Kindern hat ihren drei Töchtern diese Tortur erspart.
Ein weiteres Problem der Beschneidungen ist, die mangelnde Hygiene bei der Durchführung. Oftmals werden mehrere Mädchen mit dem gleichen Messer beschnitten. In vielen Fällen wird dabei das HI-Virus übertragen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.