07.10.2017, 12:42 Uhr

Wenn das Adlerkino brennt: Einsatzkräfte probten Ernstfall

HASLACH (anh). Das Adlerkino in Haslach wurde in den 1950er-Jahren erbaut, in den 1980er Jahren renoviert und schlummerte dann im Dornröschenschlaf vor sich hin, bis dem ehrwürdigen Lichtspielhaus letzten Herbst wieder Leben eingehaucht wurde. Seither öffnet es wieder regelmäßig seine Saaltüren für Filmvorführungen und Veranstaltungen. Diese Geschichte liest sich eigentlich ganz furchtlos, was aber würde passieren, wenn dort einmal ein Feuer ausbrechen würde? Genau mit diesem Szenario beschäftigten sich die Feuerwehren Haslach, Hörleinsödt und Rohrbach. Dafür hatten die beiden Haslacher Feuerwehrmänner Clemens Ornetzeder und Thomas Kirschner eine Übung ausgearbeitet. Ziel dabei war es, die Chaosphase, also die Zeit zwischen dem Eintreffen der Wehren und dem Zeitpunkt, an dem die Lage unter Kontrolle ist, zu üben.

Brand bekämpfen, Menschen retten

Gestern war es dann soweit: Um dreiviertel sieben kam es zur Alarmierung. "Brand mit Menschenansammlung" lautete das Stichwort. Die ersteintreffende Feuerwehr aus Haslach unter der Leitung von Kommandant Florian Thaller erkundete die Lage, die beiden weiteren Wehren und drei Rettungswägen aus Rohrbach und St. Veit folgten. Es wurde die Alarmstufe eins ausgerufen. Etliche Verletzte und traumatisierte Personen, die sich vor dem Kino angesammelt hatten, galt es zuerst einmal vom Brandort in den Durchgang unter das Rathaus zu bringen und die Wasserversorgung für den Außenangriff vorzubereiten. Letzteres geschah binnen zwölf Minuten. Atemschutztrupps drangen dann in das stark verrauchte Kino ein und mussten noch ein Kind und einen Erwachsenen von dort herausschaffen. Der Brandherd konnte schließlich im vorderen Bereich der Scheinwerfer des Kinos lokalisiert werden. Auch Fragen der Presse mussten sich die Florianis zwischendurch stellen. In einer knappen dreiviertel Stunde hatte man die Lage unter Kontrolle.

Im Ernstfall viel zu tun

Als äußerst hilfreich hatte sich einmal mehr die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rotem Kreuz herausgestellt. Übungen wie diese sind essentiell, um im Ernstfall rasch und gut zusammenarbeiten zu können. Bei der Nachbesprechung lobten die Übungsverantwortlichen, dass die Chaosphase schnell überwunden werden konnte und auch mit der Brandbekämpfung rasch begonnen wurde. Etwas knifflig war für die Beteiligten das Auffinden des zweiten Ausganges auf der anderen Seite des Kinos. Zudem sei der Lüfter etwas zu spät eingesetzt worden und im Ernstfall wären wahrscheinlich andere Funkmodalitäten zielführender gewesen. Jene Florianis, die sich um die Drehleiter gekümmert hatten, hätten sich schon zu Beginn mehr Informationen gewünscht, um die Leiter dementsprechend für Brandbekämpfung oder Menschenrettung aufstellen zu können. Ansonsten verlief die Übung aber reibungslos. Bei diesem Szenario hatte man sich auf 17 Opfer beschränkt, in das Kino passen aber 200 Personen. Im Ernstfall würden daher wahrscheinlich wesentlich mehr Einsatzkräfte gebraucht werden. Aber an das wollen wir jetzt noch nicht denken. 
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