25.08.2016, 00:00 Uhr

„Das Schifahren war mir einfach zu kalt“

Auf die Frage, wie er sich motiviert, wenn ihn das Training einmal nicht freut: „Das gibt es nicht. Ich habe immer Freude daran“. Er konnte sich heuer schon siebenmal in die Torschützenliste eintragen

Ex-LASK-Profi Sebas-#+tian Schröger kickt bei der Sportunion St. Martin. Er ist dort Spielmacher.

JULBACH (gawe). 26 Fußballprofis gibt es beim LASK. Einer davon war bis Ende Dezember 2015 Sebastian Schröger. Bereits im zarten Alter von acht Jahren hat er seine Fußballschuhe bei der Union Julbach zerrissen. Sportlich steil bergauf ging es nach dem Besuch der Sporthauptschule Ulrichsberg und des Sport-BORGs Linz. Ein Landesmeistertitel im Snowboarden (U18) und mehrmalige Siege bei der OÖ Snowboard-Tour folgten. „Aus Zeitgründen habe ich mich schließlich für Fußball entschieden. Außerdem war mir das Skifahren zu kalt. Nach einem Probetraining beim LASK bin ich sofort genommen worden“, schildert „Sebo“ seinen steilen Aufstieg im Alter von 15,5 Jahren.

4,5 Jahre beim LASK
Vor viereinhalb Jahren wurde es ernst: „Beim Spiel gegen den FC Wels hat mich der Cheftrainer Walter Schachner beobachtet. Eine Woche drauf habe ich erfahren: Ich soll mich bei ihm melden. Ich habe mit der Kampfmannschaft mittrainiert. Meine Spielweise hat gepasst. In der Profiliga geht es allerdings viel schneller und härter zur Sache. Kleine Stoppfehler werden sofort mit Ballverlust bestraft. Die Zeit am Ball ist viel weniger geworden“, ist damals für den Ballzauberer die Luft am Rasen wesentlich dünner geworden. „12.000 Beobachter erzeugen ein ungeheures Gänsehautfeeling. Wenn dich die Zuschauer ausbuhen, putscht mich das so richtig auf. Jetzt zeig' ich euch, dass ich Fußballspielen kann“, erzählt er von der Stimmung beim Derby gegen BW Linz. Seit Jänner trägt er nun den Dress der Sportunion St Martin: „Nach 4,5 Profi-Jahren wäre der Vertrag mit dem LASK im Juli ausgelaufen. Profiverträge beim FAC oder Austria sind zur Auswahl gestanden. Das Ganze verbunden mit einem Umzug nach Wien oder Salzburg.“ Nach reiflicher Überlegung entschied der 25-Jährige: „Das Studium ist mir wichtiger.“ So spielt er jetzt zwei Ligen tiefer.

Verdienstmöglichkeiten
„Laut Kollektivvertrag gibt es für den Profi 1100 Euro brutto im Monat. Es soll allerdings einige geben, die um die 10.000 Euro im Monat kassieren. So einen Vertrag habe ich jedoch nie unterschrieben." (Anm.: Als Amateur kriegst du höchstens 540 Euro im Monat – im Fußball-Unterhaus ist das seit 2010 eine magische Grenze. Diesen Betrag dürfen die Amateurkicker pro Monat steuerfrei verdienen. Wer einem Spieler mehr als diese 540 Euro bezahlen will, muss ihn als Arbeitnehmer anmelden, wobei bis zu einem Betrag von 366 Euro (also insgesamt 906 Euro) eine geringfügige Beschäftigung vorliegt). Über sein letztes Gehalt beim LASK sagt er nur soviel: „Ich konnte davon leben.“

Herz für den Fußball
Seine Rolle als Spielmacher oder „Staubsauger“ erklärt er so: „Als Spielmacher brauchst du eine gute Spielübersicht. Ich spiele vor den vier Verteidigern“. Trainer Samir Hasanovic freut sich darüber, dass Sebastian 90 Prozent aller Zweikämpfe gewinnt: „Er ist kampfstark, intelligent und schnell und kann auf jeder Position spielen. Er ist absolut unverkäuflich.“

Intelligente Fußballer
Großes Vorbild von Schröger ist Andres Iniesta vom FC Barcelona. Auf die Frage, wie er den Nichtaufstieg des LASK sieht: „Scheiße. Ich leide immer noch mit. Ich war in der Herbstsaison zwar nur kurz im Einsatz, wäre aber als Mannschaftsmitglied auch Meister geworden.“
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