04.09.2014, 00:00 Uhr

Es fliegt, es fliegt... Günther Bocksrucker

Die Freude an der Bewegung überwiegt: „Wenn du die Möglichkeit hast, mit Gleichaltrigen zu sporteln, nütze sie. Du sollst nie aufhören, dich sportlich zu bewegen.“

Der 74-Jährige spielt Faustball in der Meisterschaft. Er hat 52 Jahre Spielpraxis.

HASLACH (gawe). Seinen Einstieg beim neuen Verein SV Haslach schildert Günther Bocksrucker so: „Ursprünglich war ich seit 1962 bei ASKÖ Linz Stammspieler. 2013 haben mich die Haslacher Faustballer eingeladen, die Seniorenmannschaft zu verstärken.“ (Anm: Hier muss man über 30 Jahre alt sein, um mitspielen zu dürfen). Das Ergebnis des Probetrainings: Nach ein paar Seiterln und ein paar Leberkäsesemmeln war es fix: Günther, inzwischen wieder in Haslach wohnhaft, wird ablösefrei vom neuen Verein SV Haslach „gekauft“. In seiner Altersklasse AK V (Über 65-Jährige) fand sich allerdings keine ganze Mannschaft. Es gab zu wenig ältere Spieler. Die Lösung: Der Vorzeigesportler kämpft in der Gruppe AK III (über 55-Jährige) mit.

Jüngere Mitspieler
Seine Mitspieler zählen im Schnitt zehn Lenze weniger als er. Als Hintermann verstärkt er seitdem eine der vier (!) Haslacher Faustballmannschaften in der Bezirksliga. Gefragt als „beidhändiger“ Aufspieler schildert er seinen totalen Einsatz so: „Ich laufe jedem Ball nach, als würde es um mein Leben gehen. Auch wenn es aussichtslos erscheint.“ Die Nervosität vor dem Match hat sich nach 52 Jahren Spielpraxis gelegt. Begonnen hat seine Laufbahn, als ihn ein Bürokollege zum Faustballtraining mitnahm. Fragte er zuerst: „“Faustball, was ist denn das für ein Sport“, zeigte sich sofort sein gutes Ballgefühl. Der baldige Einstieg in die Meisterschaft mit seinem Team war dann keine Hexerei mehr. Da er als Schläger zu klein war, blieb ihm der Platz als Hintermann. Im Tiefflug Richtung Ball zu fliegen, beherrscht er auch mit 74 Jahren noch meisterhaft. Ein Rippenbruch bei einer Landung konnte seine Flugbegeisterung nicht bremsen.

Reaktionsschnell
Reaktionsschnelligkeit und gutes Ballgefühl sind auch mit 74 noch seine Begleiter. "Du musst wissen, wie der Ball springt“, ist er überzeugt. Beachtlich auch die Titelsammlung des pensionierten Magis-tratsbeamten: Landesmeister 1966 und 1968, ASKÖ Bundesmeister 1967, Österrreichischer Meister (ÖM) in der Halle AK IV 2012 und 2013, ÖM Feld AK III 2013. Zuletzt gab es im August bei der ÖM in Arnreit den vierten Platz in der AK III (wo er mangels Gleichaltriger in der Mannschaft mit den „Jungen“ = unter 60-Jährige mitspielte).
Als immer noch eifriger Trainierer hat er die Meinung: "Du sollst nie aufhören zu trainieren".
Warum er nicht mit den ganz Jungen trainiert? Die würden dann sehen, dass sie schwächer spielen als ich.“
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