01.12.2016, 11:00 Uhr

In der Gastronomie gibt's weltweit eine Job-Garantie

Michaela Steininger führt das Familienhotel Bruckwirt. Die 40-Jährige hat zwei Kinder.

Michaela Steininger setzt sich bei Frau in der Wirtschaft (FidW) für Tourismus und Lehrlinge ein.

LEMBACH. Michaela Steininger (40) ist Chefin des Kinderhotels und Wirtshauses Bruckmühle. Als Mitglied des Führungsteams von Frau in der Wirtschaft liegen ihr die Themen Lehrlinge und der Tourismus am Herzen. Was sie ändern möchte, das hat sie uns verraten.

BEZIRKSRUNDSCHAU: Warum sind dir Lehrlinge ein Anliegen?

Steininger: Wir im Tourismus waren als Erste vom Lehrlingsmangel betroffen. Derzeit ist es schwierig welche zu finden.

Wo muss man ansetzen, um in diesem Bereich etwas zu verbessern?

Die Gastronomie hat in den letzten Jahren einen schlechten Ruf als Arbeitgeber bekommen. Ich denke man darf aber nicht nur die Arbeitszeit sehen. Wer in der Gastronomie arbeitet, erlebt viele lebendige und lustige Momente. Wenn es nur nach den Arbeitszeiten geht, dann ist es in vielen anderen Branchen ebenfalls so, dass man am Wochenende arbeiten muss.

Wo ist der große Vorteil des Gastronomieberufs?

Man hat als junger Mensch sofort die Chance, auf der ganzen Welt zu arbeiten. Am Schiff, am Berg oder sonstwo. Mit einer Gastronomieausbildung hat man auch eine Job-Garantie. Gute Leute sind immer gesucht.

Was können die Wirte tun, um Mitarbeiter zu bekommen?

Man muss in einem Betrieb gut auf die Lehrlinge eingehen können, gemeinsam ist die Devise. Ich bin zum Beispiel Teil der Aktion "Heartbeat". Hier geht es speziell um Lehrlinge im Gastrobereich. Sie können sich untereinander vernetzen, ebenso wir als Ausbildner. Es gibt dort wertvolle Tipps, wie man bei der Ausbildung richtig ansetzt. Ich denke auch, dass es wichtig ist, sich Zeit zu nehmen, wenn jemand ins Schnuppern kommt. Man muss den Jungen im Beruf auch etwas zeigen, sie nicht nur danebenstehen lassen.

Was zeichnet den Tourismus im Bezirk aus?

In den letzten Jahren hat sich sehr viel entwickelt. Es wurden viele Angebote, speziell Freizeitangebote für Familien geschaffen. Das hat sich der Bezirk sehr positiv entwickelt.

Können Sie kurz Ihren Betrieb – das Kinderhotel Bruckwirt – beschreiben? Wie viele Lehrlinge haben Sie derzeit?

Wir waren im Jahr 2000 das erste Kinderhotel in Oberösterreich. Wir sind zu 100 Prozent für Familien mit Kindern eingerichtet. Seit 1948 sind wir ein Familienbetrieb. Wir haben sechs Angestellte, davon zwei Lehrlinge. Auch meine Eltern helfen noch fleißig mit.

Warum sind Sie bei Frau in der Wirtschaft engagiert?

Wir sind ein bunter Haufen – berufsübergreifende Kontakte entstehen dadurch. Wir können uns austauschen und bekommen gegenseitig Einblick in die jeweils andere Branche. Das ist für mich das Wichtigste und die Ergänzung zu Heartbeat, wo nur die Gastronomie vertreten ist.

Stichwort Karriere und Famiie. Sie sind Mutter von zwei Mädchen, wie haben Sie das unter einen Hut gebracht?

Wir sind ein Familienbetrieb. Wenn mehrere Generationen unter einem Dach leben, hat das viele Vorteile. Die Kinder waren oft einfach mit am Arbeitsplatz. Wir hatten sogar schon Mitarbeiterinnen, die ihre Kinder mitgenommen haben – da war die Stelle im Kinderhotel praktisch (lacht).
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