Felberstraße: Alarmstufe Rot-Licht

Wirkt ruhig, ist sie aber nicht: Die Felberstraße ist einer der Zentren der städtischen Prostitutionsszene.
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  • hochgeladen von Michael Riedmüller

Das Straßenstrichproblem wird immer extremer

Neuer Rotlicht-Club in der Felberstraße bringt für die Anrainer das Fass zum Überlaufen. Der Bezirk erhob Einspruch, kann die Eröffnung aber nur verzögern. Bezirksvorsteher Zatlokal hofft auf ein neues Gesetz.

„Seitdem die Wahlen vorbei sind, ist die Situation wieder um ein einiges schlimmer geworden“, sagt Gabriele Schön. Mit der Bürgerplattform Felberstraße engagiert sie sich gegen den Straßenstrich. Wie für viele andere Anrainer ist für sie die Situation in den vergangenen Jahren und Monaten eskaliert. Nun, da es laut Schön wieder weniger Polizeipräsenz gebe, sei es noch einmal extremer geworden. Und nun soll in der Felberstraße auch noch ein Rotlicht-Club, der derzeit geschlossen ist, wieder eröffnen – mit neuer Barkonzession. Der Tropfen, der für viele Anrainer das Fass zum Überlaufen brachte.

Große Belastung
So ein Lokal ziehe viele Straßenprostituierte an, sagt Schön. Da drinnen nicht angebahnt werden dürfe, verteilten sich die Frauen auf der Straße. Für die Anrainer hätte das sehr unangenehme Folgen, wie die Erfahrung mit Lokalen dieser Art zeigte. „Wenn ich mit meinen Kindern zur Schule gehe, komme ich bald an fünf Rotlicht-Bars vorbei“, sagt Schön. Auch die Lärmbelästigung sei eine große Belastung. Außerdem werden Frauen, die im Grätzl wohnen, oft selbst von Freiern angesprochen.

Neues Gesetz notwendig
Zu verhindern ist die Eröffnung des Lokals nicht, auch wenn der Bezirk Einspruch erhob. „Wir können die Genehmigung aber nur verzögern, verhindern können wir sie leider nicht“, sagt Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal. Denn rechtlich gesehen seien den Behörden die Hände gebunden. Derzeit seien die Möglichkeiten beschränkt, sagt auch die Chefin der Bezirks-Grünen Birgit Hebein, die sich schon seit Langem mit dem Problem auseinandersetzt.. „Mit einem neuen Bordellgesetz wäre eine Lösung einfacher“, erklärt Zatlokal. Auch Hebein hofft, dass schon bald eine wienweite Lösung kommen wird. „Wichtig ist, dass keine Regelung ohne die Betroffenen geschafft werden kann.“ Die Grünen fordern außerdem Laufhäuser, um den Straßenstrich zumindest einzudämmen. FP-Gemeinderat Dietbert Kowarik kritisiert die derzeitige Regelung ebenfalls: „Dass gerade in diesem Gebiet Prostitutionsanbahnung erlaubt ist, zeigt die Schwäche und Ungerechtigkeit der Zonenregelung.“

Pilotprojekt läuft aus
Für die Anrainer ist eine Lösung der Situation dringender denn je. Ende November läuft das Pilotprojekt im Bezirk aus, das den Straßenstrich auf zwei Straßen begrenzen hätte sollen. Der Erfolg blieb bisher aus. Nun soll über ein neues Gesetz gesprochen werden. „Wichtig ist, die Straßenprostitution von der Bevölkerung zu entflechten“, sagt Zatlokal. Auch Schön hofft, dass die Stadtpolitik das Problem in naher Zukunft angeht. Ihr sei wichtig, dass sich die Szene stärker verteilt. „Es ist vor allem die Dichte der Lokale, die große Probleme erzeugt.“

Wirkt ruhig, ist sie aber nicht: Die Felberstraße ist einer der Zentren der städtischen Prostitutionsszene.
Die Steine, die den Strich bedeuten: Nachts wird das Grätzl zum heißen Pflaster.

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