Papa und die parallelen Buben: Eine schöne Bescherung

Martin Wolfram, Zwillingsvater und Unternehmer

Was für ein friedvolles, wunderbares Weihnachtsfest. Schön gesungen, gut gegessen, ein harmonisches Miteinander der Generationen, und die ganze Familie inklusive der unglaublich braven parallelen Buben ist beseelt und entzückt. Auch die Bescherung: in liebevoller Zuneigung überlegte, teils auch selbst gebastelte Geschenke werden überreicht, es wird umarmt und geküsst, gelacht und gerührt, es ist alles perfekt, bis - ja bis die parallelen Buben einfordern, ihre Kartons mögen aufgemacht und die darin befindlichen Universen zusammengebaut werden. So endet das Weihnachtsfest. Die Erwachsenen hocken am Boden und plagen sich mit den Plastikfiguren zweier verschiedener Hersteller - die besser ausgestattet sind als mein Haushalt es je sein wird. Baupläne werden begutachtet, millimeterkleine Plastikteile ineinander gesteckt und teilweise auch noch, im dritten Anlauf endlich passend, mit winzigen Aufklebern bestückt. Die parallelen Buben sind natürlich höchst aufgeregt und laufen ständig zwischen Ninjatempel, Tierfarm, Polizeistation und Rettungsinsel hin und her - was zu verschleppten Teilchen und blanken Nerven führt.

Erst am nächsten Abend werde ich nach stundenlangem Martyrium mit einer Hand voll übriger Teile neben einem zusammengebauten Tempel sitzen. „Die sind Reserve“ sagen die parallelen Buben völlig überzeugt. Sie sind ja so lieb. Ich hoffe sie freuen sich nächstes Jahr über die vielen Bücher.

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