17.10.2016, 11:08 Uhr

150 Jahre Turnverein Sechshaus: "Am Turnplatz sind alle gleich"

Damals wie heute schätzt der Turnverein Sechshaus gute Gesellschaft und gesunden Kampfgeist. (Foto: Turnverein Sechshaus)

Einer der ältesten Turnvereine Wiens, der Turnverein Sechshaus, feiert 150 Jahre Bestehen.

RUDOLFHSEIM-FÜNFHAUS. Der Turnverein Sechshaus steht für Tradition und Gesellschaft. Es ist kein reiner Sportverein, es gibt auch viele Facetten, die im Hintergrund eine große Rolle spielen. Obmann Dietmar Kowarik übernahm den Verein von seinem Vater und sorgt für das Wohlergehen seiner Schützlinge.

"Wir schätzen vor allem gute Gesellschaft. Da kommt es aber nicht auf den sozialen Stand an", so Kowarik. "Am Turnplatz sind alle gleich", wirft Vater Helmut Kowarik ein. Vor den mittlerweile üblichen Turnstunden in Schulen, stellte der Turnverein Sechshaus die Vorturner. Heutzutage gibt es eigene Lehrer dafür, der Verein kümmert sich aber weiterhin um Kinder.

Einige der sozial schwächeren Kinder leben in Wohngemeinschaften. Der Turnverein versucht sie zu motivieren und nimmt viele in den Verein auf. "Die Kinder freuen sich unheimlich, wenn sie auf Wettkämpfe oder Feste fahren können. Sie werden bei uns nicht anders behandelt, warum auch, wenn sie unproblematisch sind", so Obmann Kowarik.

Anekdoten der Vorturner

In 150 Jahren gibt es einiges an Geschichten. Manche gut und manche eher ungünstig. Helmut Kowarik erinnert sich gerne an die Turnfeste: "Die Turnfeste waren immer toll. Eigentlich hätten wir schlafen sollen, jeder, der nach 22 Uhr herumspazierte, brauchte eine Erlaubnis von den Vorturnern. Allerdings haben wir einen anderen Weg organisiert. Da wir in einer Schule geschlafen haben, haben wir uns gleich das nächste Klofenster offen gehalten. So konnten wir auch ohne Erlaubnis herumgeistern. Ich sehe das gern als Kampfgeist der Jugend", sagt Helmut Kowarik mit einem Grinsen im Gesicht.

Für den Sohn und derzeitigen Obmann Dietmar Kowarik gab es ein Zusammentreffen mit einer ehrgeizigen Mutter: "Der Junge war noch nicht lange bei uns. Trotzdem wollte er zu dem Wettkampf mit und schnitt leider nicht allzu gut ab. Die Mutter war allerdings ehrgeiziger als der Sohn und beschimpfte mich, was ich denn nicht mit ihrem Sohn täte, und warum er so schlecht abgeschnitten habe. Mittlerweile ist der junge Mann ein begeisterter Turner und ein treues Mitglied des Vereins. Diese Geschichte zaubert mir jedes Mal ein Grinsen ins Gesicht", so Obmann Dietmar Kowarik.

Der Verein setzt auch auf einige ehrenamtliche Vorturner, die sich in ihrer Freizeit um den Verein kümmern. Die Ausbildung zum Vorturner wird vom Verein in die Wege geleitet. Sollten sich talentierte Turner dazu bereit erklären, werden sie auf Lehrgänge in ganz Österreich geschickt.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.