07.10.2016, 14:18 Uhr

Mutti-Kulti: Eigenes Netzwerk für Mütter in Penzing und Rudolfsheim

Miriam Schaller mit der kleinen Marla.

Vom Spielplatz zum eigenen Verein: Miriam Schaller hat die Initiative "Mutti-Kulti" gegründet.

PENZING/RUDOLFSHEIM-FÜNFHAUS. Die Idee zu dem Verein "Mutti-Kulti" kam Miriam Schaller am Spielplatz. Die Mutter einer kleinen Tochter ist in der Hauskrankenpflege und in der Obdachlosenbetreuung tätig. "Als die kleine Marla dann überraschend in mein Leben trat, ergaben sich für mich ganz neue Perspektiven und Problemlagen", so Schaller.

Mutter und Tochter verbrachten viel Zeit am Spielplatz und Miriam Schaller fiel auf, dass viele Migrantinnen den Spielplatz im Sommer als Begegnungszone und als zweites Wohnzimmer nutzen. Dort trifft man sich und tauscht sich in der Community aus. "In Gesprächen mit den Frauen habe ich herausgefunden, dass die Mütter mit ihren Kindern großteils isoliert sind, wenn im Winter dieses soziale Netzwerk wegfällt. Diesen Zustand möchten wir mit der Initiative ‚Mutti-Kulti' ändern", sagt Schaller.

Wöchentliche Treffen

Gemeinsam mit Nachbarn und Kolleginnen stellte sie eine Website online und erarbeitete ein Konzept. Aktiv wird der Verein im 14. und 15. Bezirk sein. Ab 19. Oktober werden in den Räumlichkeiten des Sozial-vereins "Kiddy und Co. Penzing" in der Goldschlagstraße 144 von 9.30 bis 11.30 Uhr wöchentliche Treffen stattfinden.

Dabei sollen die Frauen den Verlust des sommerlichen Soziallebens ausgleichen können. Geplant sind auch Deutschkurse mit Kinderbetreuung. Außerdem sollen die Frauen auch auf andere weiterführende Beratungsangebote aufmerksam gemacht werden. Um Ängste und Hemmschwellen bei den Migrantinnen abzubauen, werden "Grätzelfreundinnen" gesucht, die aktiv auf die Betroffenen zugehen. Denn diese erreiche man nur über den persönlichen Kontakt, nicht über soziale Netzwerke, so Miriam Schaller.

Ehrenamtliche Arbeit

Diese "Grätzelfreundinnen" sind Mütter, die sich ehrenamtlich darum bemühen, Kontakte zu anderen Müttern in der Umgebung zu knüpfen. Langfristig ist geplant, mit Sponsoren zusammenzuarbeiten und Unterstützung aus öffentlichen Geldern zu lukrieren. Als sich Schaller zum ersten Mal zu einer Gruppe syrischer Mütter gesellte, reagierte diese zuerst mit Verwunderung. Doch sofort wurden ihr Kuchen und Sonnenblumenkerne angeboten und man kam ins Gespräch.

Mittlerweile gibt es Kontakte zu vielen anderen Communitys und diese mischen sich nun auch untereinander. "Wenn es um Mutter-Kind-Fragen geht, unterscheiden sich die Kulturen nicht so sehr", so Miriam Schaller.
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