02.02.2015, 08:32 Uhr

Nebenan im offenen Wohnzimmer

v.r.n.l.: Elisabeth Ettmann, Magdalena Scheicher, Martin Mayr mit Tochter Malena Pauer

it dem Nebenan ist eine neue Initiative für mehr Miteinander in der Nachbarschaft vor kurzem in der Schwendergasse 30 eingezogen. Ein Ort für die Nachbarschaft, ein Raum ohne Kunsumzwang und ein offenes Wohnzimmer ist die grundlegende Idee, doch den Initiatorinnen und Initiatoren geht es dabei um viel mehr.

RUDOLFSHEIM-FÜNFHAUS. Elisabeth Ettmann, Magdalena Scheicher, Martin Mayr und Valerie Adl wollen bewusst nur als Initiatoren des gemeinschaftlichen Nachbarschaftsprojektes gesehen werden.
Lediglich als diejenigen, die einen Anstoß gegeben haben, denn es wird gemeinsam mit allen Leuten gearbeitet, die sich einbringen wollen. Hervorgegangen ist Nebenan aus dem Nachbarschaftsprojekt Samstag in der Stadt, welches sich schon länger etwa für die Erhaltung des Schwendermarktes einsetzt.

„Das Nebenan ist als weiterer Zweig von Samstag in der Stadt zu sehen, das aus diesem Baum wie ein Ast gewachsen ist und sich entwickelt hat“, erklärt Elisabeth Ettman die Wurzeln von Nebenan. Es gibt Workshops zu Siebdruck, aus Alt mach Neu, Stricken und Häkeln, Kleidertauschpartys und wie man eine Nähmaschine bedient wird einem auch beigebracht.

Dabei wird das Können meist von Menschen aus der Nachbarschaft vermittelt. Frau Zorana aus dem Nachbarhaus zeigt den Leuten, wie sie eine Nähmaschine bedienen, Flo und Klaus vom PerpetuuMobile 2.3 in der Geibelgasse entwerfen gemeinsam mit den Teilnehmern Siebdruckmotive und es gibt auch einen offenen Kleider- als auch Bücherschrank. Dahinter steht die Vorstellung, dass der Wert im Auge des Betrachters liegt, wegwerfen blöd ist und das Selbstgemachtes eine wahre Freude sein kann. Dadurch wird auch der Blick auf den Konsum und das eigene Konsumverhalten kritisch geschärft.

Vernetzung und neue Ideen

Das Nebenan ist lediglich zur Zwischennutzung in der Schwendergasse 30, wo sie zumindest für fünf Monate bleiben können. Hier kommt ein weiterer Anspruch der Initiative ins Spiel, denn sie wollen auch im Bezirk etwas ändern und Bewusstsein für verbesserungswürdige Situationen schaffen. Leerstehende Räumlichkeiten besser nutzen, aktuelle Probleme diskutieren, sich für das Bleiben des Schwendermarktes einsetzen, scherzen und sich gegenseitig Ratschläge in schwierigen Situationen erteilen.

Das alles findet in einem völlig zwanglosen und vor allem konsumfreien Raum statt. Niemand wird gezwungen etwas zu konsumieren, wer kann, der unterstützt das Projekt mit einer kleinen Spende bei Miet- und Stromkosten, trägt mit Sachspenden wie Teppichen oder Pölstern etwa zur Gestaltung der Kinderecke bei oder bringt fairen Kaffee mit. Es ist ein Platz wo man ganz ohne Zwänge und Vorurteile völlig man selbst sein kann, dabei die Nachbarschaft besser kennenlernt und sich immer weiter Vernetzt.

Neue Ideen werden in dem ungezwungenen Freiraum schnell geboren: Musikworkshops für Kinder oder Reparaturworkshops für Dinge, die man durch Werkzeugeinsatz wieder in Gang bringen kann, anstatt sie einfach wegzuwerfen sind schon in Planung und ständig werden von allen Beteiligten gemeinsam neue Ideen aufgeworfen. Das Nebenan ist ein Ort für Jeden, ein Ort an dem Brücken zwischen unterschiedlichen Kulturen und Generationen geschlagen werden um gemeinsam für ein besseres, interessanteres und harmonischeres Zusammenleben in der Nachbarschaft zu sorgen.

Das Programm des Nebenan findet man auf derFacebookseite oder man schaut am besten persönlich entweder am Mittwoch von 9-12 Uhr oder am Donnerstag von 14-17 Uhr in der Schwendergasse 30 vorbei und informiert sich in gemütlicher Runde über anstehende Veranstaltungen und Aktivitäten.
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