Sound of Music - Glück für Salzburg
Hollywood and Reality

Die Burg Hohenwerfen im Hintergrund und Julie Andrews als Maria von Trapp mit ihren "Kindern" im Film "Sound of Music"
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  • Die Burg Hohenwerfen im Hintergrund und Julie Andrews als Maria von Trapp mit ihren "Kindern" im Film "Sound of Music"
  • hochgeladen von Sieglinde Walin

Aufgrund des Artikels über den Film „Sound of Music“ vom 16.6.2018 in den SN und auch der Hinweis jetzt in den Bezirksblättern Salzburg-Stadt (online) auf Sound of Music-Tours, veranlassen mich - auch wegen eines selber schönen erlebten Nachmittags mit so einer Tour, meine Gedanken hiezu samt Tipp an die Veranstalter und Institutionen online zu stellen:

Ich habe den Film „Sound of Music“ vor vielen Jahren im TV gesehen, aber erst nachdem mir in meiner ehemaligen amerikanischen Arbeitgeberfirma (auch vor vielen Jahren) ein Besucher aus USA nicht glauben konnte, dieses „wunderbare Movie“ (so seine Begeisterung dafür) nicht zu kennen! Ich war noch jung und dachte bei dem Titel eher an Mozart. Aber auch meine Eltern und Songs-kennende(n) FreundeInnen sagte dieser Film nichts. Nur eine Amerika-affine Kollegin, deren Mann schon damals TouristenInnen auf einer „Sound of Music Tour“ begleitete, erzählte uns, wie begeistert die AmerikanerInnen die Original-Drehplätze dieses in USA so bekannten und beliebten Films über die Familie Trapp in Salzburg und Umgebung besuchten und oft nur deswegen nach Salzburg kämen!

Dann vergaß ich dieses Movie, trotzdem ich oft am Mirabellplatz beim Vorbeigehen die Aufschrift „Sound of Music“ samt davor anstehenden TouristenInnen sah. Ich dachte mir jedesmal, was die TouristenInnen sich da wohl an Kitsch antäten…!
Nun bin ich in Pension und hole vieles nach, wie auch letztes Jahr eine „Original Sound of Music Tour“(€ 45,-). Ich wollte einfach hören und sehen, was bei so einer Tour für „TouristenInnen aus aller Welt, aber vornehmlich aus USA“ über die Familie Trapp, die 1938 von Salzburg in die USA emigriert ist, vermittelt wird. Tatsächlich wurde von der Reiseleiterin die ganze Geschichte im Bus erzählt aber immer zwischen „Movie“(Hollywood-Version) und „Reality“ unterschieden. Das fand ich sehr gut und natürlich alles in Englisch!

Ich kannte die Songs von Julie Andrews, Christopher Plummer und den schauspielernden Kindern nur ansatzweise und fand die Melodien eigentlich sehr motivierend, die da im Bus aus den Boxen kamen. Die charmante Reiseleiterin brachte fast alle zum Singen, außer mich, da ich die Texte auch nicht kannte. Ich war auch als einzige Österreicherin an Bord. Die Geschichte der Trapp-Familie, mit ihrer Auswanderung in die USA im schicksalhaften Jahr 1938, begann mich plötzlich zu interessieren. Der Nachmittag war informativ und unterhaltsam, das Wetter spielte mit und ich sah Menschen, die Freude hatten mitzusingen und die Original Drehplätze zu sehen (einige Drehorte konnten jedoch nur von Weitem erklärt werden).

Ich glaube die Stadt Salzburg, das Land, Bildungseinrichtungen, haben noch immer nicht wirklich erkannt, wie wertvoll diese sich wirklich zugetragene Familiengeschichte für Salzburg und Österreich ist und was sie dem amerikanischen Filmteam samt dafür komponierten Liedern verdanken. Auch wenn einiges eben anders dargestellt wird in dem Movie, nämlich Hollywood-like. Das Kloster im Nonntal wurde dadurch weltbekannt. Viele TouristenInnen fahren oft singend mit ihren E-Rädern zu diesem schönen Platz. Wenn sie dann den Friedhof mit den seit fast Ewigkeit dort stehenden einfachen Kreuzen sehen, denken sie wahrscheinlich nicht daran, dass man sich gar nicht dahinter verstecken könnte, wie sie es im Bus gehört hatten, dass sich die Familie Trapp hinter den Gräbern vor den Nazis versteckt haben soll, wie auch die Darstellung von „Flucht“ nicht stimmt. Auch das Alter der Kinder im Jahre 1938 war schon fortgeschrittener als im Movie dargestellt. Die Erwähnung der Fakten würde sich bei manchen TouristenInnen nicht gerade erfreulich auswirken, aber die ReiseleiterInnen mit ihrer unterhaltenden Art können das alles gut vereinen, um den „Sound of Music-Fans nicht ganz manche Illusion und Klischees über Österreich zu nehmen.

Endlich werden auch im „Sound of Music Museum“ in der Getreidegasse (leider nur aufgrund privater Initiative gegründet)„Fakten“ über die Geschichte der Familie Trapp aufgezeigt! Auch las ich das Buch von Gerhard Jelinek und Birgit Mosser-Schuöcker mit dem Titel „Die Trapp-Familie, die wahre Geschichte hinter dem Welterfolg“ mit großem Interesse.

Meiner Meinung nach sollte diese großartige wahre Story samt geschichtlichem Hintergrund (Ständestaat, und damals sehr wohl vielen Nazis in Salzburg - auch anders dargestellt im Film usw.) in Salzburgs Schulen aufgegriffen werden! Somit wären die später Berufstätigen in einer globalisierten Welt besser informiert, was alle Welt bereits kennt (Movie), nur in Österreich sagt den meisten der Film „Sound of Music“ nichts.

Es wäre doch empfehlens- und begrüßenswert, würde „die Stadt“, „das Land“, „Panorama Tours“ auch für die „Einheimischen und für die „nur“ Deutschsprachigen die Geschichte der Familie Trapp in ähnlicher Weise, vielleicht mit mehr „Reality-Bezug“ aufbereiten. Es wäre höchste Zeit! Wir bzw Österreich haben eine Bringschuld, wie in dem SN-Artikel „1965 So hallt in Salzburg der Sound of Music nach“, erwähnt wird, Fakten und Unterhaltung bezogen auf die Familie Trapp in Einklang zu bringen, wie ich finde auch in deutscher Sprache – und sei es nur zB. einmal pro Woche!
Sieglinde Walin

Autor:

Sieglinde Walin aus Salzburg-Stadt

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