Eindrücke im Zoo
Viel Schönes gibt es zu sehen, aber bitte Kinder immer im Auge behalten!

Lautes Liebesgeflüster..
19Bilder

       TV-Flucht
      (Ein Reality-Märchen!)

Ein eigenartiger Geruch kam in meine Nase, als ich im Wohnzimmer stand bei geöffneter Balkontüre. Draußen blauer Himmel, die Sonne am Horizont, kein Schnee mehr am Balkon, nur noch die Berggipfel bedeckt mit Schnee.
Die gestrige Universum-Sendung von der Steppe Afrikas lief nochmals vor meinem innerlichen Auge ab, es war eine wunderbare Sendung über Löwen und deren Aufzucht.
Nachdem ich ein sehr geruchsempfindlicher Mensch bin und Gerüche mein Gehirn gut abspeichert, wollte ich dieses einfühlende Geruchsempfinden der Sendung abschütteln und ging zurück in das Wohnzimmer mit dem integrierten Küchenbereich. Ich wollte mir etwas kochen.
Plötzlich kam mir vor, als hörte ich ein Geräusch - wie gestern in Universum – nur kurz. Was so ein Film alles ausmachen kann, dachte ich mir und schälte weiter die Kartoffeln. Ein Vogel draußen zwitscherte sehr laut herum, fast aufgeregt, dann fiel mir ein, dass ich in der Frühe – wie ich es sonst mache – noch kein Futter für die Vögel nachgelegt hatte. Dann machen sie sich gerne mit vermehrtem Gezwitscher bemerkbar! Also öffnete ich meine Körnerdose, ging damit hinaus auf den Balkon und legte eine Handvoll Körner ins Häuschen hinein. Nun nahm ich den Geruch viel intensiver wahr, als vorhin – es roch wie in einem Zoo – und ich schimpfte mich über meine blöde Wahrnehmung. Die Eindrücke von den Löwen im TV gestern beeinflusste anscheinend mein Riech- und Nervenzentrum sehr. Und so stark, dass ich in der Küche wegen des wahrgenommenen Gestankes das gekippte Fenster schloss, also blieb nur mehr die Balkontüre offen. Wenn ich zB Zwiebeln schneide, mache ich immer die Balkontüre auf, auch im Winter und kippe gleichzeitig das Fenster in der Küche, um den Zwiebelduft durchziehen zu lassen. Wieder widmete ich mein Tun den Vorarbeiten für eine Mahlzeit und versuchte, die Universumsbilder von gestern wegzubekommen.
Plötzlich hörte ich von draußen einen Laut wie von einem Wildtier und eine Luftwelle mit einem sehr intensiven Zoogeruch kam wieder in meine Nase. Ich dachte, nun ginge es mit mir völlig durch. Ich ging zwar um Mitternacht erst ins Bett, dennoch konnte ich deshalb nicht so übernächtig sein..! Mein Zustand gefiel mir gar nicht mehr. Ich ging ins Bad, das Fenster war gekippt und ich sah etwas herunterhängen durch die aufgeklebte Folie. Da hat wahrscheinlich meine Nachbarin, die über mir wohnt, ihre Blumen gegossen und ein Ast hat sich selbstständig gemacht und verfing sich noch im Halt ihrer Blumen, dachte ich. Der Zoogeruch war aber komischerweise im Bad noch intensiver geworden, ich schloss daher das Kippfenster mit einem Knall, sodass sich der Zweig bewegte. Ich war etwas verzweifelt über meinen nachwirkenden TV-Zustand! Also marschierte ich entschlossen in die Küche und befahl mir, mich endlich zusammenzureißen und die Universum-Sendung aus meinem Kopf zu bannen.
Ein plötzliches lautes Knurren ließ mich "wieder" in diese Welt von gestern abrutschen, ich ließ den Schäler fallen, rannte raus auf den Balkon – manchmal streunen Katzen herum und sie miauen oft in der Nacht furchtbar, das immer nervig ist. Vom 1. Stock sah ich nach unten in die Wiese, keine Katze weit und breit! Ich schaltete im Wohnzimmer das Radio auf, Johann-Strauß-Walzer .. und etwas lauter, damit ich auf andere Gedanken kam. Doch der beißende Geruch wurde jetzt vom Balkon her unerträglich, mir war zum Heulen zumute, nicht zum Lachen! Das kann doch nicht wahr sein, sinnierte ich, dass ich so verwirrt sei und mir das alles einbildete und stürmte wieder auf den Balkon. Nun hörte ich ganz deutlich und kräftig ein gefährliches Knurren eines Wildtieres oberhalb von mir. Ich hob meinen Kopf zur Terrasse meines Nachbarn und ich traute meinen Augen nicht, ich sah den Kopf eines wunderschönen Jaguars mit seinem angespannten Körper, bereit zum Sprung!
In dieser Schrecksekunde machte ich meine Augen auf, mein Herz pochte wie wild, ich schaute mich um und befand mich Gott sei Dank ohne Raubtier in meinem Bett. Ich war schweißgebadet, rang nach Luft, kroch aus dem Bett, schaute zum gekippten Schlafzimmerfenster, an dem nichts Herunterhängendes zu sehen war, schlich vorsichtig ins Bad, machte das Kippfenster ganz schnell zu und kroch fast auf allen Vieren vorsichtig um die Ecke ins Wohnzimmer. Puhh die Balkontüre war zu und das Kippfenster im Küchenbereich auch. Ich holte tief Luft und setzte mich mal nieder, um diesen gefährlichen Traum zu verdauen!

Beim Nachdenken fiel mir ein, dass gestern in den Nachrichten zu hören war, dass im Salzburger Zoo ein Jaguar ausgekommen sei, sie ihn aber nach 3 Stunden wieder eingefangen hätten.
Da habe ich nochmals Glück gehabt, dass mich der Jaguar nur in meinem Traum verspeisen wollte!

Autor:

Sieglinde Walin aus Salzburg-Stadt

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