Der Patient im Mittelpunkt: Gesundheitliche Primärversorgung als Win-Win-Situation

Mediziner Wolfgang Mückstein, DGKP Maria Kern, SGKK-Obmann Andreas Huss, AK-Gesundheitsreferentin Gabi Burgstaller, Hausarzt Christoph Dachs und der ehemalige Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer.
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  • Mediziner Wolfgang Mückstein, DGKP Maria Kern, SGKK-Obmann Andreas Huss, AK-Gesundheitsreferentin Gabi Burgstaller, Hausarzt Christoph Dachs und der ehemalige Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer.
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SALZBURG (ap). "Bis zum Jahr 2025 werden 60 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte das Pensionsalter erreichen. Die gesundheitliche Versorgung in ländlichen Regionen ist also gefährdet, wenn die Primärversorgungseinrichtungen nicht gestärkt werden", so Andreas Huss, Obmann der Salzburger Gebietskrankenkasse.

Die Weichen sind gestellt

Bund und Länder haben sich geeinigt, Primärversorgungseinheiten zu planen und auf bundesgesetzlicher Ebene umzusetzen. "Das Primärversorgungsgesetz, das den Rahmen für die Struktur dieser Einheiten festlegen wird, ist seit Kurzem in Begutachtung und soll in den nächsten Tagen in Kraft treten", berichtet AK-Gesundheitsreferentin Gabi Burgstaller. Bei einer Informationsveranstaltung in Salzburg wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen, aber auch die beiden möglichen Versorgungsstrukturen vorgestellt – abhängig von den örtlichen Verhältnissen entweder als ein Standort oder als Netzwerk an mehreren Standorten. "Bis zu 75 neue multiprofessionelle, interdisziplinäre Primärversorgungseinheiten sollen österreichweit in den nächsten vier Jahren realisiert werden, 200 Millionen Euro stehen dafür zweckgewidmet zur Verfügung. In Salzburg sind fünf Einheiten geplant", erläutert Huss.

Beispiele gibt es schon

In der Praxis heißt das, dass nach Möglichkeit verschiedene Professionisten aus dem Gesundheitsbereich in einem Zentrum vereint sind. Der Mediziner Wolfgang Mückstein vom Primärversorgungszentrum (PHC) in Mariahilf in Wien erläutert anhand seiner Erfahrung: „Die Patienten eines PHC profitieren weiterhin von den Vorteilen einer Hausarztmedizin und -kompetenz. Die personelle Ausstattung ermöglicht uns aber lange Öffnungszeiten ohne Urlaubsschließungen, kurze Wartezeiten sowie eine hohe Problemlösungskompetenz im administrativen Bereich – unter anderem durch die Beschäftigung einer diplomierten Sozialarbeiterin." Neben organisatorischen Vorteilen werden alle fachlichen Kernkompetenzen der Allgemeinmedizin abgedeckt. "Für pflegerische Anforderungen wie Wundversorgung steht Fachpersonal zur Verfügung, wie für psychotherapeutische Interventionen, die von der ebenfalls fix im Team arbeitenden Psychotherapeutin übernommen werden können“, so Mückstein. So sollen auch Krankenhausambulanzen entlastet und die Patienten bedarfsgerecht vor Ort versorgt werden.

Skepsis unter Hausärzten

Doch diese Bemühungen treffen bei einigen Medizinern in Salzburg auch auf Skepsis. "Manche niedergelassenen Ärzte fürchten dadurch Konkurrenz und dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird. Das ist aber sicher nicht der Fall. Vielmehr geht es um eine Aufwertung des Berufes und um faire Arbeitsbedingungen", erklärt Burgstaller, ehe sie das Wort an Christoph Dachs, Praktischer Arzt in Hallein-Rif, übergibt. Ihm ist die Problematik durchaus bewusst. "Wir müssen neue Formen andenken. Und natürlich ist die fehlende Möglichkeit, Ärzte anstellen zu dürfen, ein riesiger Hemmschuh", so der Mediziner, der aber entgegen einiger Bedenken seiner Kollegen festhält: "Die Lebensqualität der Ärzte und Mitarbeiter ist durch Gruppenpraxen massiv gestiegen."
Als Verfechter von Primärversorgungseinheiten tritt auch der ehemalige Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer auf. "Jeder Bürger hat das Recht auf bestmögliche gesundheitliche Versorgung, gleichzeitig müssen wir aber auch für die Ärzte was tun. Sie brauchen optimale Arbeitsbedingungen."

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