Buchpräsentation in der Edmundsburg:"Wir werden Nerven brauchen"
Arnold und Stefan Zweig in der Zwischenkriegszeit

Des unveröffentlichten Briefwechsels (1919-1940) zwischen dem 1887 in Niederschlesien in bescheidenen Verhältnissen geborenen Arnold Zweig und dem 1882 gut situierten Wiener Stefan Zweig nimmt sich die Literaturwissenschafterin Jasmin Sohnemann an und liefert überraschende Erkenntnisse. Ihre literaturhistorische Studie stellt in der Germanistik gängige Zweig-Interpretationen in Frage. Der 20 Jahre -von Schweigejahren unterbrochene- andauernde Briefwechsel zeugt von anfangs gemeinsamer 1.WK-Begeisterung und unzeitgemäßen Äußerungen. Beide sind Anhänger der Psychoanalyse Freuds, beide publizieren in kommunistischen Blättern. Der Analytiker Arnold outet sich als Neider: "Ihr (=Stefan Zweigs) Narzissmus des Künstlers lässt analytisches Denken nicht zu". Stefan Zweig schätzt das Privateigentum überraschenderweise nicht heilig, bewundert das Menschliche, den Kampf für eine Idee, nicht das Politische bzw. relativiert die Form der Beeinflussung. Die Revolution habe kein wesentliches Kunstwerk zerstört. Rußland bräuchte Intellektuelle im Kampf gegen die nationalistische Verdummung. "Stalin lähmt das ganze Land. Ich weiß nicht, ob Hitler die Verzerrung Stalins oder umgekehrt ist". Dies brachte ihm auch die Beschimpfung als "Salonbolschewist" ein.
Der Paneuropäer Stefan Zweig, der laut seiner Autobiographie " Die Welt von gestern" ohne Pass in Europa reiste, glaubte an die Vereinigten Staaten von Europa, aber"wir werden Nerven brauchen". Wem sagt er das?

Autor:

Helga Mag. Mühlbacher aus Salzburg-Stadt

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