Brenner-Archiv der Uni Innsbruck zu Gast im Literaturarchiv Salzburg
Paula Schlier:"Petras Aufzeichnungen oder Konzept einer Jugend nach dem Diktat der Zeit."

Paula Schliers "Petras Aufzeichnungen" - erstmals 1926 erschienen, 2018 im Otto Müller Verlag publiziert- kommentiert und mit einem Nachwort versehen von den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen am Forschungsinstitut Brenner-Archiv Innsbruck Annette Steinsieck und Ursula A. Schneider, konzentrieren sich
auf die Jahre von 1916 bis 1924. Die literarischen Reportagen aus der Perspektive einer Chronistin in Ich-Form geschrieben erheben den Anspruch der Sachlichkeit. Geboren 1899 in Neuburg/Donau als Tochter eines Generalstabsarztes genoss Schlier die Erziehung höherer Töchter mit Klavier und Gesang in Ingolstadt. Mit 17 Jahren Kriegspflegerin, begann sie 1923 ihre journalistische Tätigkeit beim 'Völkischem Beobachter'. Das Berufsbild der Stenotypisten (dreimonatige Ausbildung) kaum erfunden, ward es schon feminisiert! Sexuelle Übergriffe männlicher Kollegen im Großraumbüro gehörten zum Jobprofil einer (blonden) 'Tipmamsel'. Der Retter sprach allmontaglich im Bürgerbräu" und der Rechtsruck der Unterpriviligierten ließ sie den Bürgerkrieg vorausahnen. Um 1930 sah sie aufgrund persönlicher verbaler Anfeindungen im politischen Journalismus keine Option mehr. Schlier konvertierte vom Protestantismus zum Katholizismus. Die angespannte Liebesbeziehung zu Ludwig von Ficker, dem Herausgeber der Tiroler Kulturzeitschrift "Der Brenner" katapultierte die Staatsfeindin - sie sollte nach Dachau deportiert werden- dann in die Psychatrie. Paula Schlier (1899-1977), politisch höchst engagiert, ist eine Vertreterin der Neuen Sachlichkeit, liefert soziologische Studien und präzise Beschreibungen der Arbeitswelt.
Die Buchpräsentation wurde von Dr. Manfred Mittermayer, dem Leiter des Literaturarchivs Salzburg moderiert und die szenische Lesung oblag der Salzburger Schauspielerin Katharina Wawrik.

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