230 Naturforscher in Salzburg: "Weinbau in den Alpen"

Forscher aus 19 Ländern im Nationalpark
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SALZBURG (lin). Sie sind scharenweise nach Salzburg gekommen. Zum Forschen im Nationalapark einerseits und zum Austauschen ihrer Erfahrungen aus ganz Europa andererseits. Und was sie sagen ist alles andere als beruhigend: "Es wird warm und wärmer, auch wir Menschen sind schuld daran und ändern wird sich dadurch eine ganze Menge. 230 Naturwissenschaftler aus 19 Ländern haben bei einem Symposium die Lage erörtet. 

Spielwiese Nationalpark

Der ist deswegen ideal zum Erforschen des Klimas, weil sich die unmittelbaren Einflüsse von Mensch und Wirtschaft in den einsamen, unberührten Höhenlagen minimieren. Auch der Biologe Leopold Füreder vom Institut für Ökologe der Uni Innsbruck tummelte sich als Feldforscher mit Lupe, Laptop und vielen anderen wissenschaftlichen Geräten in der Natur und stellte fest: "Ein Grad mehr bedeutet drei Arten von Lebenwesen mehr in den alpinen Gewässern." Das klingt doch super. Ist es aber nicht. Denn parallel dazu steigt die Permafrostgrenze. Das Gestein wird überall locker. Die Gewässer werden instabil und mit ihnen der Erde. Muren kommen immer häufiger, und das Skifahren unter 2.000 Meter Seehöhe wird ohne den problematischen und teuren Kunstschnee immer seltener funktionieren.

Weinbau in den Alpen

"Kein Witz, das gab es zur Römerzeit", sagt Füreder. Das könnte bald wieder möglich sein." Schwankungen im Klima sind erdgeschichtlich also normal. Aber: "So schnell wie die Temperaturen jetzt steigen, ist unglaublich. Ein Negativ-Rekord jagt dern anderen. Dass wir Menschen mit unserem CO2-Ausstoß für dieses Tempo verantwortlich sind, daran kann kein Zweifel bestehen."

Der Öko-Preis geht nach Graz

Bundesminister Andrä Rupprechter hat den diesjährigen Wissenschaftspreis an Verena Gruber vom Institut für Geographie und Raumforschung der Uni Graz. vergeben, weil sie sich in ihrer Master-Arbeit damit beschäftigt hat, was genau "Wildnis" eigentlich ist. Gruber entwickelte eine eigene Kategorisierung des Begriffs, anhand dessen dann u.a. der Nationalpark Hohe Tauern analysiert wurde. Wolfgang Urban, Direktor Nationalpark Hohe Tauern Salzburg, sagte, "wir wollen junge Wissenschafter ermutigen, ihre Forschungen gemeinsam mit der Nationalparkverwaltung anzugehen. Sie können die Nationalparks als ihr Freilandlabor nutzen, spannenden Fragestellungen auf den Grund gehen
und somit auch einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung dieser
Schutzgebiete leisten."
Das Salzburger Forschungs-Symposium ist ein alle vier Jahre wiederkehrendes internationales Fachtreffen zu Wissenschaft und Forschung in Schutzgebieten. Das Forschungs-Symposium hat seinen Ursprung im Jahre 1996 im Nationalpark Hohe Tauern.

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