Salzburger Stierwascher
Angekommen im Traumberuf

Das Herz der 45-jährigen schlägt für die Gastronomie.
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  • Das Herz der 45-jährigen schlägt für die Gastronomie.
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SALZBURG (sm). Ingrid Schmiderer ist Leiterin der Panoramabar. Die Arbeit in der Gastronomie ist nicht für jeden geeignet. "Entweder du machst es oder du lässt es bleiben", sagt Ingrid Schmiderer. Sie sagt es aber mit einem Lächeln und ergänzt: "Ich bin in meinem Traumberuf angekommen." Die Mutter zweier Kinder versucht das Gefühl in Worte zu fassen. Ihr fällt der Vergleich ein, dass, wenn man das Hobby zum Beruf mache, man nie das Gefühl habe, zu arbeiten. Das trifft gut auf die 45-Jährige zu, die ihre Zusammenarbeit mit beeinträchtigten Menschen liebt, denn "es steckt so viel Potenzial in den Mitarbeitern."

Vom Afro Café zur Stadtbibliothek

Als gelernte Hotelfachfrau, die ihre Ausbildung in Kleßheim absolvierte, arbeitete sie sechs Jahre lang im Afro Café, bis sie die Leitung der Panoramabar im fünften Stock der Stadtbibliothek übernahm. Die Herausforderung der Führungsposition habe sie gereizt. Von dem versteckten Café in Lehen habe sie erst aus einer Annonce erfahren. Der Blick über die Dächer von Salzburg und auf die Festung habe sie schließlich überzeugt. "Die Leute fragen mich, ob ich das überhaupt noch sehe. Ja – der Ausblick ist jedes Mal anders."

Offene Worte bei der Arbeit mit Inklusion

Ingrid Schmiderer sagt, wenn etwas nicht passt. Sofort. Nicht erst, wenn’s brennt. Aber immer mit einem Augenzwinkern und Humor. Dabei legt sie Wert auf Ordentlichkeit, Pünktlichkeit und einen achtsamen Umgang untereinander. Die inklusive Arbeit gefällt ihr, auch dass die Mitarbeiter nicht mehr versteckt, sondern an die "Front" geschickt werden.
"Mir gibt das menschlich so viel", und auch ihr Zugang hat sich völlig geändert. Sie sehe die Behinderungen nicht mehr. Ingrid Schmiderer geht unbefangener damit um. 

Familiäre Atmosphäre in der Panoramabar

Die Gastronomie ist eine anspruchsvolle Arbeit für jeden. "In Stoßzeiten muss ich auf meine Leute schauen – es darf keine Überforderung oder Unterforderung sein", erklärt die Leiterin und erzählt Anekdoten über ihre Mitarbeiter, die sie ihre Kollegen nennt, denn: "Ich fühle mich mehr mittendrin als darüber."

Gegen den Leistungsdruck

"Es muss nicht immer alles perfekt sein", sagt Schmiderer in Hinblick auf den Anspruch einer makellosen Gastronomie. Leistungsdruck passt nicht zu der Frau, die Herzenswärme und Freude ausstrahlt. Auch nicht zu ihrer Arbeit mit Beeinträchtigten. Dadurch werde man gelassener. "Es kommt alles", sagt sie zuversichtlich und meint, dass sich alles im Leben regelt. Die Panoramabar ist für sie erweiterter Sozialraum und "nicht nur ein Café mit Mehlspeise."

Kowalski Riedenburg

Das vorwiegend ältere Publikum in der Panoramabar schätzt das preislich attraktive Angebot und dass kein Konsumzwang vorherrscht. Da gibt es den Stammtisch, wo tarockiert wird, oder Studenten, die lernen. 80 Prozent sind Stammkunden. Einige davon besuchen auch bereits den zweiten Standort: das Kowalski in der Riedenburg, wo ebenso wie in der Panoramabar Menschen nicht ausgeschlossen werden. Weder als Gast noch als Mitarbeiter.

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