Arbeiten, lernen, helfen, sich eingliedern

Integration durch Arbeit - Rotes Kreuz Salzburg bringt Flüchtlinge und Tourismus zusammen : Mohammad Samir Kabiri, Sabine Kornberger-Scheuch, Atiqullah Kabiri, Herbert Wieser und Matin Noori Abdull
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  • Foto: Rotes Kreuz
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SALZBURG (lin). Das Rote Kreuz geht davon aus, dass das Sozialsystem um zumindest eine Million Euro jährlich entlastet werden könnte, wenn man 100 Asylwerber erfolgreich in den Arbeitsmarkt integrieren würde. Daher versucht die Hilfs- und rettungsorganisation selbst mit gute Beispiel voranzugehen und ermöglicht Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, eine Ausbildung zum Fachhilfsarbeiter Gastronomie.

Gestartet wird: Jetzt!

Mit Beginn dieser Wintersaison werden die ersten 20 Absolventen als dringend benötigte Kochlehrlinge und Saisonarbeiter in Tourismusbetrieben beginnen. "Beinahe täglich erreichen uns Anfragen von Betrieben", sagt Landesrätin Martina Berthold, zuständig für Integration in Salzburg. Und Sabine Kornberger-Scheuch, Landesgeschäftsführerin des Roten Kreuzes Salzburg, fügte hinzu: "Es bringt wirtschaftliche, gesellschaftliche und finanzielle Vorteile, Geflüchtete möglichst früh in den Arbeitsmarkt zu integrieren und ihnen
einen geregelten Tagesablauf und soziale Kontakte zu ermöglichen“,

Der zweite Kurs mit weiteres 24 Teilnehmern läuft bis Ende Dezember 2017. „Integration ist ein langfristiger sozialer Prozess. Die Initiative des Roten Kreuzes ist ein vorbildliches Beispiel, weil es den Menschen Perspektiven für ihre Zukunft gibt. Gleichzeitig profitiert der boomende Salzburger Tourismus von gut ausgebildeten Fachkräften“, so Berthold weiter.

Gastronomie verbindet

„Ich bin dem Roten Kreuz sehr dankbar für diese Ausbildung“, sagt Samir und freut sich auf die Arbeit: „Nun kann ich arbeiten, Anschluss finden und die österreichische Kultur besser verstehen.“ Herbert Wieser leitet das Projekt im Roten Kreuz und steht hinter seinen „Buam“: „Es ist großartig zu sehen, dass das Projekt funktioniert. Der Integrationswille und die Anpassung an das österreichische Gesellschafts- und Arbeitsleben sind deutlich spürbar. Für mich persönlich als Rotkreuz-Mitarbeiter ist es sehr bewegend, wenn unsere Absolventen bei ihren Arbeitgebern starten. Dann sind sie in guten Händen und wir vom Roten Kreuz konnten wieder Menschen helfen.“

Saisonarbeiter dringend benötigt

Die Tourismuswirtschaft sucht jeden Winter händeringend nach Saisonkräften und Lehrlingen. „Der vorherrschende Personalmangel im Tourismus macht es für die Betriebe zunehmend schwieriger, die Leistung zu erbringen, die sich sowohl Gast als auch Gastgeber erwarten“, erklärt Petra Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundessparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Österreich und selbst Betreiberin eines Tourismusbetriebes in St. Johann im Pongau. „Jegliche Initiative, ob im Bereich der Ausbildung und Integration oder auf politischer Ebene, begrüßen wir. Umso mehr, wenn wir dadurch geflüchtete Menschen integrieren, unterstützen und somit eine sinnvolle Perspektive bieten können. Das unterstütze ich nicht nur in meiner Funktion als Branchenvertreterin von 90.00 Betrieben der Tourismus- und Freizeitwirtschaft, sondern auch in meinem eigenen Betrieb durch die Aufnahme eines Absolventen.“

Was genau lernen die jungen Asylwerber?

Geflüchtete erhalten über das Rote Kreuz Salzburg in Kooperation mit dem BFI eine Ausbildung zum „Fachhilfsarbeiter Gastronomie“. Die Absolventen sind dann fit für eine Lehre in Küche, Service und Reinigung oder als Saisonarbeiter. „Wichtig war uns von Anfang an, unseren Teilnehmern genau das zu lernen, was sie sofort in der täglichen Arbeit brauchen können. Der Schwerpunkt liegt klar in der Praxisnähe“, erklärt Projektleiter Wieser. Die Teilnehmer durchlaufen 204 theoretische und 120 praktische Einheiten in Küchen der Rotkreuz-Seniorenwohnhäuser oder Einrichtungen des Magistrats. Das heißt sechs Wochen Theorie und drei Wochen Praktikum. 24 Bewohner der Rotkreuz-Quartiere Flussbauhof und Seekirchen haben den ersten Kurs abgeschlossen, der zweite Kurs läuft bis Ende Dezember 2017 und der dritte startet mit Februar 2018. Das Interesse ist sehr hoch: in den Flüchtlingsquartieren des Roten Kreuzes haben sich für den dritten Kurs bereits jetzt mehr als 90 Menschen für die Ausbildung angemeldet.

Finanzierung durch zweckgewidmete Spenden

Finanziert wird das Projekt derzeit aus zweckgebundenen Spenden für Integration, pro Teilnehmer nimmt das Rote Kreuz Salzburg 1.000 Euro in die Hand. Eine Förderung beim Land Salzburg wird nun eingereicht. Weitere Spenden wären hilfreich.

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Atiqullah Kabiri und Mohammad Samir Kabiri: Kellner und Koch in spe.

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