Auf Messers Schneide: Das Handwerk des Messermachers

Messermacher Richard Kappeller überprüft das Messer.
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SALZBURG (sm). Woran erkennt man ein gutes Messer? Darf es in die Spülmaschine? Und wie entsteht so ein Messer überhaupt? Richard Kappeller ist Salzburgs Messermacher und übt den alten Beruf mit großer Leidenschaft und viel handwerklichen Geschick aus. In seiner Werkstatt in Gnigl fertigt er mit seinen sechs Angestellten edelste Messer, die man im Verkaufsladen in der Getreidegasse bewundern und kaufen kann.

Einzelanfertigungen und Messer nach Wunsch werden auf der Werkbank ebenso gefertigt, wie Messerserien. Allen voraus geht die Frage für die Nutzung des Messers mit einer anschließenden detaillierten Zeichnung des Messers. Von acht Stunden für ein einfaches, bis 200 Arbeitsstunden für ein aufwendig, verziertes Messer können die Arbeitszeiten von Messer zu Messer variieren.

Vom Stahl zum Messer

Das Messer wird vom Papier auf die Stahlplatte übertragen und ausgeschnitten. Es wird in seine Form zugeschliffen, ggf. Löcher für den Griff gebohrt und im Brennofen gehärtet. Später wird der glühend heiße Stahl zuerst in Öl getaucht und anschließend ins Wasserbad. Während die Klinge herunterkühlt, wird der Griff vorbereitet.

Erlesene Materialien für Messergriffe

40.000 Jahre altem Mammut-Elfenbein, Perlmutt, Eukalyptus, Horn, Schlangenholz, Höhlenbärknochen oder Bernstein. Die Materialien werden alle legal beschafft und sind vielfältig. Richard Kappellers Schmuckstück ist ein auf einer Auktion ersteigerter Narwalzahn. Das Material wird zugeschnitten und mit dem Messerstahl verleimt. Anschließend wird der Griff angepasst. Hierzu wird das Messer immer wieder in die Hand genommen. Es wird gefeilt und geschliffen, bis es perfekt in der Hand liegt.

Schnitttest nach dem Schleifen

Zum Schluss wird die Klinge per Hand abgezogen und der Griff eingeölt. Der "Schnitttest", mittels Tomate oder Papier zeigt die letzte Qualitätskontrolle. In der Werkstatt von Messermacher Kappeller wird auch einfach praktisch schräg über den Arm gestrichen und mühelos die feinen Härchen abrasiert.

Pflegetipps fürs Messer

Das Messer sollte nicht lange mit Wasser in Kontakt kommen, deshalb empfhielt Kappeller die Messer niemals in die Spülmaschine zu geben, da es Klinge und Griff angreift. Auch sollte das Messer keinen hohen Temperaturen oder ständiger intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Die richtige Aufbewahrung, z. B. ein Messerblock oder eine Magnetleiste ermöglichen eine lange Freude am Messer.

Das Video über Richard Kappeller und seine Messerwerkstatt sehen Sie ab dem 19. Juni im Bezirksblätter-Magazin auf RTS. 

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