Ein waschechter Salzburger mit Wohnmobil

Unscheinbar und höchst selten: Die Falterart Siederia talagovensis kommt nur in Salzburg vor.
  • Unscheinbar und höchst selten: Die Falterart Siederia talagovensis kommt nur in Salzburg vor.
  • Foto: Land Salzburg
  • hochgeladen von Pascal Lamers

SALZBURG (pl). Warum eine Schmetterlingsart wahrscheinlich zu den seltensten Bewohnern Salzburgs gehört, was Falter in Schneckenhäusern zu suchen haben und wie der Flachgauer Ort Thalgau zum Namenspatron für eine Schmetterlingsart wurde, von der es weltweit nur eine Handvoll Exemplare gibt und das nur in Salzburg, entspinnt ein aktueller "Salzburger Grenzfall".

Das kleine Falterchen ist eher unscheinbar und verblasst in der Schönheitskonkurrenz mit Schwalbenschwanz und Admiral. Doch haben die weltweit an den Fingern zweier Hände abzuzählenden Exemplare von "Siederia talagovensis" mit etwa 15 Millimetern Flügelspannweite ein Alleinstellungsmerkmal: Sie gibt es nur im Bundesland Salzburg. Der Vertreter der Schmetterlinge aus der Gruppe der Sackträger wurde von Forschern bislang nur ein einziges Mal in der Nähe des Fuschlsees auf Thalgauer Gemeindegebiet gefunden und mit dem historischen Namenszusatz "talagovensis" bedacht.

Solche "Endemiten", also Arten, die weltweit nur in einem ganz bestimmten Gebiet vorkommen, werden in Forscherkreisen als Raritäten geschätzt, belegen sie schließlich die Einzigartigkeit der Natur auch in kleinsten Lebensräumen.

Prometheus

Es vergingen mehr als hundert Jahre, bis 1989 für Salzburg wieder eine Neuentdeckung gelang. Entdeckt wurden allerdings vorerst nicht die Tiere, sondern deren Behausungen, die wegen ihrer länglichen Form keiner bekannten Art zugeordnet werden konnten. So spielten die Schmetterlingsforscher Prometheus und züchteten einige Exemplare, was tatsächlich gelang. Die Schmetterlingsraupen dieser Sackträger, in Fachkreisen Psychidae genannt, schützen sich so vor zu viel oder zu wenig Feuchtigkeit und vor Fressfeinden, müssen allerdings ihr etwas unhandliches "Wohnmobil" mit sich herumschleppen. Der aus Seide, Sandkörnern und Pflanzenteilchen bestehende Köcher wird laufend erweitert und dient weiters als Tarnung.

Kurioses über Grenzen hinweg

Die Salzburger Grenzfälle versammeln Kuriositäten rund um die Grenzen Salzburgs und bilden eine aufschlussreiche Lektüre zu Geschichte, Landeskunde und Politik des Bundeslandes. Der Autor Stefan Mayer beschäftigt sich seit 2002 mit grenzfälligen Besonderheiten in und um Salzburg. Er gestaltet die monatliche Serie "Grenzfälle", von der bereits drei Bücher erschienen sind. Die Bücher sind vergriffen, digitale Versionen stehen im Webshop des Landes zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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