"Es reicht einfach nicht mehr aus"

In Salzburg bekämpfen wir die Wohnungslosigkeit nicht, wir verwalten sie nur.
  • In Salzburg bekämpfen wir die Wohnungslosigkeit nicht, wir verwalten sie nur.
  • hochgeladen von Andreas Farcher

SALZBURG (af). Knapp 1.000 Menschen leben in der Stadt Salzburg unter prekärsten Umständen, denn sie haben keine eigene Unterkunft. "945 Personen wurden am Stichtag von sozialen Einrichtungen in der Stadt als wohnungslos registriert", so Robert Buggler von der Salzburger Armutskonferenz über das Ergebnis der Wohnungslosenerhebung 2012.

Ungewisse Dunkelziffer
Doch von Wohnungslosigkeit betroffen sind in Wahrheit noch mehr Menschen als die offiziell geführten 915: "Begleitet werden sie von 145 minderjährigen Kindern und Jugendlichen, die in dieser Statistik noch nicht erfasst sind." Hinzu kommt außerdem eine nur schwer einschätzbare Dunkelziffer, denn gezählt wurden nur jene Menschen, die auch bei einer sozialen Einrichtung in der Stadt registriert sind. "Wir wissen aus der Erfahrung, dass sich viele Menschen wegen ihrer Probleme schämen, dass sie entweder nicht um Hilfe bitten können oder wollen. Wie viele das in der Stadt tatsächlich sind, können wir aber unmöglich sagen", erklärt Buggler.

Wohnen ist schwer leistbar
"Ein großer Teil des Problems ist, dass sich die Menschen, besonders aber viele Frauen, das tägliche Leben und die damit verbundenen Kosten nicht mehr leisten können – obwohl sie täglich arbeiten gehen", ergänzt Petra Gschwendtner von der Sozialen Arbeit GmbH. "Denn während die unteren Einkommen de facto sinken, steigen die Mietpreise gleichzeitig immer weiter an." Das sieht auch Robert Buggler so: "Der Wunsch, die Leute könnten sich die Mieten über ihr eigenes Einkommen finanzieren, wird immer mehr zur Illusion."

Mietpreis als Problem
"Die unteren 40 Prozent haben überhaupt kein Eigentum – umso schlimmer ist es, dass der durchschnittliche Mietpreis von Jahr zu Jahr steigt", so Gschwendtner. "Hinzu kommt, dass dem städtischen Wohnungsamt nicht annähernd genug Wohnungen zur Verfügung stehen, um den Bedarf zu decken." Die Menschen würden so in den privaten Wohnungssektor gedrängt und dort hat sich laut einer AK-Studie der Preis pro Quadratmeter allein in den Jahren von 2000 bis 2011 von 9,67 Euro auf knapp 13,50 Euro erhöht. "Die Einkommen reichen einfach nicht mehr, um sich eine Wohnung zu leistent", erklärt Gschwendtner.

Telegram anmelden

Die aktuellsten lokalen Nachrichten -
direkt auf dein Smartphone!


Telegram anmelden



Autor:

Andreas Farcher aus Salzburg-Stadt

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.