Aidshilfe Salzburg
"Es wäre fatal, jetzt auf das Testen zu verzichten"

Ein Kondom schützt vor sexuell übertragbare Krankheiten.
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  • Ein Kondom schützt vor sexuell übertragbare Krankheiten.
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Am 1. Dezember ist Welt-Aidstag. Die Aidshilfe Salzburg lud zum Pressegespräch und informierte über ihr erweitertes Angebot. Statistisch gesehen sinkt die Anzahl der Neuinfektionen mit HIV: weil die Menschen sich nicht testen ließen.

SALZBURG. Wenn man sich den Rückgang der Zahlen der Neuinfektionen mit HIV ansieht, ist das eigentlich ein Grund zur Freude. Eigentlich, da die Zahlen trügen, wie die Salzburger Aidshilfe meint. "Dies liegt vor allem auch daran, weil signifikant weniger HIV-Tests durchgeführt wurden", so der Salzburger Internist Sebastian Huber.

Willi Maier von der Aidshilfe (Mitte) lud zur Pressekonferenz. Das Gespräch mit Sebastian Huber (l.) und Florian Friedrich (r.) fand online statt.
  • Willi Maier von der Aidshilfe (Mitte) lud zur Pressekonferenz. Das Gespräch mit Sebastian Huber (l.) und Florian Friedrich (r.) fand online statt.
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In Hinblick auf HIV rate er zur Covid-Schutzimpfung und "mit dem dritten Stich nicht zu lange zu warten." Er rät Menschen mit HIV, die an Corona erkranken, die antiretrovirale Therapie fortzusetzen und mahnt: "Es wäre fatal, jetzt im Lockdown auf das Testen zu verzichten."

Testen bringt Gewissheit, ob man infiziert sei

"Nur ein Test liefert Aussagen über den aktuellen Gesundheitszustand", sagt Willi Maier, GF der Aidshilfe Salzburg. Nach 430 HIV-Neuinfektionen im Jahr 2019 verzeichnet das Jahr 2020 lediglich 232 HIV-Neuinfektionen, 262 HIV-Neuinfektionen im heurigen Jahr. Im Bundesland Salzburg wurden bisher 21 Neudiagnosen gezählt. Die Zahlen seien geringer, weil aufgrund des Lockdowns die Menschen weniger testen gingen und man eine Infektion nicht erkenne und somit weitergebe.

Kennst du dich gut mit HIV/Aids aus?

In Österreich infiziert sich fast täglich ein Mensch mit dem HIV-Virus. Da es gerade im Anfangsstadium kaum Symptome gebe, die auf die HIV-Infektion hinweisen, bleibe diese länger unbemerkt. Man schätzt, dass die Zeit zwischen Infektion und Diagnose im Durchschnitt zwei bis drei Jahre beträgt. In dieser Zeit kann man andere unwissentlich anstecken.

Hör dir hier den Podcast über HIV an:

HIV ist immer noch soziales Stigma

Mit HIV kann man heute alt werden, leben wie alle anderen Menschen und jeden Beruf ausüben. HIV sei kein Todesurteil mehr. Und doch dürfe man laut Florian Friedrich, Psychotherapeut, nicht die soziale Komponente von HIV unterschätzen. "Sozial gesehen ist HIV immer noch Aids", so Friedrich über die Stigmatisierung und Diskriminierung der Krankheit.

HIV-Infizierte sind ganz normale Arbeitskollegen

Aufgrund der Corona-Lage wurden heuer viele Aktionen in der Stadt, wie das Hosi-Fest oder der Stand am Christkindlmarkt abgesagt. Jedoch findet die Aktion "#positivarbeiten" statt, bei der Firmen das Wissen um HIV intern kommunizieren und für Toleranz und Aufklärung sorgen. Denn: "Es ist grundsätzlich unmöglich im normalen Arbeitsumfeld HIV zu übertragen", so die Aidshilfe.

Aidshilfe Salzburg auch im Lockdown erreichbar

Auch im Lockdown steht das Test- und Beratungsangebot der Aidshilfe Salzburg zur Verfügung. Die Tests (HIV, Hepatitis B und C, Syphilis und Selbstabstriche auf Gonokokken/Chlamydien) finden montags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr (ohne Termin) statt.

Lies mehr aus der Stadt, klicke >>hier<<
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