Es wird laut um "Stille Nacht"

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SALZBURG (lin). Es gibt wahrscheinlich weltweit kein Lied, das dauerhaft populärer und bekannter wäre als "Stille Nacht, heilige Nacht". Dieser ultimative "Nr. 1 - Welthit" wurde im Land Salzburg komponiert und getextet. Das muss gefeiert werden. Logisch, dass Orte in Salzburg, Oberösterreich und Tirol, die mit diesem Weihnachtslied historisch in Verbindung stehen, auf diesen Zug aufspringen und ihren Beitrag zum Jubiläum leisten.

Die Geschichte in aller Kürze

Zu Weihnachten 1818 haben der Komponist, Musiker und Weber Franz Xaver Gruber und der Textdichter und Pfarrer Joseph Mohr bei der Christmette ein brandneues Lied angestimmt, das die Welt erobern sollte. Weil die Orgel in der Kirche von Arnsdorf kaputt war, haben die beiden nur mit Gitarre und Stimme für die Uraufführung von "Stille Nacht, heilige Nacht" gesorgt. Zunächst hat das Lied keine Spuren hinterlassen. Doch der Orgelbauer Karl Mauracher aus Fügen im Zillertal hört das Stück und nimmt eine Abschrift mit nach Tirol.

Edel-Kommerz als Berieselung?

Im Zillertal gab es die fahrenden Sänger-Familien Rainer und Straßer, die sich auf Christkindlmärkten in ganz Deutschland mit der Tiroler-Lierdern ein Zubrot im Winter verdienten. Und dabei wurde schnell klar, wenn "Stille Nacht" gesungen wird, dann werden die Leute sentimental und geben mehr Geld aus. Diese verkaufsfördernde Wirkung ist also - damals wie heute - die Grundlage für einen Bestseller.

Ein Kranz für Josef Mohr

Zum 169. Todestag des Textdichters am 4. Dezember legte Michael Neureiter, Präsident der Stille Nacht Gesellschaft, am Grab von Mohr ein Bukett nieder: „Wir denken an Joseph Mohr in Dankbarkeit und Verbundenheit. Sein Gedicht für das Stille-Nacht-Lied ist die Botschaft von der Menschwerdung, es ist zum prägenden Element der europäischen Festkultur geworden und es wirkt weltweit als Impuls zum Frieden!“

Stille Nacht-Turm in Kufstein

Auf der Festung def Tiroler Stadt wird der Gedenkraum im sogenannten Fuchsturms zumindest bis 2019 Lied "Stille Nacht" gewidmet bleiben. Das Herzstück der Schau ist das 1912 vom Priester und Bildhauer Josef Mühlbacher in Wien geschaffene Relief, zu dem er den Auftrag aus Wagrain bekam. Im Werkbuch Mühlbachers, das sich im Festungs- und Heimatmuseum Kufstein befindet, konnten nun wichtige Dokumente zur Entstehung des Reliefs sichergestellt werden, unter anderem ein Foto des Schädels von Joseph Mohr, der 1912 in Wagrain exhumiert wurde, um dem Künstler Anhaltspunkte für das Relief zu geben.

Wer kümmert sich um was?

Im Halleiner Keltenmuseum ist die Ausstellung „Weihnachten mit Katharina und Franz Xaver“ eröffnet worden, und im Stille Nacht Museum wird „Dem Komponisten begegnen – Franz Xaver Gruber“ zu sehen sein. Im November soll die frisch renovierte Stille-Nacht-Orgel in der Stadtpfarrkirche eingeweiht werden. Außerdem wurde im Stille Nacht Bezirk der Salinenstadt der neu gestaltete Franz-Xaver-Gruber-Platz eingeweiht und gesegnet. Ebenfalls gefeiert wurde in oberösterreichischen Hochburg-Ach. Der Ort huldigte dem 230. Geburtstag von Komponist Franz Xaver Gruber mit der Ausstellungseröffnung „Franz Xaver Gruber und seine Wirkungsstätten im Bild“. Im Stille-Nacht-Museum Arnsdorf wurde die Eröffnung der Sonderausstellung „Felix Gruber – Enkel, Musiker, Stille-Nacht-Forscher“ der Öffentlichkeit präsentiert.

In der Pfarrkirche Wagrain gab es ein Fest zur Eröffnung des Stille Nacht Museums im Pflegerschlössl. Und auch der Lungau hat sich eingeklinkt. Denn Joseph Mohr hat den "Stille Nacht, Heilige Nacht"-Text in Mariapfarr geschrieben. Das ist wissenschaftlich belegt. Naheliegend, dass das Wallfahrtsmuseum in Mariapfarr eine Dokumentation zu Joseph Mohr und seinem Lied zusammengestellt hat. Die beginnt mit dem Stammbaum seiner Familie, der bereits seit dem 17. Jhdt. im Lungau nachweisbar ist, bis zu seinem Tode im Jahre 1848 in Wagrain. Nicht nur seine Abstammung aus dem Lungau und sein Aufenthaltals Koadjutor (Hilfspriester) von 1815 bis 1817 in Mariapfarr bezeugen
seinen Lungaubezug. Sein erster Musiklehrer, seine Vorgesetzten in Mariapfarr und Oberndorf waren ebenso Lungauer wie der Gestalter des Denkmales in Oberndorf, der bekannte Künstlerpfarrer Mühlbacher.

Im kommenden September wird das Salzburg Museum eine Sonderausstellung „Stille Nacht 200 – Geschichte. Botschaft.Gegenwart“ eröffnen. Außerdem wird das Sachbuch „Stille Nacht! Das Buch zum Lied“ herauskommen. Und sogar das ferne Linz feiert mit: Dort wird im Dezember 2018 im Schlossmuseumdie Sonderausstellung „Weihnachtliches Singen“ eröffnet.

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