Täglicher Bodenverlust
Flächenverbrauch kann zur Hungersnot führen

Landesrat Josef Schwaiger, Stadträtin Martina Berthold und Naturschutzbund-Obmann Winfrid Herbst (links) am Makartsteg.
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  • Landesrat Josef Schwaiger, Stadträtin Martina Berthold und Naturschutzbund-Obmann Winfrid Herbst (links) am Makartsteg.
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Mit immer mehr versiegelten Flächen schwindet die wichtigste Ressource zur Produktion von Lebensmitteln.

SALZBURG (sm). Immer mehr Boden wird durch Baumaßnahmen versiegelt. Damit verlieren nicht nur die Tiere ihren Lebensraum, die Auswirkungen betreffen vor allem die Menschen, denn mit dem Boden schwindet die wichtigste Ressource zur Produktion der Nahrung.

Täglich werden 1,5 Hektar Fläche verbaut

Vom Makartsteg bis zur Staatsbrücke: Das entspricht 15.000 Quadratmetern, rund 1,5 Hektar Fläche, die jeden Tag im Land Salzburg verbaut werden. „Boden ist ein gemeinschaftliches, gesellschaftliches Erbe“, sagt Winfrid Herbst vom Naturschutzbund über den Flächenverbrauch und warnt: „Der Verlust des Bodens bedeutet den Verlust der Nahrungsquelle.“ Es geht neben dem Naturschutz auch darum, Landwirtschaftliche Nutzfläche zu erhalten, denn diese sind unverzichtbare Produktionsflächen. 

Kreisläufe verstehen lernen

Derzeit leben 7,53 Milliarden Menschen auf der Welt, die Nahrung und Wohnraum benötigen. Wird gebaut, fehlt Boden, um Nahrung zu produzieren. Zeitgleich fehlt den Tieren Lebensraum. Mehr noch: Durch den fehlenden Boden steigt das Überschwemmungsrisiko. Ist der Boden einmal verbaut, dauert es „ewig“ bis man ihn wieder zurückgewinnt. Man spricht vom aufwändigen "Boden-Recycling", denn beim Bau wird der Humus weggenommen und der restliche Boden für das Fundament verdichtet.

Wohnungsnot bedrängt die Natur

„Im Land Salzburg treffen verschiedenste Nutzungsinteressen auf engstem Raum aufeinander – wohnen, arbeiten, Mobilität, Erholung und Naturschutz. Umso wichtiger ist es, mit diesem knappen Gut sorgsam umzugehen“, so Landesrat Josef Schwaiger.

Intelligente Flächennutzung beim Bauen

„Man braucht Freiräume, das ist klar – aber große Verbrauchsflächen gehören der Vergangenheit an", ist sich Herbst sicher. Lösungsmöglichkeiten können klug genutzte Flächen sein: bei Neubauten mehr in die Höhe und Tiefe bauen – eine Tiefgarage, genutzter Verkaufsraum im Erdgeschoß, Büros im ersten Stock und im zweiten Stock Wohnungen. Die Rolle der Gesellschaft sei dabei unglaublich wichtig, erklärt Herbst. Es braucht vor allem Bewusstseinsschaffung. 

Jugend demonstriert gegen Klimawandel

„Wir haben laufend Verluste, sei es durch Erosion oder Verflug - aber viele realisieren das nicht und kaufen weiterhin im Supermarkt ein. Man verkennt die Bedeutung, die jeder hat, etwas zu dem großen Ganzen beizutragen“, so der Initiator Herbst, der eine große Hoffnung in Jugendbewegungen wie "Friday for Future" sieht. 

Schlüsselindikator Lokalpolitik

Als Schlüsselfaktor nennt Herbst die Lokalpolitik, denn sie entscheide letztendlich, wo gebaut und vor allem wie mit den Flächen umgegangen wird.

Grünlanddeklaration der Stadt Salzburg

Die Grünlanddeklaration der Stadt Salzburg besagt, das man gewisse Flächen in der Stadt als Grünland erhalten möchte. Damit will man die vorhandene Stadtlandschaft schützen und nicht für intensive Flächenversiegelung wie Parkplätze nutzen. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) braucht in Europa jeder Mensch 3.000 Quadratmeter Ackerboden zur Deckung seiner Konsumbedürfnisse. Österreich hat mit 1,67 Quadratmetern die höchste Supermarktfläche pro Kopf.

Was bewirkt Boden? 

Boden ist neben Wasser das wichtigste Gut für die Land- und Forstwirtschaft sowie den Gartenbau. Er ist voll von Mikroorganismen wie Käfer, Regenwürmer, Pilze, Bakterien und Algen. Als Filter sorgt der Boden für sauberes Grundwasser.

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