Business Lunch
Für Katharina Kaesbach ist Mode designen fast wie Kochen

Mode entwerfen sei wie Kochen, nur mit anderen Zutaten, meint die Modedesignerin Katharina Kaesbach.
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SALZBURG (lg). Von ihrem Atelier in der Sigmund-Haffner-Gasse sind es nur wenige Meter in den Bezirk St. Peter, "da tun trotz der Kälte ein paar Schritte an der frischen Luft immer gut", meint die Modedesignerin Katharina Kaesbach mit einem Schmunzeln, als sie zum Stadtblatt-Business-Lunch im Stiftskulinarium St. Peter erscheint. In dem mehr als einstündigen Gespräch erzählt Kaesbach über ihre Leidenschaft für die Mode, warum sie keine modischen Vorbilder hat und was Kochen mit Designen zu tun hat.

Eleganz, Lässigkeit oder Extravaganz – was macht für Sie als Modedesignerin guten Stil aus?
Katharina Kaesbach:
Ich liebe es, wenn jemand seiner Individualität, seiner inneren Persönlichkeit durch das, was er trägt, Ausdruck verleiht. Sich trauen, das anzuziehen, was einem gefällt. Mode hat viel mit dem eigenen Lebensstil zu tun und ich möchte die Menschen dazu anregen, dass sich dieser Lebensstil auch in ihrer Kleidung wiederfindet. Ich selbst hatte mit 14 Jahren orange Haare und war sehr extravagant gekleidet. Diesen eigenen Kopf habe ich bis heute beibehalten. Das erfordert manchmal viel Mut, aber nur dann ist man authentisch. In der Mode jemandem nachzueifern ist nicht ideal und liegt mir fern.

Das heißt, Sie haben auch keine modischen Vorbilder? Gibt es Frauen, die Sie für ihren Stil bewundern?
Katharina Kaesbach:
Um ehrlich zu sein, habe ich keine Vorbilder in der Mode. Ich will Dinge neu erschaffen und sehe mich als Trendsetterin. Meine Entwürfe sind immer zeitlos, aber haben das gewisse Etwas und eine Frische. Individuell, aber tragbar, so würde ich das bezeichnen. Meine Kundinnen sind Frauen, die ihre Persönlichkeit leben und sie mit Mode unterstreichen wollen.

Die Marke Katharina Kaesbach gibt es seit dem Jahr 2004, zwei Jahre später haben Sie Ihr Geschäft und Atelier in der Altstadt eröffnet. Wie erleben Sie Salzburg als Pflaster für Mode?
Katharina Kaesbach:
Als wundervoll. Salzburg verfügt über Tradition und der Schöngeist wird hier gelebt. Das zeigt sich in den Bauwerken, den Gassen und in der Natur, das ist für mich sehr wichtig, um Kraft zu tanken.

Sie sind vor zwei Jahren an Rheuma erkrankt. Wie geht es Ihnen heute?
Katharina Kaesbach:
Ich bin wieder gesund und habe das ohne Medikamente überwunden. Ich hatte damals große Schmerzen, und es war eine sehr intensive, stressige Zeit, in der ich zu wenig auf mich geachtet habe. Ich habe dann meine Einstellung geändert, meine Ernährung völlig umgestellt und meinem Körper Ruhezeiten gegönnt. Ich verzichte seit damals auf Alkohol, Kaffee, Fleisch und Zucker und es geht mir gut.

Wie kann man sich den Alltag einer Designerin, die auch schon Modeschauen in New York oder Cannes abgehalten hat, vorstellen?
Katharina Kaesbach:
Ich bin die meiste Zeit in meinem Atelier. Man kann sich das vorstellen wie wenn Kinder im Sandkasten spielen und sich Dinge erschaffen. Genau so erspiele und entwerfe ich mein Leben und meine Kreationen. Es geht viel um das Träumen und Visualisieren. Ich habe ein sehr gutes Vorstellungsvermögen und je mehr ich mir in meinem Kopf vorstelle, umso schneller geht es dann mit der Umsetzung. Im Februar bin ich in Paris; ich bin immer wieder fasziniert von dem handwerklichen Können dort und es liegt immer ein ganz besonderer Zauber in dieser Stadt.

Kommen Sie von Ihren Reisen immer wieder mit einem Potpourri an Inspirationen zurück, die Sie dann sofort umsetzen wollen?
Katharina Kaesbach:
Wenn man in anderen Ländern unterwegs ist, erlebt man alles sehr intensiv. Meine Inspiration hole ich mir aus allem, aus Architektur, aus Farben, aus Gerüchen. Vor einiger Zeit war ich im arabischen Raum unterwegs und diese unendliche Vielfalt an Gerüchen, die man auf einem arabischen Markt erlebt, versuche ich dann zu verarbeiten. Man kann auch sagen, ich koche mir meine Mode. Ich koche mit Farben, Stoffen, Ästhetik, viel Liebe und Harmonie, und am Ende entsteht ein ganz eigenes Endprodukt.

Gibt es Länder, in die Sie am liebsten reisen?
Katharina Kaesbach:
Ich mag das Vielfältige im Leben, das spiegelt sich auch in den Reisen wider. Mich fasziniert die Wüste, vor allem auch der arabische Raum. Aber ich liebe auch die intensiven Farben der Côte d'Azur.

Ist Ihre Arbeit Ihre Erfüllung?
Katharina Kaesbach:
Man muss sich immer fragen: Was ist meine Aufgabe, meine ganz eigene Aufgabe? Wenn man diese Aufgabe dann erledigen darf, bringt das Erfüllung und eine tiefe Freude, weil man sehr innig damit verbunden ist. Man muss Freude und Frieden in sein eigenes Leben bringen, um Zufriedenheit zu finden. Letztendlich suchen wir alle nach denselben Dingen im Leben, aber vielen fehlt das Bewusstsein, dass man selbst mit den kleinsten Dingen seinen Alltag verändern kann. Für jemanden, der etwa an der Côte d'Azur Glücksgefühle erlebt hat, für den kann schon ein kleines Zitronenbäumchen positive Gefühle auslösen. Und man kann seine Liebe zur Côte d'Azur in seinem Alltag ausdrücken, in der Kleidung, der Wohnung, im Kochen. Es geht nicht immer um die großen, weltbewegenden Dinge. Auch im Kleinsten kann man Erfüllung und Glück finden.

Vielen Dank für das Gespräch!

Gast und Kulinarik - diesmal im St. Peter Stiftskulinarium
Speisen in historischem Ambiente: Seit mehr als 1.200 Jahren wird im St. Peter Stiftskulinarium die Gastlichkeit zelebriert. "Mir gefällt diese Mischung aus Tradition und Moderne sehr gut. Wenn wir Freunde aus dem Ausland bei uns haben, kommen wir auch oft hierher", begründet Katharina Kaesbach die Wahl des Stiftskulinariums als Treffpunkt für den Business-Lunch. "Und es ist nur wenige Minuten von meinem Atelier entfernt, da bietet sich die Mittagspause hier sehr gut an", fügt die Modedesignerin hinzu. Konsumiert wurden an dem Tag ein Mineralwasser, ein Latte Macchiato sowie die hausgemachten Gnocchi, verfeinert mit Butternusskürbis und Paradeisermarmelade – eigentlich eine Vorspeise, die aber in Hauptspeisengröße bestellt wurde. Zum Gedeck wurden Brot und Aufstriche gereicht. "Ich probiere immer gern neue Sachen aus, auch wenn ich selbst koche. Derzeit steht bei mir die arabische Küche hoch im Kurs, die Vielfalt der Gewürze fasziniert mich", so Kaesbach und führt weiter aus: "Bei einer meiner Reisen habe ich zuletzt Fladenbrot, gefüllt mit Schafskäse, Aubergine, Knoblauch und diversen Gewürzen probiert, das hat wunderbar geschmeckt."

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