Exzentrisch aber liebenswert
"Ich hab in meinem Leben alles gehabt"

Marijana mit ihren zweiten Ehemann Pedro.
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Marijana ist ein schrilles Unikat mit weichen Herz. Viele kennen sie aus dem Kloster, wo sie die Pforte bediente. 

SALZBURG (sm). Es ist dämmrig, als Marijana an Pedros Arm die Gasse entlanggeht. Der Tag ihrer Rückkehr in die Stadt, aus der ihre Familie stammt. Hinter Marijana Cirnu liegt ein langer Weg durch die Welt, zurück in die alte Heimat: Salzburg. Sie und ihr Mann kommen am Franziskanerkloster vorbei. Die braune Holztür steht offen. Licht brennt. Man geht hinein, fragt ob die Mönche Hilfe benötigen. Man bejaht. Marijana und ihr Mann bleiben. "Weißt du, das war wie ein Zeichen", sagt die 51-Jährige, die sich wie zwanzig fühlt und im Kloster die Pforte bediente. Mittlerweile leben sie und Pedro in Gneis, aber zwei Tage die Woche kehrt sie ins Kloster zurück und hilft, wo Hilfe benötigt wird.

In der Welt unterwegs

Zwei Jahre in Frankfurt, ein paar Monate in Wien, elf Jahre in London – wo sie studierte, ihren ersten Mann verlor und Prinz William kennenlernte, über den sie liebevoll sagt, er sei "ein ganz normaler Junge". Sie spricht fließend Englisch, Deutsch, Rumänisch und Italienisch, versteht Spanisch, Serbisch und Ungarisch – und will in Zukunft Sprachkurse geben.

Ein Leben ohne Luxus und Komfort

Ihr Lidstrich ist bis zur Schläfe gezogen, die Wange voll mit Rouge. "Ich mag es, geschminkt zu sein", sagt Marijana, die sich gerne exzentrisch kleidet und damit in Salzburg auffällt. An jedem ihrer Finger stecken mehrere Ringe. In ihren Adern fließt altes adliges Blut, sie ist mit dem Künstler Wilhelm Wachtel verwandt. Marijana erinnert sich an ein volles Haus in der Kindheit, in Rumänien, wohin ihre Familie im Krieg floh. Ärzte, Lehrer, Künstler kamen zu Besuch und "Besucher aus Afrika, die Kisten voller Bananen und Mandarinen brachten."

Liebe ist das Wichtigste

"Weißt du, zu lieben ist das Größte, das wir können. Wenn du immer Hass hast, bringt das gar nichts. Ich bin kein Fan vom Krieg, das bringt nichts Gutes", beginnt Marijana zu erzählen. Der Krieg sei nur für Macht und Geld und es gehe doch um die Liebe, das Licht im Menschen – um die Seele. "Wir nehmen nichts mit uns mit. Du kannst stolz sein, aber dieses ‚Nase hoch’ mag ich nicht", erklärt Marijana, die jedem wohlgesonnen ist und jeden gleich behandelt. Das Leben ist für die gläubige Katholikin mehr als Arbeit und Geld, die Welt ist zum Entdecken da. Am liebsten fährt sie mit ihrem kleinen Hund Rad, denn dabei fühle sie sich "abenteuerlich".

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