Gäste umjubeln Wozzeck-Premiere

Im echten Leben eine Familie: „Marie“ Frances Pappas mit Gero Nievelstein und Althea sowie Elias, der den Bühnen-Sohn spielt.
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  • Im echten Leben eine Familie: „Marie“ Frances Pappas mit Gero Nievelstein und Althea sowie Elias, der den Bühnen-Sohn spielt.
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Wo: Landestheater, Schwarzstraße 22, 5020 Salzburg auf Karte anzeigen

SALZBURG (rik). Begeisterten Applaus erntete das Ensemble des Salzburger Landestheaters bei der Premiere zu „Wozzeck“. Unter der Regie von Amélie Niermeyer hat das Ensemble die Oper von Alban Berg gemeinsam mit dem Mozarteumorchester, dem Landestheater-Chor samt Salzburger Festspiele und Theater-Kinderchor unter Leitung von Leo Hussain auf die Bühne gebracht. Frances Pappas (Marie), Leigh Melrose (Wozzeck), Graeme Danby (Doktor) sangen auf Hochleistungsniveau. Bedrückend, wie das Stück um Not und Tugend, Leidenschaft und Verrat, wirkte das Bühnenbild von Stefanie Seitz. Die Beleuchtung und Waschbeckenreihen ließen den Raum wie ein Gefängnis wirken.

Das Landestheater wird erwachsen
Freunde heiter-beschwingten Musikgenusses werden mit der jüngsten Landestheater-Produktion kaum eine Freude haben. Alban Bergs Oper Wozzeck ist wahrlich schwere und schwierige Kost. Atonale Elemente und Vorformen der Zwölftonmusik lasten ebenso schwer wie der Stoff um Liebe, Verrat, Leidenschaft und Armut auf Sängern, Orchester und Publikum. Not und Tugend sind unvereinbar bei den armen Leuten, erklärt Wozzeck. Im Streben nach einem besseren Leben bleibt das Ende mit der ermordeten Marie unausweichlich.

Die graue Bühne wirkt durch Licht- und Schattenspiele wie ein Gefängniswaschraum, dem niemand entkommen kann. Die Enge wird verstärkt, indem die Rückwand unmerklich, aber stetig weiter nach vorne rückt, bis immer weniger Waschbecken übrig bleiben. Das letzte verbleibende Waschbecken reißt Wozzeck selbst heraus, blutend und sich selbst den Lebensquell abschneidend. Was Intendant Carl Philip von Maldeghem seinem Team mit der Produktion verordnet hat, ist beachtlich. Hier wird nicht dilettiert. Dem Publikum bot das Landestheater hohe Qualität und eine reife Leistung. Nach „Sound of Music“ ist es nun erwachsen geworden.

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