Am seidenen Faden
Im Marionettentheater Salzburg werden Holzpuppen zum Leben erweckt

Ein Herz für Marionetten: Barbara Heuberger und Puppenspieler Emanuel Paulus – er spielt in Hoffmanns Erzählungen mit.
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  • Ein Herz für Marionetten: Barbara Heuberger und Puppenspieler Emanuel Paulus – er spielt in Hoffmanns Erzählungen mit.
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Das Salzburger Marionettentheater hing am seidenen Faden – jetzt startet man voller Elan und mit "Hoffmanns Erzählungen" in die Zukunft.

SALZBURG. Ein großes Theater mit kleinen, zierlichen Darstellern – in diese Welt ist Barbara Heuberger vor rund 19 Jahren am Salzburger Marionettentheater eingetaucht. Seither agiert sie dort als Geschäftsführerin und steckt neben künstlerischem Können auch sehr viel Herzblut in das Puppentheater.

Marionettentheater Salzburg ist UNESCO-Kulturerbe

"Es fasziniert mich immer wieder, wie man mit einem Stück Holz so viel Emotionen ausdrücken und die Menschen in den Bann ziehen kann", erzählt Heuberger, während sie vorsichtig an einer chinesischen Marionette das Kleid zurechtzupft. "Diese Puppe benötige ich für eine Ausstellung im Foyer, die ich um Ostern herum plane. Das Marionettentheater erhielt 2016 den Titel ‚Immaterielles Kulturerbe’ der UNESCO, die Ausstellung rankt sich um diese Auszeichnung herum."

Umso mehr freut sich Heuberger, dass auch die Politik ein klares Signal gesendet hat und der Fortbestand des 1913 von Anton Aichner gegründeten Theaters gesichert ist. "Ich glaube, allen ist bewusst, dass dies ein echter Schatz ist, den wir in Salzburg haben und den Menschen in der ganzen Welt bewundern", meint Heuberger.

Fokus stärker auf Salzburg legen

Nur bei den Salzburgern selbst scheint es noch ein bisschen an Wahrnehmung zu fehlen – das will die quirlige Geschäftsführerin künftig verstärkt in Angriff nehmen.

"Mein Wunsch ist es, mehr in die Köpfe der Salzburger zu kommen – ich glaube, dass dabei auch die Figur des Kasperls eine zentrale Rolle spielt. Mit dem Kasperl verbindet man Nähe, viele kennen ihn seit ihrer Kindheit und das schafft Emotion. Wir waren in den letzten Jahren viel auf Tourneen, das ist natürlich wichtig und toll, aber ich möchte mich verstärkt auf unsere Wurzeln in Salzburg konzentrieren", sagt Heuberger.

Wiederaufnahme der Oper "Hoffmanns Erzählungen" 

Vorerst steht aber noch die nächste Premiere an: Anlässlich des 200. Geburtstags von Jacques Offenbach nimmt das Marionettentheater die Oper "Hoffmanns Erzählungen" wieder auf. Die Premiere ist am 13. April – gespielt wird bis August. Was das Publikum dabei erwartet?

"Wir haben einen unglaublichen Aufwand in diese Produktion gesteckt, die Puppen tragen wunderschöne, handgenähte Kleider. Und die Musik ist sehr einprägsam", gibt Heuberger einen kleinen Einblick. Vor einer Premiere sei sie immer sehr nervös – wenn nach der Vorstellung das Publikum jubelt, löst dies bei ihr und den Puppenspielern echte Glücksgefühle aus.

"Wir stecken so viel Akribie in die Proben, es geht um das emotional-psychologische Führen, damit wir die Charaktere mit einfachsten Mitteln – also mit zehn bis zwölf Fäden – zum Leben erwecken. Wir wollen das Publikum auf eine Reise in eine andere Welt entführen", so Heuberger.

700 Marionetten im Fundus des Marionettentheaters

Derzeit sind zehn Puppenspieler am Marionettentheater – diese bringen neben der hohen Fingerfertigkeit auch handwerkliches Können mit, vom Schneidern bis zum Schnitzen der meist aus Lindenholz hergestellten Puppen. Insgesamt befinden sich 700 Marionetten im Repertoire, meist hat man neun bis zehn Stücke im Programm.

"Die Zauberflöte und Sound of Music sind Klassiker, die spielen wir immer", fügt Heuberger hinzu. In diesem Jahr stehen auch noch der Nussknacker, Ein Sommernachtstraum, Rumpelstilzchen, Hänsel und Gretel und die Fledermaus auf dem Programm. "Brauchtum, Handwerk und Volkskunde, das zeichnet das Puppenspiel aus. Und diese große Kunst, verpackt in vermeintlich einfachen Dingen, wollen wir den Menschen näherbringen", so Heuberger.

Lesen Sie dazu den Wochenkommentar im Stadtblatt Salzburg

Autor:

Lisa Gold aus Salzburg-Stadt

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