Kommentar

Christoph Lindenbauer, Redakteur Stadtbaltt

Mit Ausländern, Flüchtlingen und Asylwerbern werden Wahlen entschieden. Genauer: Mit der Angst davor. In Deutschland ist die AfD mit diesem emotionalen Reizthema drittstärkste politische Kraft geworden, und in Österreich hat Kanzlerkandidat Sebastian Kurz einen erheblichen Teil seines bisherigen Erfolgs mit einem Kampf gegen eine nächste Flüchtlingswelle verknüpft. Vergessen wird dabei leicht, dass das Land von den vielen Zuwanderen langfristig profitieren kann, wenn sich die Neo-Bürger hier integrieren. Das geht – darüber herrscht Konsens – nur mit Bildung. Deshalb ist "Minerva" gar nicht hoch genug einzuschätzen. Das SOS-Kinderdorf (und viele andere Institutionen auch) macht mit seinem Bildungsprogramm für unbegleitete Jugendliche genau jene Arbeit, die für den sozialen Frieden, die Sicherung unserer (österreichischen) Pensionen und einen Teil des wirtschaftlichen Erfolgs wesentlich ist. "Minerva" ist nicht billig. Aber besser kann der Sozialstaat sein Geld gar nicht investieren.

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