ÖVP im Aufwind und grüne Turbulenz

70 von 100 Salzburgern ist mit diesem Regioerungsteam zufrieden.
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SALZBURG (lin). Der amtierende Landeshauptmann von Salzburg, Wilfried Haslauer, sitzt nicht nur fest im Sattel, er scheint sehr vieles richtig zu machen. Zum einen ist er allen Salzburgern bekannt. Haslauers Stellvertreterin Astrid Rössler von den Grünen bringt es auf 96 Prozent. Die übrigen Regierungsmitglieder liegen deutlich hinter Haslauer. Christian Stöckl bringt es auf 83 Prozent, Heinrich Schellhorn und Hans Mayr auf je 82, Martina Berthold auf 69 und Sepp Schwaiger auf auf 58 Prozent. 

Vertrauen wiegt noch mehr

Durch geführt wurde dieses Politbarometer - bestehend aus einer Hochrechnung samt repräsentativer Umfrage - vom Grazer Meinungsforschungsinstitutes GMK im Auftrag der Bezirksblätter Salzburg. Auf die Frage, "wie sehr vertrauen Sie diesem Politiker?" liegt Haslauer mit 81 Prozent Zustimmung voran. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs an Vertrauen von 8 Prozent für Haslauer. Bemerkenswert dabei: Innerhalb der eigenen Wählerschaft stützt sich Haslauer auf eine Zustimmung von über 94 Prozent.
Meinungsforscher Anton Leinschitz: "Das ist ist ein außergewöhnlich hoher Wert, der in österreichischen Politlandschaft selten anzutreffen ist".

Dieser Wert ist bei den Anhängern der übrigen Parteien naturgemäß niedriger aber dennoch durchgehend gut. Auch die deklarierten Wähler der SPÖ, der Grünen und der FPÖ haben mit Haslauer laut Umfrage kein Problem.
Bei Astrid Rösslers sieht die Sache mit dem Vertrauen ganz anders aus. 58 Prozent misstrauen ihr, nur 42 Prozent fühlen sich bei ihr in guten Händen (Pronzentwert beziehen sich auf jene Begragte, die ein Urteil abgegeben haben, wie Leinschitz betont).
Rössler ist das einzige Mitglied der Landesregierung, das im Vergleich zum Politbarometer des Jahres 2016 verloren hat (minus 3). Dieser Vertrauensverlust ist nicht zuletzt durch die Ablehnung der FPÖ-Wähler erklärbar, die diese Kennzahl deutlich drücken. Nur 13 Prozent der FPÖ-Wähler vertrauen Rössler. Die grüne Frontfrau wird in dieser Kategorie sogar von allen anderen Regierungskollegen überflügelt. Vor allem von Christian Stöckl, der mit 78  Prozent (plus 6) Vertrauensvorschuss nur knapp hinter Haslauer liegt. Auch der unauffällige Agrarlandesrat Sepp Schwaigder hat 73 Prozent (plus 8), die für Kinder und Bildung zuständige Martina Berthold hat 59 (plus 5), und Kultur- und Soziallandesrat Heinrich Schellhorn kommt auf 57 (plus 5). Sogar der Verkehrslandesrat der Bürgergemeinschaft für Salzburg, Hans Mayr, der um seinen Einzug in den Landtag kämpfen muss, liegt in der Kategorie "sehr oder ziemlich vertrauenswürdig" vor Rössler.

Haslauer nützt LH-Bonus

Seine ruhige, konsensoirientierte und staatstragende Art in der Öffentlichkeit aufzutreten, kommt bei den Wählern offenbar an und flößt Vertrauen ein. Zudem ist es ihm gelungen, Konfliktthemen zu umschiffen, sogar des gemeinsam beschlossene, komplexe und nicht unumstrittene neue Raumordnunggesetz wird mehr mit Rössler verknüpft als mit Haslauer. Fazit: Der Wähler honoriert, dass in der Regierung nicht gestritten wird und dass der LH bisher keine gravierenden Fehler macht.

Grüne Frontfrau unter Druck

Die fast schon als kategorisch zu bezeichnende Ablehnung durch die FPÖ-Wähler betrifft Rössler als Person und nicht so sehr die gesamte  Partei. Denn Kultur- und Soziallandesrat Heinrich Schellhorn und Martina Berthold, Landesrätin für Kinderbetreuung und Bildung, bringen es auf einen höheren Vertrauens-Index als Rössler. Darüber hinaus trauen die Befragten Schellhorn und Berthold genau so oft zu, "in Zukunft etwas weiterzubringen" wie der LH-Stellvertreterin.  Aber bei den FPÖ-Wählern ist dieser Wert für Schellhorn und Berthold um ein vielfaches höher wie für Rössler.

Der Grazer Meinungsforscher Anton Leinschitz fasst die Lage der der Grünen Frontfrau Astrid Rössler so zusammen: "Natürlich gibt es grüne Positionen und Inhalte, die nur schlecht in das politische Wertesystem der FPÖ-Wähler passen. Wer sich beispielsweise für die Anliegen von Flüchtlingen stark macht oder für Themen wie gleichgeschlechtliche Ehe eintritt, wird von einer großen Zahl blauer Wähler abgelehnt."

Regierung, wir mögen dich

Das sagt die Umfrage. Und zwar eindeutig und mit steigender Tendenz. Im Jahr 2016 zeigten sich 4 Prozent der Salzburger mit der Arbeit der gesamten Landesregierung "sehr zufrieden", und 58 Prozent waren "ziemlich zufrieden".  "weniger oder gar nicht zufrieden" wurden nur von 33 Prozent genannt. Ein Jahr später sieht es noch besser aus für alle sieben Regierungsmitglieder zusammengenommen. Heuer sind 7 Prozent "sehr zufrieden" und 63 Prozent "ziemlich zufrieden", während nur noch 28 Prozent die Arbeit der Salzburgder Landesregierung ablehnen. Das ist - Hut ab - definitiv ein gutes Zeugnis.

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