Gastronomie und Geschäfte
Reisewarnung trifft Betriebe in Salzburg hart

Freundlich mit Maske: die Wirtin des "Zwettler's", Sophie Hohensinn (rechts), mit ihren Service-Mitarbeiterinnen Lisa und Steffi.
  • Freundlich mit Maske: die Wirtin des "Zwettler's", Sophie Hohensinn (rechts), mit ihren Service-Mitarbeiterinnen Lisa und Steffi.
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Die deutsche Reisewarnung für Salzburg hat für Hotellerie, Gastronomie und Geschäfte in der Stadt enorme Auswirkungen.

SALZBURG. Die heimischen Skigebiete trifft die deutsche Reisewarnung für Salzburg sehr, aber auch für die Hotellerie, Gastronomie und die Geschäfte in der Stadt Salzburg ist das Ausbleiben von deutschen Gästen eine Hiobsbotschaft.

"Reisewarnung kann man nicht schönreden"

Als "Problem, das man nicht schönreden kann", bezeichnet Andreas Gfrerer, Inhaber des Art-Hotels "Blaue Gans", die Reisewarnung. "Das bringt uns in eine sehr schwierige Situation. Leider hat uns die vorverlegte Sperrstunde nicht vor der Reisewarnung bewahrt. Wir haben in unserem Haus derzeit eine Auslastung von rund 30 Prozent. Eine Prognose für die kommenden Wochen abzugeben ist nahezu unmöglich. Die Situation ändert sich fast täglich und die Buchungen erfolgen sehr kurzfristig", so Gfrerer. Die Reisewarnungen innerhalb von Europa hält der Hotelier für wenig sinnvoll. "Wir sind ein Europa und das Virus macht nicht an der Grenze Halt."

Zufrieden zeigt sich Gfrerer hingegen mit der Auslastung in seinem gleichnamigen Restaurant. "Zwar werden uns jetzt die Besucher aus dem bayrischen Raum fehlen, aber wir haben Gott sei Dank sehr viele einheimische Stammgäste. Dass wir immer schon stark auf die Salzburger gesetzt haben, kommt uns jetzt zugute", betont Gfrerer.

"Sperrstunde um 22 Uhr tut weh"

Auf die zahlreichen Stammgäste zählt auch Sophie Hohensinn, die gemeinsam mit ihrem Mann Klaus das Wirtshaus "Zwettler's" in der Kaigasse führt. "Unsere Stammgäste halten uns die Treue und kommen nach wie vor zu uns, auch die eingeführte Registrierungspflicht hat bei uns zu keinem Rückgang geführt", erzählt Sophie Hohensinn. Die Sperrstunde um 22 Uhr tut aber freilich auch ihrem Betrieb weh. "Es ist nicht angenehm, wenn die Gäste gemütlich am Tisch sitzen und man sie als Gastgeber dann zum Aufbruch bewegen muss. Eine Sperrstunde um 23 Uhr wäre schon besser, dann könnten auch die Leute, die etwas später kommen, in Ruhe ihr Essen genießen", so die Zwettler's-Wirtin.

Die Reisewarnung aus Deutschland schmerzt sie freilich ebenso. "Wir haben einige Gäste aus dem angrenzenden Bayern, die werden uns jetzt natürlich wegfallen. Zudem merken wir im Mittagsgeschäft, dass viele wieder vermehrt im Homeoffice arbeiten", ergänzt die Wirtin.

Viele Stammkunden aus Bayern

Viele Kunden aus dem bayerischen Raum verzeichnet auch Julia Gehmacher vom "Gehmacher Home Store" in der Altstadt. "Die eine Hälfte unserer Kunden sind Salzburger Stammkunden, die andere Hälfte sind Kunden aus anderen Bundesländern und aus Bayern. Das tut natürlich sehr weh."
Ähnlich sieht das Brigitte Hirschegger, die die Boutique "Via Venty" führt – ihr Kundenkreis reiche stark in den bayerischen Raum bis nach München hinaus. "Man hat das mit der Reisewarnung befürchtet, aber dennoch gehofft, dass es nicht dazu kommt. Wir haben sehr viele Stammkunden aus Bayern, insofern ist die Reisewarnung natürlich extrem bedauerlich. Wir sind aber dennoch guter Dinge: Die Salzburger kommen nach wie vor sehr gerne, auch Kunden aus anderen Bundesländern. Viele sind jetzt schon auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken und wir wollen ein schönes, entspanntes Einkaufserlebnis bieten", sagt Hirschegger.

Hoffen auf baldiges Ende der Reisewarnung

Als eine "Katastrophe" bezeichnet Elisabeth Aigner, Geschäftsführerin des Traditions-Cafés Tomaselli, die deutsche Reisewarnung. "Unsere deutschen Gäste machen den Großteil unseres Geschäfts aus, für uns ist das eine Katastrophe. Natürlich haben wir unsere Salzburger Stammgäste, aber am Nachmittag sind es Gäste aus dem angrenzenden Bayern, die bei uns Kaffee trinken und einen Kuchen essen. Wir brauchen die Gäste aus Bayern", so Aigner. Sie hoffe, dass durch die Herbstferien jetzt vermehrt auch Österreicher ins Tomaselli kommen und dass die Reisewarnung "möglichst bald ein Ende findet".

Wie ein Salzburger Familienbetrieb trotz Herausforderungen neue Wege geht, lesen Sie hier

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