Gute Zuhörer
Telefonseelsorge: offenes Ohr für Sorgen der Menschen

  • Foto: Erzdiözese Salzburg
  • hochgeladen von Lisa Gold

SALZBURG (lg). "Jeder hat sein Packerl zu tragen, und wenn es irgendwann zu viel wird, dann leihen wir den Betroffenen gerne unsere Ohren", erzählt Gerhard Darmann, der seit 2003 die Telefonseelsorge Salzburg leitet. Das "Packerl", von dem der Psychotherapeut und Theologe spricht, ist vielfältig gefüllt und reicht von familiären Sorgen bis hin zu Stress oder Mobbing im Beruf. Die häufigsten Gründe seien aber die Einsamkeit und andere seelische Nöte, die den Menschen zu schaffen machen und sie die Telefonseelsorge-Nummer 142 wählen lassen. „Das hat sich über die 40 Jahre, in denen es die Telefonseelsorge Salzburg gibt, kaum gewandelt, trotz der veränderten Kommunikationsmöglichkeiten.“

Umgang mit psychischen Erkrankungen

Insgesamt 350.000 Stunden hat das Team rund um Darmann in den vergangenen 40 Jahren telefoniert und mehr als 440.000 Gespräche entgegengenommen.
Eine Veränderung ortet der Telefonseelsorge-Leiter im Umgang der Anrufer mit seelischen Erkrankungen: „Die werden offener angesprochen als früher. Mit aller Vorsicht kann man hier von einem Teilerfolg in der Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen sprechen. Die Scham und Scheu, auch über psychische Probleme zu reden, sind geringer geworden." Das "darüber reden" sei es, was besonders wichtig ist. "Ich sage immer: solange darüber geredet wird, gibt es noch Hoffnung, dass man helfen kann", erklärt Darmann.

Tag und Nacht erreichbar

Neben den vielen Ehrenamtlichen der Telefonseelsorge Salzburg, die auch im Pinzgau und Lungau Außenstellen hat, ist die 53-jährige Gudrun Köck eine der hauptamtlichen Mitarbeiter.
Für Köck ist die Möglichkeit, für andere Menschen in schwierigen Lebenslagen da zu sein, die große Motivation. "Trauer und Beziehungsprobleme sind weitere Themenfelder, die die Anrufer beschäftigen", führt Köck aus. Dass die Telefonseelsorge an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden erreichbar ist, funktioniere nur dank des Engagements der freiwilligen Mitarbeiter. "Sie sind das Herz der Telefonseelsorge", so Darmann, der vor allem auch über den Aufbau der kids-line und der Chatberatung stolz ist.

Qualität bei der Ausbildung

"Die jüngeren Anrufer beschäftigen Themen wie schulische Probleme, Streit mit den Eltern, Mobbing oder Liebeskummer", schildert Darmann. Für die Anrufenden ein „offenes Ohr“ zu sein, das ist die Kunst und Herausforderung zugleich. Daher wird auf die Qualität der Ausbildung großer Wert gelegt: Regelmäßige Supervision und Weiterbildung sollen auch nach der Ausbildung die „Kunst der Gesprächsführung" fördern.

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