Fettes Schwein
UMFRAGE - Drei-Gänge-Menü einer gescheiterten Beziehung

Helen könnte Toms Traumfrau sein, aber Tom fehlt der Mut. Ihm ist es wichtiger, was andere Leute über ihn denken.
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  • Helen könnte Toms Traumfrau sein, aber Tom fehlt der Mut. Ihm ist es wichtiger, was andere Leute über ihn denken.
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Mit "Fettes Schwein" zeigt das Theater ecce mit bravourösen Schauspielleistungen eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die an fehlendem Mut scheitert.

SALZBURG. Um eines vorwegzunehmen: Im Theaterstück "Fettes Schwein" geht es nicht um das Problem des Essens. Es geht um Liebe. Um zu viel Liebe zum Essen und zu wenig Liebe zum Miteinander und sich selbst gegenüber. Im Stück von Neil LaBute in der Regie von Ben Pascal – vom Theater ecce im Kleinen Theater aufgeführt – stehen die Beziehungen im Mittelpunkt. Wie diese Risse bekommen und immer wieder aufbrechen, bis sie schließlich ganz zerbrechen, wird mit sehr viel Humor auf die Bühne gebracht.

Probleme sind angerichtet

Helen, gespielt von Bina Blumencron, lernt Tom, dargestellt von Wolfgang Kandler, im Restaurant beim Essen kennen. Wie sich die beiden annähern und über die Bühne hinweg ineinander verlieben, ist ebenso amüsant wie reizend zu beobachten. Aus Helen und Tom könnte ein Paar werden, wären da nicht Toms Arbeitskollegen Martin und Jeannie, die Toms Scham über seine "dicke" Freundin ausnützen und die neue Beziehung sabotieren.

Die Hüllen fallen lassen auf der Bühne und ehrlich sein, das schafft das Theater.
  • Die Hüllen fallen lassen auf der Bühne und ehrlich sein, das schafft das Theater.
  • Foto: Flausen
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Feinfühlig und offen

Das Stück lebt von den beiden Schauspielern Blumencron und Kandler. Während Blumencron im Fatsuit die meiste Zeit sitzend ihre Schlagfertigkeit zum Besten gibt und nur hier und da als Helen Unsicherheiten aufblitzen lässt, zeigt Kandler in seiner Rolle das gesamte Spektrum eines Mannes, der gerne mutig wäre und daran scheitert. Bis zum Schluss fiebert man dem Ende entgegen und wünscht sich, Tom würde aus dem gesellschaftlichen Zwang ausbrechen, sich zu Helen bekennen und einfach anfangen, glücklich zu sein, aber er resigniert "Ich wäre gern mutig, aber ich bin es nicht", gesteht er sich sein Versagen ein. Und als Helen anbietet, sich Tom zuliebe zu verändern und sich damit ein Stück weit selbst verrät, lässt einen das Stück wehmütig zurück. Von den vier Charakteren ist am Ende wirklich keiner glücklich. Am wenigsten Jeannie, die sich mit Kaugummi und Sport aushungert und sich so sehr nach Liebe sehnt, dass sie vergisst, sich selbst zu lieben.

Traurig und lustig

Bei der Aufführung vergangenen Samstag dauerte es eine Weile, bis die Zuschauer realisierten, dass das Ende des Stückes tatsächlich das Ende war. Trotz Wehmut und einem Gefühl des "Ach-hätten-sie-doch" bleibt das Stück "Fettes Schwein" mit viel Humor in Erinnerung. Wer Lust auf einen kurzweiligen Abend mit Gesellschaftskritik hat, kann das Stück noch am 9., 28. und 29. Oktober im Kleinen Theater sehen.

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