Warum der silberne Geist von Mozart über den Alten Markt schwebt

Edwin Hödl alias "Ed Silver" schwebt als Geist von Mozart über dem Alten Markt.
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Zwei Münzen liegen im silbernen Behälter vor "Ed Silver". Er lächelt und sagt: "Das ist eine Illusion, so wie alles andere auch, denn das Geld verschwindet." Dann deutet er auf einen Schlitz im mit Alufolie verkleideten Becher und lächelt wieder. Das Lächeln ist es auch, das er auf den Gesichtern der Passanten verbreiten möchte.

Als "Geist von Mozart" schwebt er scheinbar schwerelos über dem gepflasterten Boden am Alten Markt in der Salzburger Innenstadt. Sein statisches Geheimnis möchte er in der Zeitung lieber nicht gelüftet sehen, dafür verrät er andere Details seiner Arbeit. Sein Silbergewand mit Spezialbeschichtung ist atmungsaktiv und reflektiert die Sonne, was die Hitze erträglich macht. Freilich, an heißen Tagen muss er in den sechs bis acht Stunden seiner Tätigkeit fünf Liter Wasser trinken. Seinen Arbeitsplatz muss er dennoch nie verlassen, denn die Flüssigkeit verdunstet auf natürliche Weise.

Als er nicht Ed Silver war

Früher, und das ist jetzt mehr als neun Jahre her, war er noch nicht "Ed Silver", sondern Edwin Hödl und arbeitete als Abteilungsleiter in einer Druckerei. "Ich habe gearbeitet, geschlafen, gearbeitet, geschlafen. Mein Chef war immer zufrieden, ich habe viel Geld verdient und mit meiner Frau und den Kindern ein Haus gebaut. Nur war ich nie daheim. Und was macht eine Frau dann?" Er blickt von seinem imaginären Sockel herunter. "Sie lässt sich scheiden, völlig zu Recht. Nur ich bin leider nicht rechtzeitig aufgewacht." Jetzt reicht sein Geld gerade so zum Überleben, dank seiner Partnerin. Jetzt will er die Menschen, die bei ihm kurz stehen bleiben, glücklich machen. Mit einem Lächeln, denn das kann mehr wert sein als Geld, sagt er und fügt hinzu: "Wen habe ich denn früher glücklich gemacht? Meine Familie jedenfalls nicht."

Die silberne Schminke trägt er innerhalb von einer Minute auf, das Abschminken funktioniert jedoch nicht mit Wasser alleine – deshalb kann ihm auch der Salzburger Schnürlregen nichts anhaben –, sondern mit Seife und einem Augen-Make-up-Entferner, ein Geschenk, das er zum Vatertag bekommen hat.

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Autor:

Stefanie Schenker aus Salzburg-Stadt

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