Rucksackprojekt
Wissen und Spaß sind mit im Gepäck

Lesespaß im Kindergarten: Stadtteilmutter Semina Rekic liest den Kindern mehrsprachige Geschichten vor.
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  • Lesespaß im Kindergarten: Stadtteilmutter Semina Rekic liest den Kindern mehrsprachige Geschichten vor.
  • Foto: Stadt Salzburg
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Mit einem deutlich größeren Programm lässt der Rucksack-Sommer in den Ferien keine Langeweile aufkommen.

SALZBURG. Ein Rucksack, vollgepackt mit Chancen, Wissen und Möglichkeiten – so lässt sich das seit 2007 bestehende Rucksack-Projekt in den städtischen Kindergärten umschreiben.
Ziel des Integrations-Projekts sind die Förderung der eigenen Muttersprache und die Verbesserung der Deutschkenntnisse der Kindergartenkinder, und das in möglichst niederschwelliger Form.

Und noch viel mehr, wie Ulrike Stefflbauer vom städtischen Beauftragtencenter, zuständig für Sprachförderung, betont. "Es gelingt die Integration der Kinder und Eltern, die weit über das Verbessern der Sprachkenntnisse hinausgeht. Die sozialen Kompetenzen werden gestärkt, es entsteht eine Gemeinschaft und ein Netzwerk, das in viele Lebensbereiche hineinreicht. Nur wer die jeweilige Muttersprache gut beherrscht, kann auch eine andere Sprache, in unserem Fall Deutsch, richtig erlernen."

Stadtteilmütter sind Herzstück des Rucksackprojekts

Herzstück dabei sind zweifelsohne die "Stadtteilmütter", die sich einmal wöchentlich mit ihren Rucksack-Gruppen in den Kindergärten treffen. Sie bereiten Übungsmaterialien zu bestimmten Themen vor, lesen den Kindern zweisprachige Geschichten vor und sind für viele Eltern zu Vertrauenspersonen avanciert.

Eine dieser Stadtteilmütter ist Semina Rekic. Sie schätzt vor allem den "Beziehungscharakter" des Rucksack-Projekts. "Die gute Beziehung zwischen Eltern, Kindern und Pädagogen bildet das Fundament, damit Lernen richtig gut gelingen kann", ist Rekic überzeugt. Ähnlich sieht das auch Stefflbauer: "Die Stadtteilmütter verfügen selbst über Migrationshintergrund, sie können von ihren eigenen Erfahrungen sprechen, wissen, mit welchen Herausforderungen man konfrontiert ist, und das schafft Vertrauen und ein Begegnen auf Augenhöhe."

Ferienprogramm im Rucksacksommer

In diesem Sommer wird das Rucksack-Projekt aufgrund der Corona-Pandemie deutlich erweitert und wandert in den Ferien in die sechs Bewohnerservice-Stellen (BWS) der Stadt. Eine Idee, die bei Sozial-Stadträtin Anja Hagenauer (SPÖ) auf offene Ohren gestoßen ist. "Es war ein Anliegen der Stadtteilmütter, in dieser speziellen Situation helfen zu wollen. Es geht um ein soziales Miteinander in der Stadt und wir haben aus einer schwierigen Situation versucht, das Beste für jene Kinder, die Unterstützung brauchen, herauszuholen", so Hagenauer.

Bewegung und Ernährung, Lesen und Lernen

Basierend auf den vier Säulen "Gesunder Genuss" und "Bewegung im Park" (beides in Kooperation mit Avos) sowie dem "Sommer-Lesen" und dem "Sommer-Lernen" soll Kindern und Eltern ein abwechslungsreiches Programm geboten werden. Bei Schönwetter findet ein Großteil des Angebots im Freien statt – in Parks oder auf öffentlichen Spielplätzen.

"Nach den belastenden Wochen und Monaten während der Corona-Situation, in der viele Eltern mit Homeschooling und Betreuung auf engstem Raum konfrontiert waren, wollen wir Entlastung bieten. Aus Rückmeldungen wissen wir, dass viele Eltern überfordert und manchmal mit den Nerven am Ende waren. Es sollen nicht die Kinder, die sich vielleicht ohnehin schon etwas schwerer tun, jetzt noch mehr zum Handkuss kommen", so Stefflbauer und bezieht sich dabei vor allem auch auf die Schulanfänger-Kinder. "Für sie ist die Sprachförderung durch das Rucksack-Projekt vielfach weggefallen, das macht sich natürlich bei den Sprach-Tests, mit denen sie in die Schule eingestuft werden, bemerkbar. Mit dem Sommer-Lernen, an dem auch Volksschüler und Schüler der Neuen Mittelschule teilnehmen können, wird hier Unterstützung geboten", führt Stefflbauer aus.

Angebot auch im nächsten Jahr

Nach dem Sommer wolle man evaluieren und das Programm eventuell auch im nächsten Sommer anbieten. Angedacht ist auch, gemeinsam mit den Stadtteilmüttern ein spezielles Förderprogramm für Schulanfänger und Volksschüler zu machen, dazu habe es laut Stefflbauer auch bereits Gespräche mit Vizebürgermeister Bernhard Auinger gegeben. "Wichtig ist es, niederschwellig zu agieren und die Menschen dort abzuholen, wo sie sind, nämlich in ihrem jeweiligen Stadtteil", so Stefflbauer.

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Autor:

Lisa Gold aus Salzburg-Stadt

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