Salzburg wählt
Auinger will für die SPÖ den Bürgermeistersessel zurückerobern

Vizebürgermeister Bernhard Auinger will bei der Wahl den Bürgermeistersessel für die SPÖ zurückerobern.
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Vizebürgermeister Bernhard Auinger will das Amt des Bürgermeisters für die Sozialdemokraten in der Stadt Salzburg zurückerobern.

SALZBURG. 294 – diese Zahl ist für SPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Auinger die "magische Grenze", die es bei der Bürgermeisterwahl zu überschreiten gilt. Exakt diese 294 Stimmen lag Auinger bei der Bürgermeister-Stichwahl im Dezember 2017 hinter Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP).

Wie er diesen Rückstand aufholen will, was Auinger sich von der neuen Innenstadtregelung erhofft und was er unter "Nachverdichtung mit Augenmaß" versteht, erzählt der 44-Jährige im Interview.

Herr Vizebürgermeister, Sie wollen Salzburg zur Nummer 1 in Österreich machen, wie auf Ihrer Homepage zu lesen ist. In welchen Bereichen soll das passieren?
Bernhard Auinger:
Ich bin ein Sportler, daher gilt für mich: Als Nummer zwei ist man schon der erste Verlierer. Im Bereich Verkehr liegt Salzburg auf Platz neun im österreichweiten Vergleich, da muss etwas passieren. Sehr gut aufgestellt sind wir beim Thema Lebensqualität, Sicherheit, aber auch was den Radverkehr betrifft. Ich bin kein Wunderwuzzi, aber ich habe Visionen für die Stadt, und diese möchte ich umsetzen.

Ist die Sperre des Neutors dafür ein erster Schritt?
Bernhard Auinger:
Mit der neuen Innenstadtregelung wollen wir die Altstadt beleben und vom Durchzugsverkehr befreien. Zudem können wir den öffentlichen Verkehr beschleunigen. Es ist ein Hebel, an dem wir drehen, natürlich braucht es zusätzlich Gesamtlösungen, die wir gemeinsam mit dem Land anpacken müssen. Aber ich sehe es schon auch als unsere Aufgabe in der Stadt, selbst aktiv zu werden.

Welche Konzepte für den Verkehr legen Sie auf den Tisch?
Bernhard Auinger:
Wir sollten zunächst auf die öffentlichen Verkehrsmittel setzen, die zur Verfügung stehen. Es braucht Taktverdichtungen beim Obus und beim Albus. Auch Expressbuslinien in die Umlandgemeinden können ohne erheblichen finanziellen Aufwand rasch umgesetzt werden.

Eine neue Idee dazu ist die Einführung einer Albus-Tangentiallinie von Salzburg Süd nach Liefering. Auch die Anbindung des Messezentrums an die Lokalbahn könnte Entlastung schaffen, sowohl für Pendler als auch für Touristen.

Wohnen ist seit jeher ein zentrales Thema der Sozialdemokratie. Die Stadt-SPÖ spricht sich für eine Nachverdichtung mit Augenmaß aus. Heißt das, Objekte wie das Stadtwerk-Areal wird es künftig nicht mehr geben?
Bernhard Auinger:
Höhe per se ist nicht hässlich, es geht um eine ansprechende Gestaltung. Wir müssen hier mehr Grün in die Anlagen bringen, auch die Dächer und Fassaden mitdenken.

Und ganz wichtig: die Bürger miteinbinden. Ab einer Größenordnung von 100 bis 150 Wohneinheiten halten wir eine Bürgerbeteiligung für dringend notwendig, und zwar bereits vom Start weg. Aktuell ist es ja meist so, dass die Bürger höchstens mitbestimmen können, ob ein Baum links oder rechts der Bank gepflanzt wird.

Großzügige Grünflächen sind durchaus schön, sorgen aber noch nicht für leistbare Wohnungen. Wo muss man ansetzen?
Bernhard Auinger:
Die Stadt muss aktive Bodenpolitik betreiben, also selbst Grundstücke kaufen und diese dann entwickeln. Fest steht für uns aber auch: In das Grünland greifen wir sicher nicht ein.

Der Ausbau geförderter Mietwohnungen muss vorangetrieben werden, auch Projekte wie die Sieben-Euro-Mietwohnung. Eine Leerstandsabgabe in Höhe der jährlichen Wertsteigerung ist auch ein Mittel, um endlich mehr Wohnungen auf den Markt zu bringen.

Bei der letzten Wahl, der Bürgermeister-Stichwahl im Dezember 2017, trennten Sie nur 294 Stimmen vom ersten Platz. Warum soll es diesmal gelingen?
Bernhard Auinger:
Ich sehe die Wahl auch als Richtungsentscheidung. Die Frage für die Wähler ist: Will man den harten Kurs der ÖVP-Bundespolitik auch in Salzburg? Ich stehe für eine vielfältige Stadt, im Wahlkampf erfahren mein Team und ich viel positives Feedback. Es wird eng werden, aber ich bin sehr optimistisch.

Salzburgs AK-Präsident Peter Eder bezeichnet Sie als "echten Gerechtigkeitsfanatiker" – was würden Sie als Ihre persönlichen Stärken bezeichnen?
Bernhard Auinger:
Sehr ehrgeizig, zu 100 Prozent ehrlich und einer, der sehr menschlich agiert.

Vizebürgermeister Bernhard Auinger will bei der Wahl den Bürgermeistersessel für die SPÖ zurückerobern.
Vizebürgermeister Bernhard Auinger will bei der Wahl den Bürgermeistersessel für die SPÖ zurückerobern.

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