Kulturausschuss
Heftige Debatte zwischen ÖVP und SPÖ um Förderung für Musikfestival

SPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Auinger zeigt sich verärgert über die Diskussion im Kulturausschuss
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Ein Amtsbericht zum heurigen Jazzfestival Take The A-Train mit einer beantragten Projektförderung von 30.000 Euro sorgte im heutigen Kulturausschuss für heftige Diskussionen zwischen SPÖ und ÖVP.

SALZBURG. Das Musikfestival rund um den Salzburger Hauptbahnhof geht im September in seine sechste Auflage. Im Budgetgemeinderat im Dezember wurde eine Projektförderung in Höhe von 30.000 Euro für das Take The A-Train-Festival beschlossen. Geht es nach der ÖVP, soll dieser Betrag jetzt um jene Fördersumme, die die Tourismus Salzburg Gesellschaft (TSG) für das Musikfestival zuschießt, reduziert werden. 

SPÖ-Vize Auinger zeigt sich verärgert

Für Ressortchef und SPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Auinger ein Schlag ins Gesicht für die freie Szene und eine "völlig neue und für mich nicht nachvollziehbare Vorgangsweise der ÖVP. Wir haben uns im Dezember auf die Fördersumme von 30.000 Euro aus dem Kulturbudget geeinigt - für uns ein Kompromiss, denn wir wollten eine ursprüngliche Fördersumme von 35.000 Euro. Jetzt von diesen vereinbarten 30.000 Euro noch etwas zu reduzieren, mit der Begründung, dass die TSG das Ganze ja auch fördert, ist absolut unverständlich. Für das Musikfestival würde das de facto bedeuten, dass sie weniger Subvention bekommen als im Vorjahr. Das kann es einfach nicht sein", zeigt sich Auinger verärgert.

Er habe auch bereits Gespräche mit ÖVP-Klubobmann Christoph Fuchs geführt, auch mit Bürgermeister Harald Preuner werde er ein Gespräch suchen. "So kann das nicht weitergehen, da wird es mit der Zusammenarbeit schwierig. Es müssen die Zahlen gelten, die ausgemacht waren. Und wenn die ÖVP jetzt sagt, es soll von der TSG keine Förderung mehr geben, dann muss man eben das Kulturbudget entsprechend erhöhen", so Auinger.

ÖVP: Gesamtsumme der Förderung bleibt gleich

Die Aufregung Auingers nicht nachvollziehen kann die ÖVP-Gemeinderätin und Vorsitzende des Kulturausschusses, Karoline Tanzer. "Wir haben uns im Budgetgemeinderat darauf geeinigt, dass das Take The A-Train-Festival mit 30.000 Euro von der Stadt gefördert wird. Da die TSG eine 100-prozentige Gesellschaft der Stadt ist, haben wir den Hauptantrag insofern geändert, dass eine allfällige Förderung der TSG die Förderung der Stadtgemeinde im selben Ausmaß reduziert. Die Gesamtsumme von Seiten der Stadt Salzburg bleibt mit 30.000 Euro bestehen. Insofern habe ich die Argumentation der Kollegen aus der SPÖ nicht nachvollziehen können", sagt Tanzer.

Das sieht auch ÖVP-Klubobmann Christoph Fuchs so. "Das Musikfestival wird mit 30.000 Euro von der Stadtgemeinde Salzburg gefördert. Dazu stehen wir. Was wir nicht wollen, sind versteckte Doppelförderungen. Wenn die TSG als 100-prozentige Gesellschaft der Stadt hier zusätzlich fördert, dann speist sich das ja auch wieder aus den Mitteln der Stadt", so Fuchs. 

Kultur in allen Stadtteilen

Für SPÖ-Kultursprecher Sebastian Lankes ist die Debatte vor allem als Absage von Seiten der ÖVP an die freie Kulturszene einzuordnen. "Die ÖVP möchte scheinbar kulturelle Veranstaltungen nur mehr in der Altstadt, obwohl wir Kultur in alle Stadtteile bringen möchten. Das Take the A-Train Festival ist in der E-Vorstadt bestens etabliert und schafft niederschwelligen barrierefreien kulturellen Zugang. Gleichzeitig bietet das Festival gerade jungen Musikern eine Bühne und bindet auch Schulen ein. Mit der Kürzung des Festivals würden sich die Veranstalter die Hauptbühne am Bahnhofsvorplatz nicht mehr leisten können", so Lankes.

Bürgerliste: Klares Bekenntnis der ÖVP zur freien Szene

Ein klares Bekenntnis der ÖVP zur freien Kulturszene fordert Bürgerlisten-Klubobfrau Ingeborg Haller. "Wir haben ja bereits beim Stadtbudget 2020 vor allem auch deswegen nicht mitgestimmt, weil hier Kürzungen im Kulturbereich ohne finanzielle Notwendigkeit getroffen wurden - etwa die Kürzungen für den Dachverband der Salzburger Kulturstätten. Das war schon ein Vorgeschmack und ein Signal der ÖVP. Es ist hoch an der Zeit, dass sich die ÖVP klar zur freien Kulturszene bekennt, wir brauchen diese vielfältige Kultur in den Stadtteilen. Es ist inakzeptabel, wenn die ÖVP nicht mehr zu Zusagen steht, die sie im Budget noch gemacht haben und jetzt bei höchst erfolgreichen und beliebten Veranstaltungen wie dem Take The A-Train-Festival einsparen wollen", sagt Haller. 

Für FPÖ-Klubobmann Andreas Reindl ist die "rot-grüne Mehrheit in den Ausschüssen Geschichte und das ist gut so. Salzburg braucht eine Kurskorrektur auch in der linken Kulturpolitik", so Reindl.

Das Thema wird auch im nächsten Kulturausschuss behandelt werden - die SPÖ ging damit auf Klubberatung.

Den aktuellen Kommentar zu diesem Thema lesen Sie hier

Mehr zum Jazzfestival Take The A-Train lesen Sie hier

SPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Auinger zeigt sich verärgert über die Diskussion im Kulturausschuss
ÖVP-Klubobmann Christoph Fuchs kann die Kritik der SPÖ nicht nachvollziehen.

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Lisa Gold aus Salzburg-Stadt

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