Aus für Rauchmühle
In Salzburg-Lehen wird es nun doch kein Kreativzentrum "Rauchmühle" geben

Hier im Stadtteil Lehen hätte das Kreativzentrum "Rauchmühle" entstehen sollen
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Zu teuer: Das offenes Kreativzentrum Rauchmühle im Stadtteil Lehen kommt nicht.

SALZBURG. Das "Kreativzentrum Rauchmühle“ war als Leuchtturmprojekt der Stadt für kreative Startups und die freie Kulturszene gedacht, auch der Bachchor sollte dort Proberäume erhalten. Jetzt kommt das Aus - Grund sei eine erneute Kostensteigerung.

Offenes Kreativzentrum kommt nicht

„Die nun bekannt gewordene, erneute Kostensteigerung auf bis zu 21 Millionen Euro ist für mich als Finanzreferent völlig inakzeptabel. Das ist viel zu teuer. Deshalb haben wir die Notbremse gezogen. Das Offene Kreativzentrum kommt in dieser Form nicht", betont Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP). 

Ein erster Grundsatzbeschluss vom 14. Dezember 2017 hatte Gesamtkosten von knapp zwölf Millionen Euro vorgesehen. Dem weiteren Beschluss vom 11. April 2018 ging eine von der Stadt Salzburg Immobilien Gesellschaft SIG angestellte Kostenschätzung in Höhe von rund 15 Millionen Euro (inkl. Grundankauf) voraus. Die nun bekannt gewordene weitere Schätzung weist eine erneute Kostensteigerung um knapp 4,5 Millionen Euro auf 19 Millionen Euro auf.

Preuner hat bereits den Vertreter des Projektbetreibers Prisma, Bernhard Ölz, sowie das Land darüber informiert.
Bisher sind der Stadt Salzburg Kosten von 115.000 Euro entstanden.

Auinger enttäuscht über Projekt-Aus

Enttäuscht über das Aus für das Projekt Rauchmühle zeigt sich SPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Auinger. Er hätte gerne im Stadtsenat am kommenden Montag noch über eine kostengünstigere Variante diskutiert.

"Die Rauchmühle würde die Chance bieten, in dieser für Salzburg einmaligen historischen Industriearchitektur einen innovativen Entwicklungsstandort zu schaffen. Ich muss schweren Herzens zur Kenntnis nehmen, dass sich das Projekt aufgrund des von der Politik vorgegeben Umfangs in einem Kostenrahmen bewegt, der im Hinblick auf die finanziellen Herausforderungen der Stadt mehrheitlich kritisch betrachtet wird", betont Auinger. 

Alternative Lösungen suchen

Er wolle jetzt in seiner Funktion als Kulturressortchef versuchen, mit Prisma eine Form der Einbindung auszuverhandeln. "Denn das über die Jahre erworbene Knowhow der Kulturabteilung, Bauabteilung und des Wirtschaftsservice sollte weiterhin im Projekt bleiben. Wir müssen rasch nach alternativen Lösungen suchen, an der Notwendigkeit des inhaltlichen Konzepts hat es nie Zweifel gegeben." Einen Teil der finanziellen Mittel haben man in den Gesprächen dennoch für das Bildungsbauprogramm sowie bauliche Maßnahmen für die freie Kulturszene sichern können.

Berthold fordert inhaltliche Lösungen 

Bürgerlisten-Stadträtin Martina Berthold zeigt sich ob des Aus enttäuscht und fordert weitere Gespräche. "Es kann nicht sein, dass ein derartiges Großprojekt einfach so gestrichen wird, zumal man sich im Parteienübereinkommen geeinigt hatte, das Projekt umzusetzen", so Berthold und führt weiter aus: "Wir müssen der freien Kulturszene Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, wo diese sind, darüber kann man diskutieren, da sind wir offen. Aber es braucht inhaltliche Lösungen", betont Berthold.

"Kulturpolitischen Missstand ein Ende bereiten"

Ähnlich argumentiert Parteikollege, der Bürgerliste Kultursprecher Markus Grüner Musil: „Wir bedauern es sehr, dass dieses Projekt kurzerhand gestrichen wird. Wir als Bürgerliste verstehen die Problematik der Finanzierung. Es braucht jetzt gemeinsame Lösungen und Kompromisse, sowohl was das Gebäude betrifft als auch die Nutzungen“, erklärt Grüner Musil. 

Er sieht mit dem drohenden Aus für die Rauchmühle nun vor allem den ressortzuständigen SPÖ-Vizebürgermeister Auinger jetzt in der Pflicht: „Sollte die Stadt nun tatsächlich dieses außergewöhnlich kluge und zukunftsweisende Projekt fallen lassen, ist vor allem Bernhard Auinger als Leiter der Kulturressorts gefordert, schnellst möglich Alternativen zu präsentieren, um diesem langjährigen kulturpolitischen Missstand ein Ende zu bereiten.“

Die Stadt müsse sicherstellen, dass eine "andere Nutzung als das ‚Offene Kreativzentrum Rauchmühle‘ nur unter der Bedingung erfolgt, dass dieses einzigartige Bauwerk in seiner Charakteristik erhalten bleibt“, so der Bürgerliste-Gemeinderat.

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