Mangel an Pflegekräften
Land übernimmt künftig Schulgeld für Pflegekräfte

Caritas-Direktor Johannes Dines, LHStv. Christian Stöckl und Michael König, Leiter des Diakoniewerks
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SALZBURG. Um den akuten Mangel an Pflegekräften entgegenzuwirken, startet das Land jetzt eine Ausbildungsoffensive: in den Schulen für Sozialbetreuungsberufe, die die Caritas und die Diakonie betreiben, wird das Land künftig das Schulgeld übernehmen. Dadurch erhoffe man sich, mehr junge Menschen für diesen Beruf gewinnen zu können. Zudem soll das Berufsbild ein neues, attraktives Image verpasst bekommen. 

Schwerpunkt: Langzeitpflege

Wie viele Pflegekräfte fehlen, lässt sich derzeit nicht genau festmachen. LHStv. und Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP) verweist auf eine Berechnung, wonach bis zum Jahr 2020 rund 600 Pflegekräfte im Bundesland fehlen. Diese stammt allerdings aus dem Jahr 2012, aktuelle Zahlen dürften sich höher belaufen. 
Vor allem in der Langzeitpflege und der mobilen Pflege wird händeringend nach Personal gesucht. Hier sollen Pflegefachassistenten im großen Stil ausgebildet werden. Gelingen soll dies zum einen durch die neue Kooperation zwischen dem Land und den von der Caritas und der Diakonie betriebenen Schulen. "Das Land übernimmt ab Herbst 2019 das Schulgeld, das beläuft sich auf rund 2.000 Euro pro Ausbildung und diese finanzielle Hürde wollen wir nehmen", so Stöckl. 
Für Caritas-Direktor Johannes Dines ein "Meilenstein", denn nun "habe man die Chance, wirklich etwas zu bewegen. Es ist ein schöner, erfüllender und sinnstiftender Beruf, das wollen wir vermitteln." 
Im Unterschied zur Pflege im Spital spiele bei der Langzeitpflege in den Seniorenwohnhäusern und Betreuungseinrichtungen die soziale Komponente eine starke Rolle. "Es geht darum, die Normalität des Alltags in den Vordergrund zu rücken, die Gestaltung der Freizeit zu organisieren und der Einsamkeit vorzubeugen", sagt Michael König von der Diakonie. 

In die Regionen gehen

Die Diakonie geht zusätzlich neue Wege: "Im Henndorf im Flachgau haben wir den Zuschlag für eine Hausgemeinschaft mit knapp 50 Bewohnern bekommen. Direkt dort wollen wir eine Schulklasse anbieten, um die Menschen direkt in das Arbeitsfeld hineinzuführen", erklärt König. 
Der Fokus auf den Regionen richtet auch Stöckl: "Wir schaffen dort zusätzlich Arbeitsplätze. Ich halte wenig davon, die Ausbildung nur im Zentralraum anzubieten." 

Mehr Pflegefachassistenten in Spitälern

Grundsätzlich lassen sich im Pflegeberuf die Formen Gehobener Dienst (Diplom und Bacherlor-Abschluss), Pflegefachassistenz und Pflegeassistenz unterscheiden. In den Spitälern sei laut Stöckl der Großteil des Personals im Bereich gehobener Dienst angesiedelt. "Das wollen wir in Zukunft jedoch drehen, ich kann mir eine 50/50 Verteilung zwischen gehobenem Dienst und Pflegefachassistenz gut vorstellen.
Auch in der mobilen Pflege erhofft man sich Verbesserungen, wenn mehr Pflegefachassistenten ausgebildet sind. Diese sollen dann auch Aufgaben übernehmen, die derzeit den diplomierten Kräften vorbehalten sind.

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