Im Interview
Martina Berthold: Die Stadt hat noch viel Luft nach oben

Mehr Holz für die Schulen: Die grüne Stadträtin Martina Berthold zeigt ein Vorzeigeprojekt, das Bildungszentrum Großarl.
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Die grüne Bau- und Umweltstadträtin Martina Berthold im Stadtblatt-Gespräch.

SALZBURG. Am zehnten März 2019 hat Salzburg einen neuen Gemeinderat gewählt – im Stadtblatt-Interview zieht Bürgerlisten-Stadträtin Martina Berthold Bilanz über die Zusammenarbeit in der Stadtregierung, spricht über die neue Mobilitätsgesellschaft und darüber, welchen Beitrag sie selbst zum Klimaschutz leistet.

Frau Stadträtin, auf Ihrer Homepage findet sich ein Zitat von Ihnen das da lautet: "Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt. Die andere steht auf, packt an und handelt." Wie sieht es aus, wenn Martina Berthold aufsteht, anpackt und handelt?
Martina Berthold:
Mein politisches Ziel ist, etwas Gutes für die Stadt zu tun. Und da steht für mich außer Frage: Es geht noch mehr und es ist Luft nach oben. Daher muss jetzt angepackt und gehandelt werden.

Jahrzehntelang war die Stadtpolitik vor allem durch die sogenannte rot-grüne Achse geprägt. Durch die Wahl im Vorjahr haben sich die Machtverhältnisse verändert. Wie sehr ist die "Allmacht" der ÖVP zu spüren?
Martina Berthold:
Das Proporzsystem und das Spiel der Kräfte prägen eine Regierung. Die ÖVP hat sich mit der FPÖ Mehrheiten abgesichert, Christoph Ferch agiert als Zünglein an der Waage. Ja, es besteht eine Quasi-Koalition aus ÖVP, FPÖ und Ferch und das sieht man am Stimmverhalten.

LH Wilfried Haslauer hat mit seiner Ansage, die Verkehrssparte aus der Salzburg AG herauszulösen, für Wirbel gesorgt. Jetzt wurde eine eigene Steuerungsgruppe, der auch Sie angehören, zu diesem Thema initiiert. Welche Punkte sind für Sie wesentlich?
Martina Berthold
: Wenn sich die Ausgliederung des Verkehrsbereichs aus der Salzburg AG als beste Lösung erweist, dann muss diese auch mit einer entsprechenden finanziellen „Mitgift“ erfolgen. Es kann nicht sein, dass man nur die defizitären Bereiche der Salzburg AG bekommt, sondern auch die profitablen Unternehmensbereiche wie die touristischen Verkehrsbetriebe, allen voran Festungsbahn und Mönchsbergaufzug.

Und auch die Parkgaragengesellschaft muss Teil dieser neuen Gesellschaft sein. Damit kann man auch endlich den dringend notwendigen Ausbau von Park&Ride-Anlagen vorantreiben. Das muss von zwei Seiten passieren, zum einen für Pendler an den Hauptachsen der Lokalbahn und der S-Bahn und zum anderen, um den touristischen Verkehr draußen zu halten. Bei Letzterem spreche ich von den Park&Ride-Anlagen Nord, Süd, Messe und man sollte auch den Flughafen mit hineinnehmen.

Sie brachten auch den Rückkauf der Anteile der oberösterreichischen Energie AG ins Spiel?
Martina Berthold:
Wir fordern, den Wert der Aktien-Anteile der oberösterreichischen Energie AG zu ermitteln und die Möglichkeit eines Rückkaufs zu prüfen. Eine Rückführung dieser 26,13 Prozent in Salzburgs öffentliche Hand ist für uns immer noch eine interessante Option, die seriös geprüft werden muss.

Als Stadträtin sind Sie auch für den Bereich Umwelt ressortzuständig. Auf einer Skala von Null (gar nicht) bis zehn (vorbildlich) – wie umweltfreundlich und nachhaltig ist Salzburg?
Martina Berthold
: Ich würde sagen sechs.

Da gäbe es aber noch viel Luft nach oben?
Martina Berthold
: Ja, der größte Knackpunkt und zugleich der mit der größten Wirkung ist der Verkehr. Darüber hinaus brauchen wir mehr Photovoltaik in der Stadt, derzeit wird bei den Faber-Häusern geschaut, was hier möglich ist. Da muss man abwägen zwischen Klimaschutz und Denkmalschutz. Großes Thema ist auch die Beleuchtung: Wo brauche ich aus Sicherheitsgründen ein Licht, wo reicht eine reduzierte Beleuchtung? Bei den Salzach-Seen in Liefering braucht es meiner Ansicht nach keine Beleuchtung.

Was tun Sie persönlich für den Klimaschutz?
Martina Berthold:
Ich fahre fast alle Strecken mit dem Fahrrad, den Dienstwagen habe ich im Vorjahr maximal fünf Mal benötigt. Im Urlaub bin ich meist mit dem Zug unterwegs, darunter einmal zehn Stunden nach Italien. Alle paar Jahre gönne ich mir eine größere Reise.

Gemeinsam mit Ihrem Regierungskollegen Bernhard Auinger (SPÖ) wollen Sie den Holzbau forcieren. Wo soll das als nächstes passieren?
Martina Berthold:
Die Volksschule Lehen soll in Holzbauweise saniert werden, ebenso der Neubau der Nachmittagsbetreuung in der NMS Schlossstraße. Was das vermehrte Einsetzen des Baustoffs Holz betrifft, orte ich auch eine große Bereitschaft über die Parteigrenzen hinweg.

Martina Berthold abseits des politischen Alltags:

Wer war die Heldin Ihrer Kindheit?
Martina Berthold
: Rosa Riedl Schutzgespenst, eine Mutmacher-Figur aus dem Kinderbuch-Klassiker von Christine Nöstlinger.

Womit macht man Ihnen eine Freude?
Martina Berthold:
Mit einer Bergwanderung und anschließender Gipfeljause.

Was bringt Sie so richtig auf die Palme?
Martina Berthold
: Wenn sich etwas totläuft, wenn  nichts weitergeht. Das ist sehr ermüdend. 

Ihre Leibspeise?
Martina Berthold
: Scharfes Gemüse-Curry.

Und was geht kulinarisch gar nicht?
Martina Berthold
: Blunzn und Nieren.

Interview geführt von Lisa Gold

Mehr zum Thema Holzbau bei Salzburger Schulen lesen Sie Hier

Ein weiteres Interview mit Martina Berthold vor der Wahl 2019 lesen Sie Hier

Mehr Holz für die Schulen: Die grüne Stadträtin Martina Berthold zeigt ein Vorzeigeprojekt, das Bildungszentrum Großarl.
Mehr Holz für die Schulen: Die grüne Stadträtin Martina Berthold zeigt ein Vorzeigeprojekt, das Bildungszentrum Großarl.

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Lisa Gold aus Salzburg-Stadt

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