Umständlich, langsam, teuer: Warum viele Salzburger nicht mit den Öffis fahren – und was sie verbessern würden

Symbolbild

Die gute Nachricht: Immerhin mehr als jeder Zweite (54%) benützt für innerstädtische Wege am häufigsten öffentliche Verkehrsmittel, 39 Prozent das Fahrrad und erst an dritter Stelle kommt der Privat-Pkw (34%). Das ändert freilich nichts daran, dass eine überwiegende Mehrheit von 81 Prozent der Salzburgerinnen und Salzburger ein Verkehrsproblem in der Mozartstadt ortet. Dieses Problem wird deutlich, wenn man sich die Häufigkeit der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel anschaut. Nur sieben Prozent der Öffi-Fahrer steigen an fünf Tagen pro Woche in den Obus & Co. Mehr als drei von vier benützen öffentliche Verkehrsmittel an bis zu zwei Tagen pro Woche – die restlichen Tage bleiben Öffi-frei. Unabhängig davon macht der Anteil der Pkw-Fahrer in der Stadt Salzburg nahezu die Hälfte (46%) des gesamten Verkehrsaufkommens aus, jener der Fußgänger 22 Prozent und sowohl Radfahrer als auch Benützer öffentlicher Verkehrsmittel kommen auf nur je 16 Prozent.

Zu umständlich, zu teuer, zu langsam
Bei den Gründen, warum Bus & Co nicht benützt werden, werden folgende Argumente genannt: „zu umständlich“ (28%), „zu teuer“ (25%), „zu lange Fahrzeiten“ (10%), „zu lange Wartezeiten an den Haltestellen“ (9%), „fährt nicht dort, wo ich hin muss“ (9%)und „zu lange Wartezeiten beim Umsteigen“ (8%). Das Zeitargument kommt unter dem Strich bei 27 Prozent der Antworten zum Zug – sei es bei den Intervallen, bei Umsteigeverbindungen oder generell bei der Fahrzeit – und ist daher gemeinsam mit der wahrgenommenen „Umständlichkeit“ sowie dem Fahrpreis ein Hauptabschreckungsgrund.

Mehr Busspuren? Nein, danke!
Eine Beschleunigung der Busverbindungen durch Salzburg sollte daher eine der Prioritäten der Verkehrspolitik sein. Und hier fehlt den Salzburgern die Konsequenz: Denn die Einrichtung zusätzlicher Busspuren – die den öffentlichen Verkehr zweifellos beschleunigen, allerdings den Individualverkehr beeinträchtigen würden – sehen die Salzburger mit gemischten Gefühlen: 43 Prozent sind dagegen, 40 Prozent dafür. Vehement ist die Ablehnung bei ÖVP-Wählern, bei den SPÖ-Wählern halten sich Befürworter und Gegner die Waage – nur bei den Bürgerlisten-Wählern gibt es eine Mehrheit pro Busspurenausbau. Wenig überraschend: Pkw-Fahrer sind eindeutig gegen zusätzliche Busspuren, bei Radfahrern, Fußgängern und Busbenützern gibt es mehr Zustimmung (46%) als Ablehnung (38%).

Schlechtwettersperre kommt durchwegs gut an
Dass Maßnahmen notwendig sind, um die Verkehrssituation in den Griff zu bekommen, ist unbestritten. Rund jeder Dritte will, dass der öffentliche Verkehr allgemein ausgebaut, die Frequenzen erhöht oder zusätzliche Buslinien eingerichtet werden. Weitere 18 Prozent fordern günstigere Bus- und Obustickets. Als weitere Möglichkeiten werden mehr P&R-Plätze (9%), der Bau einer U-Bahn (4%) oder die Einführung einer Citymaut (4%) genannt. Diese stößt bei der Mehrheit der Salzburger allerdings auf massive Ablehnung: Nur 28 Prozent sind für eine solche Maut für vom Verkehr besonders belastete Gebiete, 59 Prozent lehnen das ab – im übrigen auch die Benützer öffentlicher Verkehrsmittel. Von SPÖ- und ÖVP-Wählern kommt dazu einhellig ein kategorisches Nein, die einzigen Befürworter finden sich bei den Sympathisanten der Bürgerliste.
Gut kommt hingegen die bereits bekannte „Schlechtwettersperre“ im inneren Stadtbereich für ausländische Pkw (Ausnahme: BGL-Nummern) an. 71 Prozent der Salzburger finden diese Maßnahme gut, 27 Prozent lehnen sie ab.

Datenquelle
Auftraggeber: Stadtblatt Salzburg
Ausführende Gesellschaft:
GMK Gesellschaft für Marketing und Kommunikation, Graz
Zielgruppe: Bevölkerung der Stadt Salzburg ab 16 Jahren
Abfragezeitraum: 24. bis 26. 1. 2011
Sample und Instrument:
400 Interviews
Maximale Schwankungsbreite:
Gesamtergebnis ± 5%

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Autor:

Stefanie Schenker aus Salzburg-Stadt

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