„Wir sind für Euch im Dienst – bleibt ihr für uns daheim!“

Gesichtsmasken. Hygienevorschriften. Erlässe und Verordnungen für den Alltag der österreichischen Bevölkerung. Kontrolle und Vollzug durch die Polizei. Dazu intern immer neue Fragen: wann darf man als Polizist mit einer Partei kommunizieren? Wie kann man innerhalb der Polizeiinspektion das Risiko einer Ansteckung so gering wie möglich halten? Und vor allem: was tun, wenn ein Kollege infiziert wird - oder gar ich selbst?

Seit der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 ist die Polizei in Österreich nicht mehr so im Fokus von Bevölkerung und Medien gestanden, wie ab dem Moment, als der Ausbruch von SARS-CoVid-19 Gewissheit war. Mitte März ergingen die entsprechenden Maßnahmen seitens der österreichischen Bundesregierung. Deren Vollzug erfolgt durch die Polizei und damit durch uns. Viel hat sich verändert, seitdem Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag, den 13.03.2020 verkündet hat, was jetzt bereits zu einem neuen Alltag, einer neuen „Normalität“ geworden ist. Wir bei der Polizei müssen verstärkt auf unsere Sicherheit achten. Die Gruppentrennung wird verschärft. Schutzausrüstung und Einhaltung von Hygienemaßnahmen werden zum Alltag.

Im Kontakt mit der Bevölkerung stößt man nicht nur auf Dankbarkeit und Verständnis, sondern immer wieder auf Wiederstand. Dennoch: unsere Arbeit hatte wahrscheinlich noch nie so viel Gewicht wie in diesen Wochen, in denen es darum geht, dort Maßnahmen zu setzen, wo es unvermeidbar ist.

Es gibt den Familienvater, der auf der Dienststelle erscheint, um sich für unsere Arbeit zu bedanken. Es gibt den Nachbarn, der seinen Respekt für den Dienst an der Bevölkerung kundtut. Und es gibt jene, die kein Verständnis für unser Einschreiten haben und nach wie vor der Ansicht sind, dass vieles nur Panikmache und Angstmacherei ist. Die sich in Gruppen treffen, miteinander Party machen und für die wir nur als Störenfriede gelten. Weil hier nicht verstanden wird, dass es nun mehr denn je unsere Aufgabe ist, jene zu schützen, die am verletzlichsten sind.

Dann der Tag, an dem man zum ersten Mal begreift, wie nah das Virus ist: ein Kollege hat sich testen lassen. Kopfweh, die letzten Tage. Die Möglichkeit einer Infizierung scheint unvermeidbar. Das bedeutet vor allem eines: Warten. Auf das Testergebnis. Dieses kommt unglaubliche 24 Stunden später. In der Zwischenzeit ein Gedanke nach dem anderen. Ängste und Zweifel werden abgelöst von Zuversicht und umgekehrt. Fragen tauchen auf. Was passiert, wenn der Test positiv ist? Wie geht es auf der Dienststelle weiter? Hatte ich überhaupt so nahen Kontakt mit dem Kollegen?

Das Ergebnis ist negativ. Erleichterung. Der Dienst geht weiter. Wie lange das Coronavirus unseren Alltag noch prägen wird, kann niemand sagen. Vielleicht ist zum Erscheinungszeitpunkt dieses Artikels manches bereits Vergangenheit. Eines aber ist sicher: der Satz „Bleiben Sie gesund“ hatte für uns alle – Polizisten und Zivilisten - noch nie so viel Gewicht wie heute. Zu Recht.

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