Aidshilfe Salzburg/Gesundheit
Sexuell übertragbare Infektionen: Was ist eine Infektion mit Syphilis (Lues)?

Syphilis, auch „Lues“ genannt, wird durch Treponema pallidum Bakterien verursacht

MÖGLICHE KRANKHEITSZEICHEN: 1. Stadium: ein Geschwür auf dem Penis, in der Scheide, im After oder im Mund – je nach Übertragungsort; 2. Stadium: Hautausschlag (ähnlich Masern) auf dem Oberkörper, mitunter auch an Fußsohlen oder Handflächen; der Ausschlag juckt gar nicht oder nur wenig

ANSTECKUNGSWEGE: Sex ohne Kondom, auch Küssen, Oralverkehr, Petting, über Blutreste in gebrauchten Spritzen und auf Nadeln, von der Mutter auf das Kind während der Geburt

MÖGLICHE FOLGEN: die Bakterien können nach vielen Jahren Organe und Nervensystem schädigen, sodass man Gleichgewichtsstörungen oder Denkstörungen bis zum geistigen Verfall bekommt oder erblindet; wer Syphilis hat, hat ein höheres Risiko, sich mit HIV und anderen STDs zu infizieren

BEHANDLUNG: mit Antibiotika lässt sich die Syphilis gut und vollständig ausheilen, aber nur in den ersten beiden Stadien; bei einer Behandlung im dritten Stadium können Spätschäden von Organen oder Nervensystem bestehen bleiben

SCHUTZ: Kondome mindern das Risiko, eine Ansteckung beim Küssen, Oralverkehr und Petting kann damit aber nicht ausgeschlossen werden; darum ist es so wichtig, die Symptome zu kennen; bei Verdacht gilt: SOFORT ÄRTZLICH ABKLÄREN LASSEN!

„Es besteht allgemeine Behandlungspflicht und beschränkte Meldepflicht, wenn eine Weiterverbreitung der Erkrankung zu befürchten ist, oder sich der Kranke der ärztlichen Behandlung bzw. Beobachtung entzieht"

Syphilis, auch Lues genannt, ist eine Infektion, die durch Bakterien übertragen wird. Die Krankheit ist hoch infektiös und wird deshalb beim Sex leicht weitergegeben.

Eine Syphilis-Infektion verläuft in drei Stadien: Im Stadium I bildet sich etwa drei Wochen nach der Infektion am Übertragungsort (z. B. auf der Eichel, in der Scheide, im Enddarm, am Darmausgang, in der Mundhöhle, an den Schamplippen, im Rachen) ein kleines, schmerzloses, umkratertes Geschwür, das eine Flüssigkeit absondert, welche hoch ansteckend ist. Dieses verschwindet von selbst wieder. Das bedeutet jedoch keine Heilung. Monate, manchmal erst Jahre nach der Ansteckung, folgt das Stadium II: Es kommt zu grippeartigen Beschwerden, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, geschwollenen Lymphknoten und Fieber. Zudem tritt fast immer ein Masern-ähnlicher Hautausschlag auf, der gar nicht oder nur wenig juckt. Auch dieser Hautausschlag verschwindet meist von selbst. Im Stadium II ist das Risiko einer Ansteckung für Sexualpartner ebenfalls sehr hoch, weil man sich über die Ausschläge leicht mit der Erkrankung infizieren kann. Wird nun nicht mit Antibiotika behandelt, kommt der Betroffene in das Stadium III. Dies ist das Endstadium der Erkrankung, welches erst viele Jahre nach der Infektion auftritt. Die Bakterien haben sich nun im ganzen Körper ausgebreitet und sämtliche innere Organe befallen. Es können sich große Hautgeschwüre bilden, die Blutgefäße und inneren Organe werden schwer geschädigt, später werden Hirn, Rückenmark und Nervensystem angegriffen. Wird nun nicht behandelt, stirbt der Patient an den Folgeschäden der Erkrankung.

Syphilis wird durch Schleimhautkontakt mit den Geschwüren oder Hautausschlägen der ersten beiden Stadien übertragen. Eine Ansteckung beim ungeschützten Sex ist aufgrund der hohen Infektiosität der Krankheit sehr wahrscheinlich, weshalb Sex mit Kondom der bestmögliche Schutz vor Syphilis ist. Allerdings lässt sich eine Infektion nie ganz verhindern, weil auch eine indirekte Übertragung über Hände und Sexspielzeuge, bzw. eine Weitergabe der Syphilis beim Petting, bei engem Körperkontakt und (in seltenen Fällen) sogar beim Küssen möglich ist. Deshalb ist es wichtig, über die Symptome Bescheid zu wissen, um bei Verdacht auf eine Infektion mit Syphilis sofort einen Arzt aufzusuchen. Auch ein ungeborenes Kind kann sich bereits im Mutterleib mit der Syphilis der Mutter anstecken. Totgeburten oder schwere Schädigungen des Kindes können die Folge sein. Daher ist es üblich, schwangere Frauen auf Syphilis zu testen.

Das übliche Testverfahren, um eine Infektion mit Syphilis festzustellen, ist ein TPHA-Test. Bei diesem wird Blut abgenommen und nach Antikörpern gegen den Syphilis-Erreger (Treponema Pallidum) gesucht. Ein sicherer Nachweis ist vier bis elf Wochen nach der Infektion möglich.

Syphilis ist heute mit Antibiotika gut zu behandeln und auszuheilen. Wird jedoch zu spät behandelt, können etwaige Spätfolgen (z. B. Hirnschäden oder Blindheit) nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Krankheit ist dann zwar geheilt, doch die Spätfolgen bleiben.

Ansteckungszahlen: Die Syphilis ist meldepflichtig, weshalb es hier aussagekräftige Statistiken gibt. Im Jahr 2012 haben sich 494 Menschen mit der Syphilis infiziert.

Falls Sie Fragen zu HIV und sexuell übertragbaren Infektionen haben, können Sie gerne die Aidshilfe Salzburg kontaktieren.
Telefonnummer: +43 (0)662 881488
Email: office@aidshilfen.at
Öffnungszeiten:
• Telefonische Beratung und allgemeine Auskünfte: Mo bis Fr von 9 bis 13 Uhr; Mo und Do von 17 bis 19 Uhr
• Persönliche Beratung: Mo und Do von 17 bis 19 Uhr
• Testung auf HIV, Syphilis, Hepatitis und Hepatitis-Impfung: Mo, Do von 17 bis 19 Uhr
• Psychosoziale Beratung und Betreuung für Betroffene: Mo bis Fr von 9 bis 13 Uhr

Autor: Florian Friedrich
Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision (Existenzanalyse)

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