Pläne eines Visionärs
Benedikt Binder-Krieglstein, CEO von Reed Exhibitions, über die Messen der Zukunft und seinen Führungsstil

CEO Reed Exhibitions Österreich, Benedikt Binder-Krieglstein.
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  • CEO Reed Exhibitions Österreich, Benedikt Binder-Krieglstein.
  • Foto: Reed Exhibitions / David Payr
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Der CEO von Reed-Exhibitions-Österreich, Benedikt Binder-Krieglstein, über die Zukunft von Messen und seinen Führungsstil.

SALZBURG. Als Chef der Reed Exhibitions Österreich will Benedikt Binder-Krieglstein die Marke schärfen und neue Veranstaltungsformate etablieren. Im Stadtblatt-Interview spricht der 41-Jährige, der seit 2017 als CEO die Geschicke von Reed Exhibitions lenkt, über die größten Herausforderungen, seinen Kommunikations-Stil und darüber, wo er neue Kraft und Energie tankt.

Herr Binder-Krieglstein, Sie sind seit November 2017 CEO von Reed Exhibitions Österreich. Wie fühlt es sich an, dieses Unternehmen zu führen?
Benedikt Binder-Krieglstein
: Der Job ist meine Berufung und mein absoluter Traumberuf. Wobei ich zugeben muss, dass ich das am Anfang zuvor nicht gedacht hätte – aber mittlerweile mache ich den Job so gern wie keinen anderen. Wir sind mit unseren Standorten in Wien und Salzburg lokalisiert, für mich die beiden schönsten Plätze zum Arbeiten.

Was waren zu Beginn die größten Herausforderungen für Sie?
Benedikt Binder-Krieglstein
: Ich hatte drei große Ängste: Steht das Team hinter mir? Schaffen wir den Umsatz? Gehen die Stakeholder mit? Ich habe dann nach und nach ein Netzwerk aufgebaut und meine Vision auf 2030 ausgelegt. Mein Ziel ist es, die Marke zu schärfen und dabei lasse ich mich auch nicht beirren, da muss man auch mal den ein oder anderen Tiefschlag in Kauf nehmen, wenn man überzeugt ist, dass es der richtige Weg ist.

Wie sieht das Produkt-Portfolio bei Reed Exhibitions aus?
Benedikt Binder-Krieglstein
: Die Messen sind unser Stammgeschäft, da spitzen sich die Zielgruppen immer mehr zu und man braucht spezifischere Angebote. Die Messen werden kleiner werden, dafür gibt es weniger Streuverluste und man kann mit seinen Zielgruppen direkter kommunizieren. Unser zweites Segment ist der Standbau, wir bauen die Stände ja selbst und da wollen wir noch hochwertiger werden. Es ist ganz klar, dass der Messestand in fünf Jahren anders aussehen wird. Hier gilt für mich: Weniger ist mehr. In einem dritten Bereich geht es um die Verwaltung der Liegenschaft, wie wir das in Wien machen, dort ist es eine in sich geschlossene Kette.

Sie gelten als jemand, der flache Hierarchien in einem Unternehmen bevorzugt. Wie äußert sich das in Ihrem Führungsstil?
Benedikt Binder-Krieglstein
: Ich habe einmal den Satz "Your ego ist not your amigo." (zu deutsch: Dein Ego ist nicht dein Freund, Anm. der Redaktion) gehört, dieser Satz beschreibt ganz gut, worum es geht. Ich habe mir ein Umfeld mit flachen Hierarchien aufgebaut, ich kenne von jedem Mitarbeiter den Namen und das Gesicht. Ich empfinde auch für jeden Einzelnen eine Verantwortung, es ist in gewisser Weise wie eine Familie.

Werden die Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse miteinbezogen?
Benedikt Binder-Krieglstein
: In der Geschäftsführung treffen wir wichtige strategische Entscheidungen. Aber es geht um die Einbindung in den Prozess und um die Transparenz von Entscheidungen. Die Menschen sollen verstehen, warum etwas so oder so gemacht wird. Alle im Unternehmen, egal welche Ebene, müssen einen Sinn und eine Freude in ihrer Tätigkeit erkennen. Das schafft die Bindung zu einem Unternehmen. Ich selbst habe mit 16 die Schule abgebrochen und dann eine Lehre gemacht und – und das ist wesentlich – ich habe Menschen um mich gehabt, die an mich geglaubt haben. Da geht es um Wertschätzung, und das ist wichtig.

Wie äußert sich diese Wertschätzung in der Kommunikation mit den Mitarbeitern?
Benedikt Binder-Krieglstein
: Power to our people, Transparenz und Kundenorientierung, das sind drei Werte, mit denen ich das Unternehmen führe. Ich gehe durch das Haus, rede mit den Mitarbeitern und jede Woche gehe ich mit den Geburtstagskindern der Woche Mittagessen.

Und wie begegnen die Mitarbeiter Ihnen als Chef?
Benedikt Binder-Krieglstein
: Das kann ich am besten anhand einer Situation bei unserer Weihnachtsfeier schildern. Die Mitarbeiter haben für mich, ohne dass ich den Funken einer Ahnung hatte, ein sehr persönliches "Dankes-Video" produziert, das bei der Weihnachtsfeier gezeigt wurde. Ich hatte auch kein einfaches Jahr hinter mir und mir sind in diesem Moment die Tränen gekommen. Ich wusste: Ich habe alles richtig gemacht.

Wie kann man sich Ihren Alltag als CEO vorstellen?
Benedikt Binder-Krieglstein
: Mittlerweile verbringe ich 99 % meiner Zeit in Österreich, drei Tage in Wien, zwei Tage in Salzburg. Mein Tag beginnt um fünf Uhr früh, dann mache ich eine Stunde Sport, ehe ich ins Büro gehe. Der restliche Tag ist dann sehr durchgetaktet, vor 22 Uhr komme ich selten nach Hause.

Wenn Sie nicht als CEO, sondern als Privatperson unterwegs sind, wo tanken Sie neue Kraft für die Herausforderungen im Job?
Benedikt Binder-Krieglstein
: In der Natur und beim Sport. Ich liebe das Meer, gehe aber auch leidenschaftlich gern skifahren. Und in der Musik. Meist schlafe ich nur vier Stunden pro Nacht, da höre ich dann Musik und kreiere neue Ideen. Ja, man kann sagen, ich bin ein Getriebener.

Wie würden Sie sich selbst mit drei Schlagwörtern beschreiben?
Benedikt Binder-Krieglstein
: Menschlich, rastlos und energiegeladen. Ich brenne für die Sache, die ich mache und ich fühle mich ausgeglichener und in mir ruhender denn je. Ich habe gefunden, was ich gesucht habe.

Vielen Dank für das Gespräch!

CEO Reed Exhibitions Österreich, Benedikt Binder-Krieglstein.
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