Tourismus-Bilanz
Plus bei Nächtigungen und neues Leitbild für den Tourismus

TSG-Chef Bert Brugger und Bürgermeister Harald Preuner präsentierten die Tourismus-Bilanz 2019.
  • TSG-Chef Bert Brugger und Bürgermeister Harald Preuner präsentierten die Tourismus-Bilanz 2019.
  • Foto: Tourismus Salzburg / Günter Breitegger
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Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner nutzt die Vorstellung der Ergebnisse 2019, um auf die Bedeutung des Tourismus für die Stadt Salzburg hinzuweisen.

SALZBURG. Der Tourismus ist eine starke Säule unserer Wirtschaft, gleichzeitig sei die unabdingbare Akzeptanz in der Bevölkerung Voraussetzung für einen funktionierenden Tourismus. Das betonte Bürgermeister Harald Preuner bei der Präsentation der Tourismusbilanz 2019.

Plus bei Nächtigungszahlen

Das abgelaufene Jahr habe wie erwartet Zuwächse gebracht. Die Nächtigungen sind um 5,3 Prozent auf 3.308.801 gestiegen und die Ankünfte um 4,9 Prozent auf 1.909.970. Diese Ergebnisse sind vor allem auf die gestiegene Bettenkapazität in der Stadt zurückzuführen. Auch die Salzburg Card konnte mit 264.665 verkauften Karten ein Plus von 3,79 Prozent erzielen.

Die Top 10 Märkte blieben nahezu ident zum Vorjahr, lediglich Taiwan auf Platz 10 wurde von Japan abgelöst. Auf 
Platz 1 liegt traditionell der heimische Markt, gefolgt von Deutschland und den USA. Ein Minus am britischen Markt hat dazu geführt, dass China von Platz 5 auf Platz 4 vorrückte. "Erfreuliches kommt vom italienischen Markt – hier wurde ein Plus von 6,3 Prozent bei den Nächtigungen erzielt", betont Bert Brugger, Geschäftsführer der Tourismus Salzburg GmbH (TSG).

Ein verantwortungsbewusster Umgang mit der touristischen Entwicklung ist Teil der zukünftigen Aufgabenbereiche der Tourismus Salzburg GmbH. In Anlehnung an das 2018 eingeführte und laufend adaptierte Bus-Reservierungssystem sagt Preuner: „Wir müssen genau hinhören und gegebenenfalls gegensteuern, wenn Unmut entsteht.“

Salzburg Card wird digital

Ihr 25-Jahr-Jubiläum feiert die Salzburg Card und wird ab dem Frühjahr auch auf dem Smartphone verfügbar sein. Mit der digitalen Card, die unverzüglich nutzbar ist und somit auch kurzfristig vor Ort gebucht werden kann, wird es in Zukunft nicht mehr nötig sein, den bisherigen Voucher in den Tourismusinformationsstellen gegen die Card auszutauschen. "Mit der digitalen Card sind wir am Puls der Zeit und die Besucher können ohne Zusatzwege die Vorteile in Anspruch nehmen. Zudem animiert sie unsere Gäste, auch Sehenswürdigkeiten außerhalb des Zentrums zu besuchen“, so Brugger.

Die Wasserspiele Hellbrunn etwa liegen nach Festung Hohensalzburg und Mozarts Geburtshaus auf Platz 3 der Eintritte – auch die Untersbergbahn, der Zoo und die Stiegl-Brauwelt zählen zu den erfolgreichsten Ausflugszielen. Ein weiterer Pluspunkt der Card ist die sogenannte „Fast Lane“, ein bevorzugter Zutritt bei Sehenswürdigkeiten wie etwa der Festungsbahn oder der Untersbergbahn, um die Warteschlange zu vermeiden.

Altstadt-Shuttle fährt auch diesen Sommer

Im Zentrum der diesjährigen Aktivitäten der TSG steht das 100-Jahr-Jubiläum der Salzburger Festspiele. Dies geschieht in enger Kooperation mit der SalzburgerLand GmbH, den Festspielen und dem Salzburg Museum. Anlässlich des Jubiläums der Festspiele wurde Salzburg die Auszeichnung „Best in Travel 2020“ durch den weltweit größten Reiseverlag Lonely Planet verliehen.

Ebenso wird das Tourismusleitbild überarbeitet. Die Managementkomponente der Betreuung und Lenkung von Gästen vor Ort wird dabei einen Schwerpunkt bilden.
Das Altstadt-Shuttle, das im Sommer 2019 eingeführt wurde, wird auch in den Sommermonaten Juli und August 2020 im 15-Minuten Takt vom Park & Ride-Messe direkt zum Hanuschplatz fahren. Waren es im vergangenen Jahr schon über 16.000 Personen, die das Shuttle nutzten, wird durch die Mautbefreiung auf dem Streckenabschnitt Walserberg bis Salzburg Nord (A1) für das heurige Jahr eine Steigerung erwartet.

Bürgerliste: "Tourismus ist an seine Grenzen gestoßen"

Wenig erfreut über die neuerlich gestiegenen Nächtigungszahlen im Tourismus zeigt sich die Bürgerliste rund um Gemeinderat Markus Grüner-Musil.  „Zu lange haben Wachstum und Profit den Tourismus in Salzburg geprägt, die Auswirkungen auf die Menschen die in Salzburg leben wurden leider vernachlässigt", sagt Grüner-Musil. Viele Probleme, mit denen die Menschen im Alltag zu kämpfen haben, seien durch die mittlerweile ganzjährige Nutzung der Stadt für touristische Zwecke mit verursacht.

"Wie Tourismusforscher Kurt Luger in seiner jüngsten Studie gezeigt hat, ist das Verkehrsproblem massiv vom Tourismus verursacht. Sowohl der individuelle PKW als auch die Busse strömen in die Innenstadt, ein umfassendes, ganzjähriges Park&Ride-System wäre längst überfällig", führt der grüne Gemeinderat aus. "Wir werden den Bürgermeister an Taten messen, wenn er nun über eine Begrenzung des Tourismus spricht. Die Menschen in Salzburg erwarten jetzt mutige und zukunftsfähige Konzepte und deren konsequente Umsetzung", so der Tenor in der Bürgerliste.

SPÖ fordert Fokus auf Qualitätstourismus

Die SPÖ-Gemeinderätin Hannelore Schmidt begrüßt zwar, dass Bewegung in den Tourismusbereich kommt, mahnt aber, dass die Stadt den Fokus auf den Qualitätstourismus legen muss.  „Es geht nicht nur um das Angebot, sondern auch darum, worauf wir als Stadt den Fokus legen. Das muss ganz klar der Qualitätstourismus sein.“

Dabei verweist sie vor allem auf den Kongress- und Messetourismus für den Betten im 4- und 5-Stern-Bereich wesentlich sind. „Nach wie vor besteht gerade in diesem Sektor der Bedarf nach einem Standort mit gebündelter hoher Bettendichte“, so Schmidt. In der Bevölkerung habe sich in den letzten Jahren die Haltung zum Tourismus immer mehr gewandelt. "Die Akzeptanz nimmt kontinuierlich ab. Von daher ist eine Bettenobergrenze ein erster Schritt“, betont die SPÖ-Altstadt- und Tourismussprecherin, die dies vor allem für die Sparte der Jugendherbergen und Billighotels fordert. „Im Bereich der 4- und 5-Stern Hotels macht das hingegen keinen Sinn. Diese Betten sind ganz wesentlich für den Kongress- und Messetourismus. Für den Qualitätstourismus brauchen wir diese Betten, da gibt es auch immer wieder den Ruf nach mehr Angebot", so Schmidt.

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Autor:

Lisa Gold aus Salzburg-Stadt

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