21.10.2016, 12:53 Uhr

Voodoo Jürgens & Band (AT) | A.S. Fanning (IR) | Rockhouse Salzburg

Wann? 18.11.2016 20:00 Uhr

Wo? Rockhouse, Schallmooser Hauptstraße 46, 5020 Salzburg AT
Salzburg: Rockhouse | Per Mund-(und bald auch Medien-)Propaganda als "Next Best Thing"-Hype von und in Wien vor etwas mehr als einem Jahr gestartet hat sich Voodoo Jürgens gleich mit seinem nun vorliegenden Debüt-Album von der einengenden, wenn nicht gar tödlichen Umarmung der "Checker" emanzipiert und ein substanzielles, ein wahrhaftiges und vor allen Dingen ein berührendes Erstlingswerk abgeliefert.

Eines das auch in zehn Jahren noch großartig klingen wird, genauso wie es auch vor zehn, zwanzig, dreißig Jahren schon großartig geklungen hätte. Zeitlos nennt man das dann. Die supercatchy Vorab-Single "Heite grob ma Tote aus" war gewiss ein verdienter Indie-Hit (sowohl Nummer Eins der fm4- als auch der Austrian Indie Charts), das Album hat aber mehr; mehr Anderes, mehr "sein" als "schein", mehr poetischen Tiefgang; es zieht einem von der ersten Geschichte aus dem Fesch an in seinen Bann, baut sich einem lyrischen Malstrom gleich auf, bricht ab, fängt erneut an und lässt einen am Ende überwältigt zurück.

Lieder wie "Tulln" werden sich tief in die österreichischen Pop-Annalen hineingraben, ohne martkschreierisch darum gebettelt zu haben; in besagtem Song werden ernüchternde Lebensstationen wie in einem Erlebnisaufsatz aufgezählt; am Ende muss man ob der ergreifenden Schönheit der sprachlichen Bilder und dem versöhnlichen Timbre des Voodoo heulen und es ist klar: das hier ist kein Sozial-Porno, keine "Milieustudie" oder gar Parodie. Das ist Lebenserfahrung gepaart mit Witz (nennen wir es von mir aus auch "Schmäh") und Herz. Durchaus Storytelling, und somit einer alten Folk-Tradition verbunden, aber nie Geschwafel oder weinerliches Gejammer. Das ist näher dran am jungen - mit Sprache sezierenden- Dylan als am leeren, sterilen Pathos-Pop, den vor allem deutsche Singer-Songwriter "an Tagen wie diesen" gern bemühen.

Voodoo Jürgens springt auch nicht auf einen Austropop-Hype-Zug oder dergleichen auf; er singt in der Sprache in der er spricht, denkt, träumt und Dinge erlebt. Die Vorbilder für seinen Zugang zu Musik sind der erwähnte Dylan, Leonard Cohen, Tom Waits und durchaus auch krachigere, spätere Sachen wir The Libertines (mit deren Pete Doherty ihn eine auf wechselseitigen künstlerischem Respekt beruhende Freundschaft verbindet). Es sind aber auch die Beat-Poeten der Fünfziger. Gewiss: Respekt für Ambroß, Danzer, Hirsch ist vorhanden, genauso wie Freundschaften zu einigen Protagonisten des heutigen Wiener Pop-Wunders (Wanda, Der Nino aus Wien; auch Ja, Panik, die quasi als seine Backingband bei "Heite grob ma Tote aus" fungieren), und auch ein HC Artmann, ein Qualtinger, ein Kottan werden Spuren in Voodoo hinterlassen haben; aber genauso waren/sind die eben Genannten im Geiste Verbündete der Ur-Beatniks und der genannten internationalen Referenzen und keine Vertreter eines simpel gestrickten Austro-Provinzialismus, der seit je her den Epigonen vorbehalten ist.


A.S. FANNING

A.S. Ist ein Singer/Songwriter aus Dublin, Irland. Seine Debütsingle „Carmelita“ liefert ein schonungloses und eindringliches Bild seiner Heimatstadt.

Die Songs Fannings sind meist lyrisch getrieben, mit beiden Füßen tief in literarisch irischer Tradition und Folkmusik, sowie in 60er Psychedelia und Gothic Rock'n'Roll verwurzelt.

‘profoundly brilliant songwriting – Barry Gruff


‘The first cut from it is Carmelita and it’s as intriguing and melodic as we could’ve hoped for. The pitch black lyrics are perfectly complimented by Fanning’s truly distinctive, Dublin-accented, baritone vocal – think Matt Berninger meets a more refined Luke Kelly.’ – Joe.ie


‘Think a tone in the Venn diagram between Nick Cave, Neil Hannon, Hozier and Johnny Cash, all treacly and smelling of roll up cigarettes and red wine. Singing of being strung out on Heroine and sitting at the back of the bus while the organ rages in the background gives this a confessional feel if Quentin Tarantino is reading this then you really ought to sign this guy up to do the music for the closing credits of your next film. Dark, delicious, steeped in pathos and with the swagger of a cowboy who has killed more people than he can remember so doesn’t even bother trying any more.’ – Listen With Monger
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